Vincents Tagebuch

Grüner Spitzkohl

21. Juli 2026 | Tagebuch

Ich habe es schon öfters erklärt, nirgends wird so viel Kohl bereitet wie in Asien. In der asiatischen Küche duftet der Kohl fein. Wir dagegen kennen alle den pupsigen Kohlmief. Der Unterschied ist, dass er in Asien nur frischgekocht auf den Tisch kommt und bei uns die Mär umgeht, dass beispielsweise Sauerkraut nach dem dritten Aufwärmen besser schmecken würde als beim ersten Mal. Letzteres ist infamer Opportunismus, um altes Zeug noch an den Mann oder die Frau zu bringen.

Jetzt zu unserem Foto: Wir sehen eine Kohlroulade. Dafür eignet sich Spitzkohl, der zu dieser Jahreszeit jetzt zarter ist als im Herbst. Seine Blattstruktur ist dünner und er hat auch größere Blätter als der runde Kohl. Letzterer ist, weil rund, viel industrietauglicher weil er sich auf Förderbändern ernten und auch bei der Verarbeitung rollen lässt.
Wie auch immer,  man löst also die äußeren Blätter und gibt sie in kochendes Salzwasser, bis sie einigermaßen weich und biegsam sind. Übrig bleiben die inneren, kleineren Blätter. Die werden in dünne Streifen geschnitten, am besten am Strunk zusammenhängend auf der Brotschneidemaschine. Für 4 Personen noch zwei Zwiebeln dazu hobeln.

Kohlfäden und Zwiebeln vermischen und in Butter braun rösten. Salz, Pfeffer, ganz nach Belieben Petersilie und etwas Muskat dran. Gebräunter Kohl bekommt eine Art Fleischgeschmack. Dieser fein geschnittene Kohl ist nun unsere Füllung. Wir geben ihn auf die blanchiertem Kohlblätter, bei denen wir den Strunk etwas herausgeschnitten haben. Die Blätter nun zigarrenähnlich zusammenrollen.

Die Kohlzigarren rundum in Butter braten und für 15 Minuten in den Ofen schieben. Fertig ist eine wunderbare Speise, die fast nichts kostet und die ohne Fleisch trotzdem herzhaft gut schjeckt.

Zu Boeuf Bourgignon ist der Kohlhurgel ideal.