Das Leben der Patricia Highsmith beinhart, heldisch gelebt und erfolgreich.
Das Verhältnis zur Mutter, die das Kind hatte abtreiben wollen – lebenslange Troubles. Die gebürtige Texanerin am 19. Januar 1921 in Fort Worth nahe Dallas geboren. Nach einer Europareise 1949 und einem unsteten Leben verließ sie Anfang der sechziger Jahre die USA.
Sie siedelte in England, Italien, Frankreich und schließlich in der der Schweiz. Dort starb sie am 4. Februar 1995. Patricia Highsmith, Verfasserin der Romane wie “Zwei Fremde im Zug”. “Tiefe Wasser”, “Der Schrei der Eule”, “Ediths Tagebuch” und die Ripley-Romane. Sie brachten ihr in Europa viel Ruhm, aber nicht in ihrer Heimat America. Dort blieb sie unbeachtet, was gewisse Misanthropie hervorrief.
Bereits im und nach dem Krieg bekannte sie sich zu ihrer Homosexualität. Trotz aller Anerkennung und auch wirtschaftlichem Erfolg, blieb sie am Rande der Gesellschaft. Gewisse Schrullen, beissend schwarzer Humor ließen ein harmonisches Nebeneinander zu umgebenden Spießbürgern kaum zu. Ihre Liebe zu Schnecken empfinde ich rührend, wenngleich deswegen allgemeines Unverständnis ihr entgegenschlug. Egal, In Ihrer Handtasche beförderte sie des öfteren ein Salatkopf und jede Menge Weinbergschnecken. Bei einer Cocktailparty in London trug sie eine große Handtasche mit sich herum, in der sich „ungefähr hundert Schnecken und ein riesiger Salatkopf“ befanden.
Ich habe ihre Biografie gelesen und liebe die Schriftstellerin wegen ihrer Boshaftigkeit gegenüber allem Bürgerlichen. Doch keine Lichtgestalt ohne dunklen Schatten. Es fand sich wohl niemand, der ihr den Antisemitismus austreiben konnte, dieser war nicht plakativ, laut oder vehement, aber doch latent vorhanden.

