mit der Malerei. Liebe Laura, es ist genauso wie im Kochen. Ich habe heute mehr Ideen für Küchenkreationen als jung in vollen Säften. Ich glaube auch warum. Man sammelt mit den Jahren eine innere Bibliothek die ständig wächst. Immer mehr Kombinationen und Verbindungen sind möglich. Insofern kann ich mich über meinen Beruf heute mehr freuen als vor Jahren. Mit fortschreitendem Alter wird manches weniger, welch eine Gnade, denn dagegen wächst und entwickelt sich anderes. Wunderbar!
Mit der Malerei ist es dasselbe. Gerne schaue ich mir in Museen Bilder an und achte auf Früh und Spätwerke. Die Spätwerke sind fast immer besser, solange jedenfalls bis Körper und Geist schlappmachen.
Mit meiner Malerei bin ich kreuz und quer der schöpferischen Möglichkeiten umher mäandert. Von Acryl bin ich nun wieder zu meinen Old-Holland-Farben zurückgekehrt. Jetzt habe ich einen Wegpunkt erreicht, stehe nicht mehr mitten im Wald an einer Weggabelung, sondern weiß um die weitere Richtung.
Das Bild wird auch gescannt, und ich finde danach einige Fehler, die werden korrigiert und ausgedruckt, und ich finde wieder Fehler. Dann mit
dem Computer auf Schwarz-Weiß reduziert und ich sehe den Rhythmus des Pinsels besser. Insgesamt habe ich heute morgen bei Romain Rolland gelesen, dass es zum Glück nicht viel braucht. Essen, Trinken, ein Dach jemanden Liebes und noch irgend eine Leidenschaft dazu.

