sind Schweizer, Konrad Ferdinand Mayer mit seinem phänomenalen “Der Römische Brunnen” und dann noch Gottfried Keller. Liebe Laura, mein Held (ich habe allerdings einige), Gottfried Keller wurde 1819 in Zürich geboren und 1890 am gleichen Ort beerdigt. Er widmete sich zuerst der Kunst und war ein sehr guter Maler im Stile seiner Zeit, der Romantik. Sein malerisches Dasein war trotz sehr guter Qualität frustierend und er schrieb sich seinen Kummer von der Seele. Sobegann seine Schreiberei:
“Allerlei erlebte Noth und die Sorge, welche ich der Mutter bereitete, ohne daß ein gutes Ziel in Aussicht stand, beschäftigten meine Gedanken und mein Gewissen, bis sich die Grübelei in den Vorsatz verwandelte, einen traurigen kleinen Roman zu schreiben über den tragischen Abbruch einer jungen Künstlerlaufbahn, an welcher Mutter und Sohn zu Grunde gingen.” Ende des Zitats. Der Inhalt dieses bedeutetenden Bildungsromans leuchtet Selbstfindung und Identität aus. Das Buch atmet biographisch und unterschwellig persönliche Entwicklung Scheitern, Bügerlichkeit, Verantwortung zur Familie und innerhalb des Gemenges die Spannungen eines werdenden Künstlers.
Der Lyriker engagierte sich politisch für die aufkeimenden Freiheitsgedanken, schrieb auch Theaterstücke und bedeutende Romane wie “Der Grüne Heinrich”, der in der Urfassung mit nahezu tausend Seiten ausbreitet.
Hier nun ein Gedicht zum Frühling
Nun in dieser Frühlingszeit
Ist mein Herz ein klarer See,
Drin versank das schwere Leid,
Draus verdampft das leichte Weh.
Spiegelnd mein Gemüthe ruht,
Von der Sonne überhaucht,
Und mit Lieb’ umgießt die Flut,
Was sich in dieselbe taucht.
Aber aus dem Grunde sprüht
Überdies ein Quell hervor,
Welcher heiß, lebendig glüht
Durch die stille Flut empor.
Und im Quelle badest Du,
Eine Nix im goldnen Haar!
Oben denckt den Zauber zu
Das Gewässer, glatt und klar.

