eine Tasse Kaffee bedeutet immer auch ein Innehalten, einen bewussten Moment der Ruhe im Stress des Alltags.
Wie dumpf es den USA kommen sollte, das hat auch mit Kaffee zu tun. Das Standardgetränk zu einem Hamburger ist traditionell Kaffee, dünn und literweise aus einer Kanne. Was da in die Tasse fließt ist reiner Euphemismus, um nicht zu sagen, die reine Heuchelei, die das ganze Land zusammenhält. Eine braune Brühe ist das, wie wir sie, wir Kontinentalen, uns gar nicht vorstellen können, sozusagen braunes Urin.
Es geht auch anders. Orte in denen es guten Kaffee gibt sind immer von Kultur behütet. Die muss man aufsuchen, und sei es ein Buch. In diesem, das ich hier loben will, sind unendlich viele Aspekte, Erlebnisse, Freuden, bis hin zum Herzkasperl geboten. Ich schreibe diese lobenen Zeilen trotz meiner Teilnahme an dieser Unternehmung. Ich darf und es ist mir eine Ehre, mit einer Auswahl an phänomenalen Autoren vereint zu sein. Honoré Balzac und Else Lasker Schüler, Wedekind, oder Stefan Zweig, dazu noch ungefähr dreißig meiner Zeitgenossen, die besten Federn dieses Landes. Liebe Leserinnen und Leser, gönnen Sie sich eine Pause, erhellen Sie Ihr deutsch-finsteres Loch in dem Sie tief unten hocken grad so, dass man nicht nach Sachsen-Anhalt gucken kann. Trinken Sie ein Tässchen Schwarzen der guten Art und lesen Sie.
Kaffee. Die schönsten Geschichten über das Glück in der Tasse:
Das literarische Kaffee-Buch für alle, die ohne den Wachmacher nicht leben können
(Reclam Taschenbuch) von Bernd Gieseking

