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Sonntag und Montag Ruhetag

Küchenzeiten:
12.00 - 13.30 Uhr
18.00 - 20.30 Uhr

Signatur Vincent Klink Vincent Klink
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

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Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

September 2018

19. September 2018

Dass das mit den Steinpilzen dieses Jahr noch etwas wird,

das hätte ich nie und nimmer gedacht.
Mit dem sogenannten Herrenpilz, seit neuestem auch Damenpilz genannt, sollte man nicht allzuviele Verrenkungen veranstalten. Frisch geehrten, wurmfrei und fest in der Substanz, hat er von Natur aus schon alles mitbekommen was den Gourmet beglückt. Allenfalls noch ein wenig Knoblauch, dann Salz und Pfeffer, in Butter gebraten, mit wenig Brühe abgelöscht und fertig. 
In der Mitte wird eine frischgekochte Kartoffel mit brauner Butter zerdrückt und etwas Petersilie zum Funkeln gebracht. 
Übrigens Petersil und Pilze, das passt immer.

18. September 2018

Knoblauch - Allium Sativum, Wind-, Alters- oder Magenwurzcl, Stinkzwiebel: 

Es soll von einer problematischen Zuneigung berichtet werden. Von einem Würzgemüse, das den einsamen Genießer noch einsamer macht oder ihm nahestehende Menschen, die seine duftende Weltanschauung nicht teilen, den Kontakt übers Haustelephon suchen lässt. An einer großen Tafel hat Knoblauch etwas Verbindendes: man transpiriert - da Knoblauch in die Blutbahn gelangt -, aus Hals und Rippen gemeinsam, sozusagen orchestral innerhalb einer durchaus elitären, feinschmeckerischen Ghettosituation. Dies war nicht immer so, denn die oberen Bevölkerungsschichten, bis zurück in die Antike, assoziierten den Duft des Knoblauchs mit Armut und Landbevölkerung. 

Dennoch findet das Liliengewächs in der Literatur seit sechstausend Jahren anerkennende Erwähnung und wurde selbst mit germanischen Runen beschrieben. Dies, obwohl Knoblauch aus Asien stammt und über die mediterranen Länder und den Balkan erst spät zu uns gelangte.
Heute befindet sich das größte zusammenhängende Anbaugebiet nicht weit von San Francisco in den USA: Dort in Gilroy werden jährlich achtundsechzigtausend Tonnen produziert (der Countrysänger Will Rogers versichert, dass in dieser Gegend zur Erntezeit ein Steak vortrefflich an der Wäscheleine mariniert werden kann).

In Europa befinden sich wichtige Anbaugebiete in Ungarn, in der Tschechoslowakei, in Frankreich und Italien. In der Nähe der Stadt Nürnberg liegt das einzige deutsche Anbaugebiet, das »Knoblauchland«. Guter Knoblauch ist fest, die Zehen sollten leicht rosa getönt sein. Knollen mit kleinen Zehen sind scharf, die größeren schmecken leicht süß. Um sie zu schälen, schneidet man die oberen und unteren Enden ab und löst ringsum die Haut; so lassen sie sich als Ganzes verwenden und entwickeln nur zarte Wirkung. Noch milder (sozusagen knofeliges Standgas) wäre es, die Zehe ungeschält mitzukochen und auf diese Weise trotzdem handfestes mediterranes Brauchtum zu suggerieren.

Die Kunst des Kochens — sie hat ja ursprünglich einiges mit Apothekerei und Medizin gemein - liegt in der Dosierung. Der richtige Umgang mit Knoblauch ist also nur eine Frage des Quantums. Jeder Zerkleinerungsmethode wird eine verschiedenartige geruchliche Umweltbelästigung zugeordnet. Allerlei Spekulation! Letztendlich reagiert jeder Körper anders darauf, der eine mehr, der andere weniger. Und auch dies wiederum ist nicht bewiesen, da nasal abgestumpfte Mitmenschen eine exakte Statistik nicht zulassen. Schneiden Sie den Knoblauch also, hacken Sie ihn oder drücken Sie ihn durch die allseits bekannte Presse. Für Minimalisten noch der Hinweis, mit der geschälten Zehe einfach nur die Schüssel oder den Topf auszureiben. Für den Genuss gibt es kein Reglement, doch möge man beachten, dass das zu bekochende Objekt, sei es eine Lammkeule, ein Huhn oder irgend ein Fisch, auch bei geschlossenen Augen noch geschmackssensorisch identifiziert werden kann.

