unter Musikern, aber auch unter Handwerken gilt seit Jahren das “Per Du”. Das ist für mich total okay. Was ich aber gar nicht mag, wenn mich wildfremde Menschen Duzen, oder ich im Internet grundsätzlich mit “Du” angeblödelt werde. Es soll womöglich Nähe ausstrahlen und das Gefühl vermitteln, man könne sich anvertrauen. und betrete sicheres Terrain. Das ist immer eine gute Strategie, um jemanden über Ohr zu hauen. So sind halt die Zeiten, je mehr Vertraulichkeit, um so mehr Heuchelei und Hinterfotzigkeit.
Letztlich ist es mir egal: Was ich nicht ändern kann trage ich mit Fassung.
Vor vielen Jahren habe ich in meinem Betrieb etwas geändert. Es war üblich, dass man als Chef einen Lehrling duzte. Umgekehrt hätte der “Stift” seinen Chef gerne in der dritten Person ansprechen sollen, wenn er diese Art der Grammatik beherrscht hätte.
Kurzum, eine Tages redete ich alle meine Mitarbeiter, und das bis heute, mit “Sie” an. Dabei geht es nicht um Distanz zu wahren, sondern Untergebenen den gleiche Respekt entgegenzubringen, wie er ihn auch mir entgegenbringt.
PS: Ganz schlimm, beispielsweise beim Einkaufen. Der Verkäufer bietet mir drei Kisten Tomaten und sagt. “Diese iste beschte, mein Freund!” Sagt jemand Freund zu Ihnen, den Sie nicht kennen, heißt das man ist unter Kleinkriminelle geraten.

