Als ich mein Restaurant in Schwäbisch Gmünd gründete, war es Gesetz den Spargel mit der Hand zu Essen. Da Schwäbisch Gmünd eine bedeutende Gold- und Silberstadt war hatten wir selbstverständlich silberne Spargelzangen. Die kamen dann aus der Mode und heute ist in unseren Schatzkisten keine mehr zu finden. Auf Schwäbisch sagt man: “Dia henn Füaßla kriegt”. Den Spargel, als Phallussymbol schnitt man damals nicht mit dem Messer.
Auch gekochte Kartoffeln wurden nicht mit dem Messer zerteilt. Ich ermahnte einmal einen amerikanischen Offizier ( Gmünd 4000 Amis), dass man die Kartoffel mit der Gabel teilt. Der Man in Ausgehuniform, todschick, antwortete mit amerikanischer Logik: “It’s working very well!”
Es stellt sich die Frage, warum Fisch auch nicht mit dem Messer gegessen wird. Das hat Tradition und der Grund ist, unter anderem: wie beim Spargel und der Kartoffel, das diese Lebensmittel viele Mineralien enthalten, insbesonders Schwefel. Schneidet man mit Kohlenstoffstahl solches Essen hinterlässt das Messer einen metallischen Geschmack und oxydiert obendrein noch heftig.
Heutzutage hat mit dem Edelstahl das alles nur noch nostalgischen Wert.
Briefe an Laura
Spargelzange Reload
17. April 2026 | Briefe an Laura, Tagebuch
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