Eustache Deschamps
um 1345 in Vertus/Champagne geboren; † 1404. Deschamps war sein Künstlername. Eigentlich hieß der französischer Dichter Eustache Morel. Er gilt als bedeutendster französischer Lyriker der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.
“Ich gehe immer krümmer und gebückt,
Ich hör kaum mehr, mein Leben schwindet,
Die Haare fallen aus, was mich bedrückt,
Der Rotz fließt aus der Nase, fast erblindet.
Mein Aug, nur Schmerz, was meine Brust empfindet,
Kein Glied, das nicht schon heftig zittert,
Verhasple mich beim Reden, bin verbittert
Und voller Ungeduld, Verachtung, schleichend.
Geh ich nicht ohne Stütze, ganz zerknittert:
Das sind doch lauter Todeszeichen!”
(Übersetzung von Ralph Dutli, ein grandioser Literat und Lyriker, der in Heidelberg lebt.)
Und Unsereins, heutzutage? Wir müßten im großen Glück schwelgen. Aspirin, Ibuprofen, Penicillin, Betablocker und die Kunst der Ärzte lassen uns vorwiegend steinalt werden. Komisch, wir alten Knaddle sind meist trotzdem nicht im Glück, weil der Mensch nie zufrieden ist.

