Dagegen gedenke ich einem Schriftsteller namens Romain Rolland. Nie gehört? Das kann ich verstehen. Mein Opa, der alte Vinz hat ihn mal kennengelernt und uns Buben, meinem Bruder und mir, immer wieder eingebleut, dass dieser Mann viel zur Französisch-Deutschen Freundschaft nach den Hitlerverbrechen beigetragen hat.
Ein großartiger Schriftsteller und enger Freund Stefan Zweigs. Allein der Briefwechsel der Beiden hat in Buchform 1600 Seiten.Trotz des Nobelpreises ist Roman Rolland heute nahezu vergessen. In meinem kommenden Burgunderbuch wird er speziell gewürdigt. (Erscheinungstermin 2027)
Er wurde wie ich am 29. Januar in Clamecy 1866 geboren. Clamecy ist mir in guter Erinnerung. Bei meinen Recherchen zum Burgunderbuch war ich in dieser Stadt. Mittagessen nahm ich in einem Restaurant namens “Grenouille”, also “Frosch”. In der Tat es gab nur Froschenkel auf der Karte und für Abweichler Steak Frites.
International bekannt wurde Rolland nicht durch Froschschenkelessen, denn er war auch Tierschützer, sondern mit seinem zehnbändigen Romanzyklus Jean-Christophe (1904–1912), der das Leben eines deutschen Komponisten schildert und für Verständigung zwischen den Nationen wirbt. Er hatte über die Opern von Jean Baptist Lully und Scarlatti promoviert, liebte Richard Wagner und sprach perfekt Deutsch. Für seinen “Jean Christophe” bekam er 1915 den Literaturnobelpreis. Er nutzte seinen Ruf für Freundschaften, beispielsweise zu Mahatma Gandi, dessen gewaltfreie Ideale er unterstützte.
Romain Rolland starb am 30. Dezember 1944 im Burgundischen Vézelay. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter eines engagierten, humanistischen Schriftstellertums des 20. Jahrhunderts. Ein Mann, der heute dringend fehlt.

