Absolut kann ich mich nicht erinnern, jemals irgendetwas oder irgendjemanden gehasst zu haben. Hass auf mich oder andere ist mir völlig unbekannt. Ganz klar, eine Wut kann ich schon kriegen, aber länger wie 15 Minuten hält so ein Zustand nicht an. Vielleicht ist das die Ursache dass beim letzten Arzt-Check letzter Woche nichts gefunden wurde, außer ein leichten Beginn des Alterszucker. Pumperlg’sund bin ich. Ich bin der festen Überzeugung, dass hassen der eigenen Gesundheit mehr schadet als dem Objekt des Hasses. Langzeitwut richten in unserem Innenleben beträchtliche Schäden an. Nun bin ich in keiner Weise ein Lebensphilosoph. Es könnte aber auch sein, dass mich meine Mitmenschen, außer meinen Gästen, so wenig interessieren, insofern bin ich vielleicht deshalb des Hassens unfähig.
Wenn ich mal kurz in Wut gerate esse ich eine Suppe. An den freien Tagen muss ich mir die selber kochen. Privat zu kochen habe ich ich wenig Lust mich anzustrengen. Es muss schnell gehen. Gestern eine Lauch-Kartoffelsuppe gekocht. Der größte Stress waren zwei kleine Kartoffeln die geschält werden mussten. Fünfzehn Minuten später war die Suppe fertig. Ganz frisch, duftig und grandios elegant.
Also, ein Esslöffel Butter ins Töpfchen, dünne Kartoffelscheiben dazu. Vollgas . Wollen die Kartoffeln am Topfboden ansetzen, kommt ein halber Liter Wasser dazu. Milch wäre besser gewesen, hatte ich aber keine. Sobald alles kocht kommt eine dünn geschnittene Lauchstange dazu. Etwas Salz und ordentlich Muskatnuss und ein bisschen Bio-Instantpulver dran. Runter vom Herd und mit dem Mixstab glatt pürieren. Guten Appetit!


