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Signatur Vincent Klink Vincent Klink

Das "Internet-Tagebuch" aus den Jahren vor 2017 ist nun als tatsächliches Buch erschienen:

VINCENT KLINK
"Angerichtet, herzhaft und scharf."

Aus meinem Tage- und Rezeptbuch.

Aus vielen Jahren sind die besten Gedanken, des Lebens und der Küche, in diesem Buch festgehalten.

Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen, erhältlich in jeder Buchhandlung.
ISBN 978-3-86351-471-6




Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



*

Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

*

Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

Oktober 2018

31. Oktober 2018

www.goodfoodgoodfarming.eu

Es wird aus Brüssel oder aus Berlin kommend, viel geredet und kaum etwas geschieht, 

um unseren Planeten vor uns zu schützen und  um das Überleben unserer Kinder zu sichern. 
Im Grunde treiben wir nicht auf eine Katastrophe hin, sondern wir sind mitten drin. Als reiches Land merken wir nicht viel davon und der Fernsehzuschauer beguckt sich das Elend in der Welt und ist letztlich angenehm erschüttert, dass es nicht ihn trifft, sondern andere. 
 
Nirgend ist die Fluktuation so groß wie in meinem Kochberuf, der oft nicht schön ist, aber trotzdem zu den schönsten Berufen zählt. Landauf landab wird von den Berufsvereinigungen und von der IHK bejammert die Arbeit sei so hart. Ich möchte entgegnen, dass ein Berufsalltag nie so hart sein wird wie eine Teilnahme am Iron-Man-Marathon, oder die Wanderungen durch die Sahara oder das Urlaubs-Hinaufschwimmen des Amazonas. Offensichtlich haben die Leute Freude daran, ihre Grenzen auszuloten, und warum funktioniert so etwas nicht im Beruf? Es mag daran liegen, dass der Beruf nur noch dem Gelderwerb und dient und sich nicht mehr auf Berufung fokussiert. 
Der Kochberuf ist meiner Meinung nach so prekär, weil er Großteils keinen Spaß macht . Der Kochberuf ist genauso entseelt wie beispielsweise der des Konditors, der heutzutage in erster Linie dem Chemie-Facharbeiter ähnelt. 
 
Wie soll Kochen Freude machen, wenn man nur geschmackloses Kunstdüngergemüse, Convenienceware, oder beispielsweise die Sauce aus der Tüte generiert und den Kartoffelsalat aus Plastikeimern serviert. Wie soll sich die Jugend mit solcher Trostlosigkeit fürs Handwerk begeistern. Auch sind viele Lehrstellen in der Großlandwirtschaft bald nichts anderes mehr als das Studium von GPS Daten und computergesteuerten Spritzterminen und Saatterminen.
  
Die Probleme werden von Jahr zu Jahr mehr und die Beschaffung von guten Lebensmitteln immer schwieriger. Fast jeder Koch schwadroniert über die besten Produkte, die er verwendet. viele wissen aber meistens gar nicht mehr, wo und unter welchen Umständen gute Lebensmittel entstehen. 
Man glaubt heute mehr der Verpackung als dem Inhalt, wobei bei vielen Tüten und Schächtelchen mit ellenlangen Zutatenlisten, die Verpackung oft gesünder ist als der Inhalt. 


Die Agrar-Politiker verdrängen das Problem und kommen gerne mit Nachkriegsargumenten, dass es erste Pflicht sei, die Bevölkerung zu sättigen. Ganz klar, der Verhungernde schaut nicht aufs Verfallsdatum und es gibt viele Länder, deren Not so groß ist, dass gar keine Kraft bleibt ökologisch verantwortlich zu wirtschaften. Deutschland ist jedoch kein armes Land, es ist Geld für alles da, aber nur in dem Maße wie es den Großkonzernen und deren Aktionären Dividende bringt. 

So kam es dazu, dass Regierungen, auch die deutsche, nicht mehr die Regeln der freien Marktwirtschaft, der Industrie, des Bankwesens und Handels. Nein, das Großkapital hat übernommen und bestimmt über die Politik. Man denke an Josef Ackermann von der Deutschen Bank, der in einem Jahr 40 Millionen verdient hat. Was gab es für einen Grund, dass die Kanzlerin diesen Mann, Großbetrüger will ich ihn nicht nennen, zu Geburtstag einlud. Oder die Firma VW baut globalen Mist und die Gewinne bleiben hoch, Verantwortung wird trotzdem nicht übernommen. Nach den Naturgesetzen des Darwinismus macht diese Firma nichts falsch, denn sie hat offensichtlich die Politik im Schwitzkasten.