Beim Rezepten, wie beispielsweise Kaninchen, das den Feinschmecker nur mit geringem Eigengeschmack aufwartet, steht einem Knoblauchbombardement nichts im Wege. Aber Vorsicht, das Aufmunitionieren mit Knoblauch geschehe nach eigenem Gutdünken, denn jeder verfügt über eine individuelle Peristaltik und innere Kabalen.
Knoblauch ist freilich nicht nur eine Genuss-, sondern auch eine Heilpflanze mit erstaunlichen pharmazeutischen Eigenschaften. Er enthält zu Wasser, 15% Kohlenhydrate, Zellulose, wenig Fett und Proteine, Spurenelemente (Eisen, Jod, Kobalt, Zink, Molybdän), an Vitaminen vor allem Vitamin B und C. Wichtigste Stoffe sind das Alliin, ein geruchloses Öl, und das Enzym Alliinase. Die unverarbeitete Zwiebel zeigt erst beim Zerreiben oder Schneiden die wohlbekannte Wirkung, dann nämlich, wenn das Alliinase-Enzym mit Alliin die chemische Verbindung Allicin eingeht. Letzterem verdankt der Knoblauch seine antibiotische Wirkung (die mit der Entdeckung des Penicillins allerdings etwas in Vergessenheit geriet), aber auch seine thrombosen- und krebshemmende Wirkung geht vom Allicin aus. 

Was hier referiert wird, ist wohlgemerkt nicht irgendwelcher Aberglaube, sondern das Resultat von Forschungen über Phytonzide (die antibiotisch wirkenden Substanzen in höheren Pflanzen); ein Experte auf diesem Gebiet ist Prof. B. P. Tokin vom Institut für Mikrobiologie und Virologie der Universität Kiew. In dehydratisiertem Knoblauchpulver, in Knoblauchpillen, -ölen, -extrakten und ähnlichen Präparaten konnten allerdings kaum noch wertvollen Inhaltsstoffe festgestellt werden. Wirksam ist wirklich nur der dem Odem des Genießers lange nachhängende unveränderte frische Knoblauch.


12. September 2018

Die Briefmarke, "Deutsche Brotkultur"
ist jetzt frisch bei der Post zu haben. Es ist bewunderungswürdig, mit welcher Chuzpe sich das Bäckerhandwerk selbst lobt. Meist geht der Jubel um Vielfalt, die es wirklich gibt. Die Bäckereien bieten die unterschiedlichsten Sorten an, es geht in die Hunderte. Mir wäre schon Recht wenn ich ein einzige gutes dunkles und ein gutes helles Brot zwischen die Zähne bekäme. 

Wir backen unsrer Brot seit zwei Jahren selbst. Diese nicht nur aus reiner Freude, sondern weil wir fast kein Brot kennen das wirklich gut ist. Da wäre die Bäckerei Erbel im Internet, die Hofpfisterei ist gut und beweist, dass auch eine Großbäckerei Qualität herstellen kann wenn sie bezahlt wird. In Uhlbach gibt es gutes Brot, dann gibt es den Königsbäck und sicherlich noch einige Bäckereien, die ich nicht kenne. Was unsere Gegend anbetrifft, so wäre damit aber schon Ende. In anderen Landstrichen ist die Ausbeute wahrscheinlich auch nicht höher, deshalb aber die deutsche Brotkultur feiern, das grenzt schon an Größenwahn.
Letztlich zählt in unserem Land nicht mehr das Handwerk, sondern die Suggestion, das Marketing, es geht um die Versklavung des Hirns, und dass nur noch das schmeckt, was durch exzessive Werbung in die Hirnkästen der Deutschen gedrückt wird. Begleitet werden diese Illusionen von den Begriffen, Freiheit und Individualität, die aber gegenteiliges verschleiern wollen. 

8. September 2018

Im Handwerk gibt es gewisse Merkmale, bei denen das Können durchfunkelt.

