Überlebensrezepte

Weihnachtsgans für Anfänger

Zubereitung ca. 120 Minuten

Für ca. 6 Personen

Zutaten

1 Gans ca. 3 kg
2 Bund Suppengemüse
2 EL Sojasauce
3 EL frischen Ingwer, grob gehackt
4 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
Pfeffer, Salz

Die idiotensichere Weihnachtsgans

Von den Chinesen kann der Koch einiges lernen. So kam ich auf die Idee die Gans nicht nur
einfach in den Ofen zu schieben. Ganz davon kam ich auch ab, das Vieh zu füllen, denn dadurch verlängert sich die Garzeit um mindestens eine Stunde, was zur Folge hat, dass die Brust noch mehr austrocknet als sie ohnehin durch die Hitze zu erleiden hat. Zuerst kommt der Einkauf, der sollte dieses Jahr am Freitag oder Samstag vor dem Adventsonntag erfolgen, also nicht auf den letzten Drücker.

Blicken wir von oben auf die Brust, so führt als Mittelgrat der Brustknochen vom Hals bis zum Loch der Bauchhöhle.. Man schaue genau hin: Hängt am Knochen die Brust der Länge nach eingedellt durch wie ein altes Scheunendach, dann entspricht die Gans unseren hohen Erwartungen. Umgekehrt, die Brust
sollte sich möglichst über den Längsknochen erheben, sich hinwegwölben. (Stolz geschwellte Brust).

Wir nehmen die Gans mit nach Hause, nehmen die Innereien heraus, waschen das Tier unter fließendem Wasser, trockenen es gründlich ab und reiben es mit Pfeffer und reichlich Salz ein. Nun wird sie in Klarsichtfolie gut eingepackt und im Kühlschrank solange geparkt bis das Festessen steigt.
Nehmen wir mal an, dass wir am ersten Weihnachtsfeiertag zur Tat schreiten wollen.

Wir schneiden den tranigen Bürzel weg, den Hals auch, und finden im Idealfall einen Topf in den das Vieh hineinpasst. Der Topf wird zur Hälfte mit Wasser gefüllt und dieses zum Kochen gebracht. Nun versenken wir die Gans mit dem Hals darin, der Bürzel ist für die Vögel auf dem Fensterbrett. 
Das Wasser möglichst schnell zum Kochen bringen und evtl. noch nachfüllen, damit die Gans komplett mit Wasser bedeckt ist. Die Brühe wenig salzen und die Sojasauce dazu geben. Nach einer Stunde lassen wir das Suppengemüse, grobe Zwiebelwürfel, Knoblauch, Ingwer zu Wasser, und eine Stunde später müsste die Gans einigermaßen weich sein (ein Deckel wäre hilfreich).
Mit einer Sticknadel, (Holz-Schaschlikspieß), wird der Schenkel von oben eingestochen. Lässt sich der Spieß locker wieder herausziehen, ist die Gans weich.
Das Tier aus dem Sud nehmen auf einer Platte parken. Nocheinmal kräftig und mit Folie abdecken, damit nichts antrocknet.
Mit einem kleinen Suppenschöpfer wird das Fett von der Brühe genommen und die magere Brühe auf einen halben Liter eingekocht. Man könnte noch gebräunte Zwiebelwürfel dazugeben und anschließen mit einem Esslöffel Stärke, mit Wasser, Weiß-oder Rotwein verrührt, den eingekochten Sud binden, dass man den eingekochten Sud als Sauce bezeichnen kann.
Derweil glüht im Ofen die Heißschlange und darunter rösten wir die Gans unter akribischer Bewachung, von allen Seiten, bis die Haut kross ist, das dauert mindestens 15 Minuten.

PS: Was übrigens verdammt gut schmeckt, das wäre eine gekochte Gans, also Siedfleisch, mit Meerrettich, Salzkartoffeln und womöglich Cremspinat.