Vincents Tagebuch

Lièvre Royal,

von | 11. November 2021 | Allgemein


Ludwig XIV erlag dem Wahn seines Arztes, der behauptete alle Krankheiten käme von den Zähnen. Also wurden dem Herrscher der „Gartenzaun“ komplett rausgerissen und ein Teil des Kiefers ging auch zu Bruch. Logischerweise kamen nur noch butterweiche Gerichte auf den Tisch.
Die Rezeptur von damals dokumentierte 1898 der Journalist einer Jägerzeitung und Politiker Aristide Couteaux, in seinem Tagebuch. Die Garzeit beträgt vier bis sechs Stunden. Hasenblut wird verwendet, die Innereien, Herz und Leber zu einem Brät vermengt. Als Gewürze kommt alles rein, was bei Wild üblich ist. Vielleicht noch eine kleine Dosis Piment mehr. Schwerer Rotwein und, wie gesagt, das Blut für die Sauce ist von Nöten.
Die beiden großen Köche und meine Vorbilder, Paul Bocuse und Joël Robuchon retteten das Festtagsgericht in unser Jahrhundert hinüber.
Und jetzt sind wir, wie letztes Jahr auch wieder voll dabei. 40 Hasen bringt uns der Jäger Egon immer zur Saison.
Sie kommen aus dem Dachauer Moos,
Im Schwabenland ist leider mit Hase nix los.