Es sei geklagt, unsere Politiker sind Marionetten und der Verbraucher nähert sich dem Zustand des Abhängigen genauso wie die Politiker.
 
Besser könnten die Vorraussetzungen nicht sei, damit die breite Masse des zweibeinigen Stumpfsinns die Kassen füllt. Diese Bevölkerungsschicht, welche Deutschland teilt, nämlich in einen Fernsehpöpel, der sich über Werbung astreine Gehirnwäsche reinzieht, und auf der anderen Seite nachdenkliche Leute, die beispielsweise kein Werbefernsehen schauen. Bei den einen mehr, bei den anderen weniger, ist das Gefühl für Natur und die Kreaturen, die darin leben, weitgehend abhandengekommen. 
 
Im Klartext, um aufs Essen zu kommen: für gutes, natürliches Essen ist kaum mehr Wissen vorhanden, und wer von etwas nichts etwas weiß hat sich in kanalisierte Bedürfnissen einzurichten da er die Masse entscheiden lässt und sich treiben lässt.
 
Durch Marketing, betrügerische Verpackung und Werbung blühen artifizielle Derivate, Kopien, Fälschungen und der momentane Überbau unserer Zivilisation, die Simulation. Nichts gegen Fantasy und Grusel und Geisterwelten, welche von Netflix und Amazon in die Hirne gedrückt werden. Leider haben diese Szenerien längst auf Lebensmittel übergegriffen. Bullshit macht auch satt und wer satt ist verliert alle Zweifel und Nachdenklichkeit.
 
Lebensmittel schmecken heute oft doppelt so intensiv wie sie die Natur bereitstellt. In der Schweiz gibt es eine Firma für künstliche Aromen und sie erwirtschaftet sagen und schreibe 3 Milliarden Gewinn im Jahr. Ja, wo bleiben die Aromen? Letztlich in den misshandelten Bäuchen der Verbraucher. Und misshandelt Bäuche generieren kranke Gehirne. Wie wäre es sonst möglich, dass beispielsweise ein Gourmetkoch eine kleine Tomate aufspießt, die nach Kirsche schmeckt und dafür von einem Fake-Resistenten Gourmetplebejern  bejubelt wird.  Aha-Effekte für eine ganz doofe Minderheit von Wunderkerzengourmets sind Legion und finden sich als Like-oder Hate-Radau bei Tripadvisor wieder. 
 
Die Aromaindustrie hat mittlerweile ausgefeilte Techniken entwickelt, welche die Verwendung von künstlichen Aromen fast überflüssig machen. Sie hat Substanzen für zu erhitzende Lebensmittel erfunden, und für solche die gekühlt werden wie beispielsweise Speiseeis. Nach Angaben des Deutschen Verbands der Aromaindustrie gibt es nicht annähernd genügend Erdbeeren, um die Nachfrage nach Erdbeeraroma zu stillen. 

All das wurde von der Politik nicht verhindert, sondern auch alimentiert, und von strengen Gesetzen mit vielen Schlupflöchern geduldet.
Die Tierquälindustrie wird besonders gut kontrolliert heißt es, aber das stimmt nicht. 
Und selbst wenn all die Machenschaften gesetzesgetreu befolgt werden, ändert das nichts an den hundsgemeinen Methoden, an das Quälen, das durch lasche Gesetze nichts als Farce ist.  
 
Das Wort Verbrechen bedeutet für mich nicht nur, dass man das Gesetzt bricht, sondern dass man gegen Ethik und Gesundheit von Mensch und Tier, wissentlich verstößt, und sich deshalb  gegen die Menschlichkeit stellt.
 
Die beteiligten Funktionäre und Politiker kann man getrost, mal mehr mal weniger in die Ecke des Verbrechens stellen.
 
Viel Versäumnis und Wegschauen zugunsten zweifelhafter Ernährung, laste ich Argarpolitikern an. Sie handeln nicht zum Wohle der Gemeinschaft und brechen das Gesetz des Respekts vor der Kreatur und Natur. Deshalb nocheinmal, ich zähle die Leute, die sich von Legislaturperiode zu Legislaturperiode durchbescheissen, zu Straffälligen. 
  