Das kann man von dem Berufskoch, der dieses Schnittlauch-Sardellenbrot zusammengemurkst hat nicht  behaupten. Es kann sein, dass alles ganz gut schmeckt, aber hinter solch einem Schnittlauchgestrüpp verbirgt sich sehr wahrscheinlich ein Schmutzkoch, sehr wahrscheinlich mit Baseballkappe, Tätowierung und enormem Ego, das oft genau die Leute auszeichnet, die eigentlich in einem Mausloch verschwinden müssten.

In Japan übrigens, gibt es den Unterschied zwischen Kunst und Handwerk nicht. Dort wird jedoch eine handwerkliche Kunstfertigkeit mit strengen Zunftregeln gepflegt, dass es uns europäischen Handwerkern die Schamröte ins Gesicht treiben könnte. Die Ernsthaftigkeit mit sogenannter simplen Arbeit ist bewunderungswürdig. 

Man schaue sich mal auf YouTube an, wie ein japanischer Gärtner seinen Kies rechelt. Diese Hingabe macht den Kiesrechler zu einem Künstler und zu einem ehrenwerten Beruf, der des Juristen oder Investmentbankers ebenbürtig sein dürfte. Davon sind wir weit entfernt, weil bei uns auch Handwerk hoffnungslos unterbezahlt ist, und dadurch oft notgedrungen die Nichtskönner am Start sind. Vielleicht sollte Handarbeit auch günstiger besteuert werden, damit man sich auch mal einen handgemachten Hocker leisten könnte? Wie soll ein personalintensives Gewerbe sich gegen Roboter durchsetzen, die alles ohne Herz in Sekunden zusammendengeln. Die Ergebnisse mögen brillant sein, aber sie haben keine Seele. Den Unterschied erfuhr ich kürzlich, als ich einem riesigen Rangerover, sozusagen Luxus-Kriegsgerät, über den verchromten, dicken, fetten Kühler strich. Ich dachte, "Mannomann, wie solid!" Doch dann: Pfeifendeckel, alles Plastik, alles Trug und Schein.

6. September 2018

Der Beginn der Lehrzeit,
da mag es mancher oder manchem Mädchen so ergehen wie mir damals, als ich die Erste Klasse Volksschule enterte. Ehrlich gesagt, meine Damen und Herren: " 1. Klasse", das hatte ich mir viel komfortabler vorgestellt. 

4. September 2018

Wie es halt mit Jugendlichen so ist, sie können auch nerven. Trotzdem, zwei tolle, gescheite Kerle aus Afghanistan, und beim Chef und den Gästen überaus beliebt.
Der Anteil böser Menschen ist bei allen Ethnien weltweit ziemlich gleich, 
 und wird auch bei zunehmendem Wohlstand nicht weniger. Deutsche Gefängnisse sind randvoll mit Verbrechern. Es sind vornehmlich Deutsche. Logischerweise stellt sich die Frage, warum Flüchtlinge allesamt brav und lieb sein sollen. Ich bin mir absolut sicher, dass allenfalls ein bis zwei Prozent Flüchtlinge mit uns nicht harmonieren. Es sind eher weniger. 
Unzählige Ausländer arbeiten in Deutschland und ohne sie würde es zusammenbrechen. 

Zwei junge Afghanen arbeiten bei uns im Service und die Gäste sind allesamt angetan. Eigentlich gibt es mit solchen Aspiranten gar kein Problem, außer der deutschen Bürokratie. Es ist eine Schande, dass es immer noch kein greifbares Einwanderungsgesetz gibt. Immer noch müssen junge Flüchtlinge jahrelang warten bis sie arbeiten können und dabei Ihre Selbstachtung verlieren. Und dann kommt die Verachtung der deutschen Rassisten auch noch dazu  

Jugendliche, die zwei Jahre nicht arbeiten dürfen und rumhängen, sind ein gefährliches Potential, das auf Konto der Politik geht.  dies alles vor dem Hintergrund, dass nicht nur die Gastronomie, sondern das ganze Dienstleistungsgewebe, inklusive Handwerk händeringend nach Auszubildenden und Arbeitskräften sucht. 

Was die AFD angeht, so gibt es in dieser Schmuddelecke der Republik auch blauäugige Wut- und Protestwähler, die keine Nazis sind. Zu bedenken wäre, dass es solch leichtsinnige und wenig nachdenkliche Leute auch vor 85 Jahren gab. Damals fing auch manches scheinbar vernünftig an und endete schlimm: So wollen wir doch nicht wieder enden?