Liebe Laura,
das Buch musst Du nicht unbedingt lesen, Dir aber vielleicht den Film anschauen.
Ein Bestseller von Cormac McCarthy. Der Schriftsteller, 1933 geboren, wurde durch seine düsteren, sprachlich außergewöhnlichen Romane über Gewalt, Schuld, Tod, Natur und die ganze Menschelei bekannt.
Das Buch, »Kein Land für alte Männer«, stellt letztlich die Frage: Ist Gewalt ein Ausnahmezustand – oder gehört sie grundsätzlich zur menschlichen Existenz?
Die Hauptfigur ist ein alternder Sheriff, der an der Grenze von Texas und Mexiko lebt. Mit der ausufernden Gewalt um ihn herum kommt er immer weniger klar. Der Titel geht auf den irischen Dichter und Nobelpreisträger William Butler Yeats zurück, »Sailing to Byzantium«. Auf dieser philosophischen Grundlage, der traditionellen Vorstellungen von Anstand, Gerechtigkeit und Ordnung, führt McCarthy durch das Buch. Es wurde 1980 geschrieben und ist aktueller denn je.
Weitergedacht steht das Buch sogar symbolisch für Stellvertreterkriege. Der Verbrecher wirft eine Münze. Hat man die falsche Seite erwischt, wird man erschossen. Der Killer macht sich nicht schuldig, die Münze ist schuldig.
Dem alten Sheriff geht es wie mir. Nehme ich als Beispiel Donald Trump. Bei ihm und seinen Komplizen gibt es keinen Anstand mehr, keine Nachsicht, dafür Übervorteilung, Willkür, Machtmissbrauch und jeder Streit wird zu Hass und Rache. So heute wie damals. Sheriff Bell versteht die brutale Welt von 1980 nicht mehr und ich nicht mehr die von heute.
Das Buch wurde verfilmt, man kann es streamen bei Amazon Prime Video: »No Country for Old Men«, auch in deutscher Sprache oder mit Untertiteln.