In Europa haben EU Zombies ungefähr 55 Milliarden Euro an die Landwirtschaft zu verteilen. Keine Frage bei solchen Zahlen wird vielleicht auch der edelste Humanist in seiner Ethik wackelig. 
 Agrarsubventionen dienen hauptsächlich den Interessen der Ackerbau- und Viehzuchtindustrie. 
 
Beispiel:
Die Firma Südzucker erwirtschaftete 300 Millionen Gewinn und strich auch noch über eine Million Euro an Fördergeldern ein. Wir schauen immer mit schaudernder Genüßlichkeit auf Italiens Mafia, doch wir sind dermaßen von Deutscher- und Euromafia umgeben, dass wir vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sehen. Die Argarindustrie schöpft ab und beim kleinen Bauern tröpfelt es nur, da nicht über Leistung gefördert wird sondern die  Anzahl Hektare den Geldsegen regeln.
 
Mein Sonntagsessen kocht meine Frau, die wenig Gerichte beherrscht und deshalb einen Koch geheiratet hat. 
 
Aber sie bekocht mich am freien Tag. Tiefgekühlten Biospinat, Salzkartoffeln und zwei Demeter-Spiegeleier, das andere Gericht das sie beherrscht sind Spaghetti aus Gragnano, und die besten Dosentomaten die man auftreiben. Alles ganz einfach und wegen der guten Ware für mich eindeutig im Gourmetbereich und wesentlich schmackhafter als eine sonntagsmüde Seezunge beim Italiener. Dass bei unsren Privatessen Fleisch fehlt bemerken wir eigentlich nie, denn an beiden beispielhaften Gerichten fehlt einfach nichts. 
 
Möglich machen all die Missstände letztlich die Verbraucher, die nicht darüber nachdenken dass
Massenzucht an Tieren haufenweise Qual und Mord an Wesen bedeuten, die uns ziemlich wesensnah sind. 
 
Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen schreibt das Tierschutzgesetz im ersten Paragrafen. Damit wäre doch alles gesagt. Wenn man ein Tier essen will, muss man es vernünftigerweise töten, darf es aber nicht quälen.
 
Zum Tierschutz gehört auch die Tierzucht. Ein „Bruderhahn“ ist ein männliches Küken, das nicht wie üblich geschreddert wurde, sondern weiterleben darf, um dann in der Pfanne zu brutzeln. An diesem Bruderhahn-Programm hat sich unser Betrieb einmal beteiligt. Es stellte sich heraus, dass die Turbo-Legehennen züchterisch dermaßen verunstaltet sind, dass man eigentlich nur von Frankensteinhühnern reden kann. Die Viecher haben fast keine Brust, sondern einen riesigen Hintern, der möglichst viele Eier aushält. Wir wollten das als Personalessen installieren, aber uns hat es gewürgt, wir bekamen bei diesen verkrüppelten Elendstieren, keinen Bissen hinunter. Für mich, züchterisch ein Verbrechen.  
 
Keiner denkt auch an die Amputationen von Ringelschwänzen und Schnabelspitzen bei Hühnern.  Es werden Ställe gebaut damit 1000 Rinder in einem Stall passen. Ihre Hörner werden abgesägt damit sie sich nicht gegenseitig stupfen. 1000 Tiere in einer Quälfestung zusammengedrängt, da sind die Hörner natürlich sehr im Wege. Das Absägen der Hörner dürfte ungefähr so schmerzhaft sein, wie wenn man Menschen die Fingernägel rausreißt. Und das alles, damit Geiz-ist-Geil- Idioten billig ihren Rostbraten bekommen. Ganz nebenbei, ich bin kein Vegetarier. 
 
Um noch auf die zahlreichen Skandale sprechen zu kommen: Ich bin gegen Geldstrafen, denn die Erlöse der Quälgangster sind so fett, als würde man Falschparken mit 10 Cent ahnden.
Also rein ins Gefängnis mit den Tätern, oder vielleicht auch wochenlang in einen Kloakenstall gesperrt.
Sehr erfreulich ist, dass es immer mehr Bürger gibt, die sich gegen diese Machenschaften wehren, dass sich Gärtner und Bauern immer zahlreicher gegen Ackergift und Tierquälerei wenden, dass es für diese Helden der Arbeit immer mehr Unterstützung durch Organisationen und den einzelnen nachdenklichen Bürger gibt. Leider sind es immer noch zu wenige.
Mehr Information: http://www.abl-bw.de

Kriege sind Geldmaschinen auf Kosten der Humanität. 
 Massentierhaltung und Monokulturen bedeuten auch Krieg: nämlich gegen unseren Planeten, vulgo unser Leben. 
Ob alles besser wird kann ich kaum noch hoffen, 
aber in einem bin ich mir sicher, unsere Nachkommen werden uns verfluchen.

