Liebe Laura,
wir leben in einer Dekade der Schnappatmung. Hechelst Du durch den Alltag und verlierst den Überblick, dann lege Dich auf den Boden, nicht ins Bett. Strecke alle Viere von Dir. Du merkst wie sich der Rücken entspannt. Atme tief durch, beobachte ob sich beim Einatmen nicht die Brust, sondern der Bauch sich wölbt.
Mittlerweile spiele ich neben der Mandoline wieder Querflöte. Das macht mir Freude ist aber obendrein sehr gesund. Gesund deshalb, weil ohne Zwerchfell-Tiefatmung aus der Flöterei nur eine klägliche Piepserei wird.
Babys beherrschen die richtige Atmung von Geburt an. Deshalb können sie mit Geschrei orkanartig die Scheiben zum Klirren bringen. Mit der Erziehung, der Demontage natürlicher Empfindungen schon im Vorschulalter kommt es zu einer fest etablieren Flachatmung. Dies führt zu einem Gekeuche weil man lernt, dass Karriere dann durchstartet, wenn man drei Treppen nimmt. Klar man kommt schneller voran, genauso wie mit einem Auto, das ständig mit Vollgas gefahren wird bis der Motor schlapp macht. Genau da fängt alles an, wir sehen in unserem Körper eine Maschine die irgendwann einmal durchbrennt und im Burnout oder in der Psycho enden kann.
Wer sich im Alltag eine Auszeit von wenigstens fünf Minuten gönnt und bewußt tief atmet wird sich in dieser kurzen Zeit mehr erholen, als mancheiner der in stundenlangen Schlaf von wilden Träumen geschüttelt wird.
PS: Für mich gilt niemals Fantasy-Gruselfilme oder sonstige Scheußlichkeiten anzugucken. Darunter würde meine eigene Phantasie zu sehr leiden.

