sie kommt eindeutig nicht aus der herrschaftlichen Feudalküche sondern aus der Armenküche. Die Aufgabe der Wielandshöhe ist es das Erbe zu bewahren und auch zu verbessern. In den meisten Gasthäusern ist die Maultasche zur Metzgermaultasche verkommen. Außen dicker Teig, manchmal wie Pappe, und innen stabiles Wurstbrät. Mit festem Brät kann man den Teig um die Füllung wickeln wie ein gefüllter, gerollter Pfannkuchen. Das geht schnell ist aber eigentlich keine Maultasche mehr. Trotzdem, nichts dagegen, wenn wenigstens die Grundprodukte hochwertig sind. Das ist oft nicht der Fall und und ungeachtet dedssenh wird landauf, landab die Maultasche wie ein schwäbisches Heiligtum bejubelt. Letztlich ist das großteils verlogen und eine Selbstsuggestion.
Die Maultasche kommt aus der Cucina Povera, das hört sich allemal besser an, als Armenküche. Es ist aber so, und ein Großteil menschlichen Fortschritts kommt nicht aus dem Wohlstand sondern aus der Not. Die Devise ist aus wenig, viel zu machen. Insofern ist heutzutage die Armenküche, oder freundlicher gesagt, die einfache Küche eigentlich die teuerste. Eine argentinisen Fleischbrocken in die Pfanne zu werfen, dann auf den Teller und Friteusenzwiebel drauf und Päcklessoße dran, fertig ist der Rostbraten. Andersherum, handwerklich gut gemacht ist nicht nur dieses Gericht sehr lohnintensiv, die Maultasche ist es ganz besonders. Kurzum, ist sie korrekt hergestellt gehört sie wegen der Lohnkosten zu den Luxusprodukten. In schwäbischen Haushalten weiß man um die Maloche, wieviel Arbeit drinsteckt. Hausfrauen mit Herz und auch Hobbyköche halten die Fahne hoch, weil sie sich keinen Lohn zahlen müssen und weil sie mit dem Herzen dabei sind.
- Maultaschen sind nicht dabei!
- Alle Gerichte kann man mit Herzen, zur Köstlichkeit machen.
- Eines stimmt auch: Hunger ist der beste Koch!