26. Oktober 2018

Eine Dame, die anständig isst und trinkt,
ist eine wirklich anständige Dame!

Wiener Volksweisheit.
Übrigens gab es im alten Wien schon ähnliche Blödsinnsgarnierungen, die bei modernen Gourmetköchen so beliebt sind, oder weil der Foodfotograf das mal angeordnet hat. Speisen, die man erst von gesammelten Wiesenkräuter-Schnipseln und sonstigem Bullshit befreien muss.
Im alten Wien nannte man diese Anrichteweise "Rumpsteak mit Hindernissen!" 

24. Oktober 2018

Was mein leider zu früh verstorbener Freund Volker Kriegel so schön zu Papier brachte. 
Mit dem Kochen ist es wie mit der Kunst. Man darf sich nicht beirren lassen. Wenn es niemand schmeckt, nur der Köchin oder dem Koch selbst, macht nix. Alle anderen haben einfach Leder auf der Zunge. 

Ich habe es oft genug in Restaurants erlebt, die Ehefrau bedient, der Männe kocht Mist. Die Gäste merken es und werden immer weniger. Die Ehefrau merkt es.  Da sie ihren Mann und Traumkoch so liebt, gibt sie die Proteste der Gäste nicht weiter. Gut, so! Liebe kommt an erster Stelle, auch wenn man sich dann, irgendwann vereint, eine neue Stelle suchen muss. Oder sollte man dem Koch vielleicht doch eins auf die Mütze geben. Meine Frau macht das mit uns Köchen fast täglich. Ehrlich! Echt! Es fruchtet.

23. Oktober 2018

Wie Wunder, 

es heißt doch, dass man in der Berufsküche nicht auf Holzbrettern arbeiten darf. Das stimmt nicht, aber trotzdem, die Sauberkeit der Bretter muss einer amtlichen hygienischen Überprüfung standhalten. Unsere tun das, und sind antiseptischer als die meisten Plastikbretter. 


Und was da darauf liegt: Unser Fischer hat uns einen riesigen Waller geliefert. Es gibt Leute, die mögen den Geschmack von Süßwasserfischen nicht. Aus gutem Grund, denn ganz entscheidend ist das Wasser in dem sie aufgewachsen sind, ist es frisch, klar und duftend, oder mauchelt es abgestanden? Die Altwasser des Rheins sind kalt, frisch, gut durchflutet und durchlüftet. Es ist wie beim Schwein, es schmeckt nach dem Stall aus dem es kommt. 


Auf alle Fälle: frischer Fisch riecht überhaupt nicht nach Fisch. Wenn man sich vor Aug und Nase hält, wie ein Fisch am Meer, direkt vom Kutter, sich auf dem Teller präsentiert, wer so etwas erlebt hat, der braucht lange bis ihm ein Fisch im Binnenland wieder schmeckt.


Es gibt allerdings in Deutschland eine Firma, welche direkt von kleinen Kuttern kauft und mit Expresslastern in die Restaurants bringt. Ein gewissenhafter Koch hat also schon Möglichkeiten. 


Momentan widmen wir uns aber ganz den Rheinfischen, zum Einen, weil wir uns einen tollen Fischer geangelt haben, zum Anderen, um zu zeigen und darzubieten, dass Süßwasserfische ein herrliches Naturgut mit unendlichen Möglichkeiten der Zubereitung sind. 


Unsere Karpfen kommen allerdings nicht aus dem Rhein, sondern aus der Gegend von Dinkelsbühl. Unzählige Gäste haben wir schon überlistet, diesen ungeliebten Fisch zu probieren, alle haben gestaunt und waren überrascht, wie wunderbar artgerecht gewachsener Karpfen schmecken kann. Solcherlei Fische, wie wir sie verarbeiten sind allerdings in hohem Maße undemokratisch. Ich wüßte nicht, wo man so etwas im Laden kaufen könnte.

