nicht weil man gesund kocht, sondern man sich gesund kocht. Gesundkochen hat nichts mit Kalorien zu tun, nichts mit Bratfett oder anschließendem Völlegefühl. Als Berufskoch denkt man kaum an das was die Arbeit des Kochens mit einem macht, man hat andere Sorgen. Deshalb ist es nicht lange her, zu bemerken, dass mir die Kocherei eine andere Welt aufmacht. Letztlich habe ich die Erkenntnis von Hobbyköchen, die das Kochen als eine Art weggetreten Buddhismus erleben.
Ich dachte nach und tatsächlich, nicht nur als Hobby, sondern auch das berufliche Kochen lässt mich in eine andere Welt eintreten. Mit anderen Worten, ich bin weggetreten. Ich vergesse alles um mich herum. Insofern ist das Kochen, neben dem Erleben und Ausüben von Kunst, eine der wenige Möglichkeiten aus dem Alltagsstress und der Erfolgshatz auszuscheren und durchzuatmen.
Ich lebe in zwei Welten, auf der einen Seite, die Küche, das Restaurant und auf der anderen Seite die Schreiberei, die letztlich das Gegenteil bedeutet, nämlich eine gewisse Isolation. Schreiben ist ein einsames Geschäft und deshalb bin ich in meiner Freizeit nicht erreichbar und für nichts zu haben. Grob besehen bewirkt es wie eine Schrulle aber es ist eine Notwendigkeit, die zu meinem Leben gehört.
Kurzum, ich fühle mich bevorzugt. Die Einsamkeit des Schreibens ist mir das höchste Glück. Wenn dieses Gefühl sich abnutzt, habe ich dagegen das Restaurant, mein vielen jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die mich auf Händen tragen. Und dann kommen noch die Tischgespräche mit den Gästen. Ich selbst grüße nur, will nicht aufdringlich sein, freue mich aber jedesmals wenn meine Gäste mit mir ein Gespräch beginnen.


