Briefe an Laura

Mein Lieblingsrusse…

21. März 2026 | Briefe an Laura

Im momentanen Orkan der Unvernunft herumgewirbelt hielt mich unvermittelt ein Russe am Hemdzipfel und brachte mich zum nachdenken.

Die Rede ist von Leo Tolstoi.
“Da jeder Mensch sein eigenes Glück ersehne, welches lautet: ich muss die anderen mehr lieben als mich selbst. Denn: da jeder Mensch sein eigenes Glück ersehne und danach trachte, dass alle ihn mehr liebten als sich selbst, könne die Welt nur dann glücklich sein, wenn die Geschöpfe nicht sich selbst, sondern die anderen liebten.
Diese Worte sind von Leo Tolstoi, dem absoluten Friedensrussen, und so bleibt zu hoffen, dass Wladimir Putin meine Homepage liest.

Liebe Laura, er, nicht Putin sondern Tolstoi, erblickte am 9. September 1828 auf Gut Jasnaja Poljana, drei Stunden südlich von Moskau das Licht der zaristischen Welt. Er wurde in eine adelige Familie hineingeboren, verlor aber früh seine Eltern. Die jungen Jahren erlebte er in einer Art Schleuderkurs des leichtsinnigen Lebens.

Als Soldat nahm er 1853 am Krimkrieg teil. Der Krimkrieg entstand vor allem durch Spannungen zwischen dem Russisches Kaiserreich und dem Osmanisches Reich. Es ging  um Einfluss im Balkan und im Nahen Osten, es addierten sich religiöse Konflikte und um den Schutz christlicher Heiligtümer im Heiligen Land. Es war auch bis heute immer das Streben einen Zugang zum Mittelmeer und damit auch zum Atlantik zu schaffen. Auf der einen Seite stand Russland und auf der anderen seite blockierte ds Osmanische Reich, Frankreich und England. Nach den Kriegserlebsnissen strebte Tolstoi zu moralisch-philosophischer Weltanschauung, zu Pazifismus und letzlich zu christlicher Ethik. Seine Ideen machten auch auf Mahatma Gandhi ziemlichen Eindruck. Er war gegen institutionalisierte Religion gegen Russisch-Orthodoxe Kirche als auch das Judentum.

In den 1860er-Jahren entstanden seine berühmtesten Werke, darunter „Krieg und Frieden“ und später „Anna Karenina“, die ihn zu einem der bedeutendsten Schriftsteller der Weltliteratur machten. Tolstoi starb am 20. November 1910 auf einer Bahnhofsstation in Astapowo, nachdem er sein Zuhause im hohen Alter verlassen hatte.

Leo Nicolajewitsch Tolstoi. An ihm kann man sich ein Beispiel nehmen. Er verkörpert für mich die russische Seele. Aber wo es Licht gibt, da gibt es auch Schatten, heutzutage tiefste Finsternis.