19. Oktober 2018

Bienenstich mit Zwetschgenröster.
Bienenstich?
Ist so etwas ein ernst zu nehmender Auftrag für unsere Küche, wo es die Dinger doch in jeder Konditorei gibt? Die Antwort lautet, ja ganz eindeutig. 
Wir sehen es auch als unseren Auftrag an, gewisse altmodische Gerichte zu retten. Unser Bienenstich ist eine komplizierte Angelegenheit. die Mandelkrokantschicht wird extra gebacken. Zweitens kenne ich in Deutschland keine Bienenstichcreme, die aus besten natürlichen Zutaten gemacht wird. Sogar das dicke und berühmte Patisseriebuch von Alain Ducasse verwendet Cremepulver. Was das drin ist weiß der Teufel. Jedenfalls, nahezu keine Creme der internationalen Konditoreikunst, kommt ohne das verdammte Cremepulver aus, das Milchpulver, Trockenei und meist auch künstliche Aromastoffe enthält. Überhaupt ist der Beruf des Konditors in großen Teilen zum Chemiefacharbeiter abgerutscht. 
Wir sehen es als Auftrag, alte Traditionsleckereien, nicht zu verbessern, sondern einfach nur richtig und wahrhaftig zum Leben zu erwecken.

 Es wäre kein Problem das Rezept zu veröffentlichen, aber glauben Sie mir, es ist sehr kompliziert, ich krieg's mangels Geduld nicht hin, dafür aber unser Patissier Wanja Hess.
 
Wanja Hess, bei uns seit vielen Jahren dabei.
Dazu muss man geboren sein!

18. Oktober 2018

Letzte Woche gab es Super-Apfelstrudel, 
diese Woche variieren wir aber mit Rheinfisch. Morgens gefangen und mittags bei uns auf dem Herd. Es lebe hoch unser Rheinfischer!
Strudel finde ich eine geniale Idee. Man muss ihn nicht unbedingt backen, sondern er kann auch pochiert werden. 
Auf dem Foto nebenan: Strudel vom Rheinzander mit Safran-Beurre-Blanc.

13. Oktober 2018

#46pluskocht – voll lecker

55 Lieblingsrezepte und viele Geheimtipps, Anekdoten und Einblicke!

 

21 junge Hobbyköche mit Down-Syndrom tun sich mit Meisterköchen zusammen. Da kann gar nichts mehr schief gehen. Herausgekommen ist ein Buch das von Freude sprüht.

Mit von der Partie sind: Alfons Schuhbeck, Ali Güngörmüş, Bernd Siefert, Cornelia Poletto, Frank Buchholz, Frank Oehler, Franzi und Andi Schweiger, Léa Linster, Maria Groß, Meta Hiltebrand, Mike Süsser, Nils Egtermeyer, Ole Plogstedt, Roland Trettl, Simon Tress, Ted Reader, Torsten Michel und Vincent Klink.

In meinem ganzen Berufsleben habe ich keine solch unbeschwerte Freudigkeit erlebt, als mit Timo beim vereinten Kochen. 

Das Buch gibt es in jeder Buchhandlung

Erschienen im

Neufeld Verlag 

978-3-86256-093-6 (ISBN), 19,90 Euro


12. Oktober 2018

Da hat mal wieder Caroline Autenrieth erfolgreich zugeschlagen.
Schon wieder eines meiner Lieblingsessen!
Spinatknödel auf Herbstkräutersauce.

Für einen guten Koch ist das Kochen mit verschiedenem Fleisch, mit Geflügel oder Fischen natürlich eine "never ending story." Gerade dann, wenn alles am Knochen geliefert wird und nichts Vorgefertigtes in Topf und Pfanne kommt. 
Ein ebenso unendliches und sehr spannendes Gebiet ist die vegetarische Küche. Unser Ehrgeiz ist es, dass man bei einem vegetarischen Essen niemals auf den Gedanken kommt, dass etwas (Fleisch) fehlt. Deshalb nehme ich das Wort vegetarisch nur ungern in den Mund. Kurzum, der Spinatknödel in der Kräutersauce ist kein vegetarisches Gericht, sondern kurz und bündig eine saugute Speise!

10. Oktober 2018

Heute habe ich nur eine kurze Meldung:

Jeden Monat wird bei der Massentierhaltung Tierquälerei aufgedeckt. Mal drückt der Veterinär ein Auge zu, mal ist der Bauer einfach blöd, mal der reine Sadist oder gar Verbrecher. 
Verbrechen sind es allesamt. Schurken, die letztlich auch Mörder sind bekommen eine Geldstrafe, die sie locker verkraften denn die Ausbeutung der Tiere lohnt sich extrem. 
Ich plädiere für lange Gefängnisstrafen und Berufsverbot auf Lebenszeit. 

Eine Frage habe ich noch: Warum verhält sich der Deutsche Bauernverband gegen solche Erniedriger des bäuerlichen Berufsstandes so obszön still?

