Vincents Tagebuch

Hab’ ich’s schon mal gesagt?

22. Januar 2026 | Tagebuch

Richtig spitze Altersheime gibt es nur zwei auf der Welt. Das eine findet sich in Washington, das andere wäre die Wielandshöhe. Auf der Wielandshöhe kann ich noch weitermachen, selbst wenn ich im Rollstuhl herumkurven müsste. Sechundzwanzig Mitarbeiter mögen mich und so genieße ich die allerbeste Pflege. Alle haben Viertagewoche, und der Umsatz ist der gleiche wie vormals bei Fünftagewoche. Aber Vorsicht, so etwas fubktioniert nur bei überdurchschnittlichem Bekanntheitsgrad und vielen Stammgästen. Die Gäste sagten sich, jetzt ist Dienstags zu, dann kommen wir halt am Mittwoch. Um solche Gäste zu bekommen brauchte es mehr als 45 Jahre.

Was für die Mitarbeiter wunderschön ist: für mich sind die drei Ruhetage Heulen und Zahneknirschen. Ich muss selbst kochen, einmal Spaghetti mit Parmesan und grobem Pfeffer ist immer dabei. Darüber hinaus gibt es in der Gegend viele gute Wirtschaften.

Und heute Abend, der Donnerstag, der Ehrentag des heiligen Vincenz, verlangt ein gutes Abendessen. Wäre ein anderer Kandidat dran, gäbe es trotzdem ein Spitzen-Kotelett vom Schwäbisch Hällischen Schwein. Nur sanft gebraten mit geschmortem Gemüse und keinerlei Gewürzen. Mit Gewürzen kann man Lebensmittel verfeinern oder damit beispielsweise die Vakuumsäure übertünchen. Bei einem Kotelett wie auf den Foto ist kein Spielraum für Köchekreativität. Hat man bestes Naturrodukt, kann der Koch nichts verbessern, sondern nur verändern und meisten verschlechtern.

So muss es aussehen. Das Fett schmeckt köstlich!