Selbstbildnis “Esel”

Selbstbildnis “Esel”

 

Glaube ja niemand, mein Werdegang sei nicht eine einzige Eselei gewesen. Bin trotzdem zufrieden. Auch ist der Esel mein Lieblingstier, weil er unfolgsam ist, aus gutem Grund.

Der Holzschnitt ist käuflich zu erwerben.
https://vincent-klink.de/2021/12/selbstbildnis-der-esel/

Und diesen Text gibt es auf Bütten gedruckt als Supplement.

DER ESELSBRATEN

Eine Weile her. Nördlich von Verona fuhr ich mit Frau Elisabeth das Valpolicella hoch. In irgendeinem Dorf gab es ein gutes Restaurant, aber auch eine Kirche. Die Kirchtüre stand offen. Wir traten ein, der Duft des Weihrauchs drang in uns und tauchte Elisabeth und mich in besinnliche Stimmung. Wir zündeten eine Kerze für unsere Tochter an. Der Abend dämmerte noch nicht, fürs Essen schien die Zeit noch nicht gekommen.

Ein Spaziergang vertrieb uns die Zeit und zeigte uns den schönen Ernst des Dorfes. Im Kreise gehend erreichten wir wieder die Kirche und wollten an unserer Kerze noch ein Stoßgebet loswerden. „Herr lass das Töchterchen in der Schule nicht durchfallen“. Doch die Kerze war schon verschwunden. Die Mesnerin hatte sie offensichtlich vor weiterer Dezimierung gerettet, um sie für eine nächste Verwendung aufzubereiten.

Dann öffnete endlich das Restaurant. Was die Speisekarte bot weiß ich nicht mehr. Nur noch eines, ich bestellte Eselsbraten. Frau Elisabeth wand sich mit Grausen ab. „So liebe Tiere isst man nicht.“ Ich entgegnete, dass ein Koch alles wenigstens einmal probiert haben muss. Das mache ich heute noch so und nenne es Wissenserweiterung. Der Braten mit Valpolicellasauce war der beste Braten meines Lebens.