9. Oktober 2018

So sieht das bei uns aus, die Nudeln sind" à la minute" ausgerollt, dann allerdings schief draufgezittert. Bereitet man so etwas aus einem Hohenloher Prachtsgockel, ist die Optik dann vollends egal. Schmatz, Schmatz!
Meine Recherchen zu meinem Buch über das habsburgische, aber auch moderne Wien, 

sind ohne gewisse Gewichtszunahme kaum zu bewerkstelligen. Aber ich kann aufatmen, die guten Gasthäuser sind nahezu alle durchgevespert. Insgesamt, kann ich sagen, legen die Wiener wesentlich mehr Wert auf gutes Essen als wir Deutschen. Man kommt sich vor wie im Schlaraffenland. Man hört über Wien natürlich auch Negatives, von Rechtsruck ist die Rede, ich denke aber, das war dort schon immer so, nur wird heute viel darüber geredet. Letztlich war der Österreicher nie gefährlich, bis auf einen. 

Insgesamt hat Österreich den Ruf des laissez-faire, um nicht zu sagen der disziplinierten Schlamperei. Leute, ich kann Euch sagen, damit lebt es sich hervorragend, und ob wir's glauben wollen oder nicht, so ziemlich alles funktioniert besser als in Deutschland, die Bahn sowieso, aber das ist natürlich kein Kunststück, darin sind uns sehr wahrscheinlich sogar die Bulgaren überlegen. 

Jetzt aber zum Essen. Wiener Schnitzel ist bei mir ja ein Dauerlutscher, wirklich gut ist es selten. Es braucht dafür nämlich sehr feines Semmelmehl, damit die Kruste dünn bleibt. Das kann man beispielsweise im Restaurant Vestibül, das im Burgtheater untergebracht ist, erleben. Ein ganz wunderbarer Ort wäre die "Meierei" im Untergeschoss des berühmten Feinspitz-Restaurants "Steirer Eck", im Sacher war der Tafelspitz erstklassig. Wer sich gar nicht auskennt für den wäre das "Plachutta" eine absolut sichere Bank. Es gibt einige Filialen und man könnte fast von einem kleinen Konzern sprechen, aber dessen ungeachtet, besseres gekochtes Fleisch habe ich noch nie erlebt, ganz wunderbar übrigens, das Beinfleisch. Restaurantessen in Wien ist unglaublich preisgünstig. Wie die Wirte damit zurande kommen ist mir unerklärlich. Sind die Steuern günstiger oder liegt es daran, dass der Wiener gerne ausgeht. Mittags und Abends die Gasthäuser allesamt rappelvoll. Der Wirt muss also keine Leerzeiten finanzieren. Außerdem sind die Wohnungsmieten in Wien ungefähr nur halb so hoch wie in Deutschland, da bleibt viel Geld fürs Wirtshaus. Warum das so ist? Siebzig Prozent der Wohnungsimmobilien sind in städtischer Hand, der Wohnungsmarkt ist also ziemlich frei von Heuschrecken und Investoren. In Deutschland ist es auf schrecklichste Weise umgekkehrt

Wie auch immer, das spitzenmäßige Wiener Schnitzel ist mittlerweile auch in Wien eine Seltenheit, vor allem, wenn es im schwimmenden Fett, halb Öl halb Butterschmalz in der Pfanne geschüttelt werden soll. Oft kommt es aus der Fritteuse. Gute Backhendeln sind noch seltener. Dann bestellte ich mir im Restaurant Wolf im 4. Bezirk ein Paprikahendl, ich glaubte bisher, dass es sich dabei um Paniertes handele, das man mit Paprika bestreut. Weit gefehlt, es ist ein Stück Gockel in Paprikasauce. 
Übrigens, der Wirt ist der Chef und Widerspruch zwecklos. Vorlaute Piefkes lassen sich dort besser nicht blicken. Ich war dort natürlich der König, als ich zum Dessert noch einen halben Schweinsbraten bestellte. Er wurde mit seinem eigenen Saft serviert, also ohne German-Plumps-Sauce versteift.
Die Vorspeise begann mit Ragout von Hahnenkämmen, und nach dem Schweinsbraten-Highlight kamen noch Mohnnudeln, oder war es ein Kaiserschmarrn mit Zwtschgenröster? Da war ich aber schon im Delirium. : Mammamia, man kann sagen, der Wirt hat mich sattgekriegt. 
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