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Sonntag und Montag Ruhetag

Küchenzeiten:
12.00 - 13.30 Uhr
18.00 - 20.30 Uhr

Signatur Vincent Klink Vincent Klink
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

*

Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

November 2014

30. November 2014

Die Verbrechen an Lebensmitteln sind Legion.
Es gibt jede Menge Gesetze um die Qual von Tieren zu veringern, es gibt Lippenbekenntnisse, jede Menge Lügen aber auch viel guten Willen. Als Koch hat man sich mit all dem zu beschäftigen und für Verbesserungen einzutreten.

Nun lese ich in der Zeitung von einem Wettbewerb, der sich "Koch des Jahres" nennt. Sterneköche werben dafür, obwohl die Nahrungsmittelindustrie schwer und prominent auf den Trittbrett steht. Ich denke, dass Köche Vorbild sein sollten und sich nicht vor den Karren von beispielsweise Unilever spannen lassen sollten. Gewiss, aus diesem Konzern kommt Kalorienreduziertes das nicht tödlich ist, aber als Koch sollte man solche Nicht-Lebensmittel ablehnen: LÄTTA, Sanella, Knorr, Pfanni,  BiFi, Rama und Becel.

Wenn ich als Koch für so etwas werbe, liegt der Schluss nahe, dass ich das für gut empfinde, es in der Küche verwende und wenn nicht, es das Bestreben ist, solches Industriezeugs helfend unter die Leute zu bringen. Kann man seinem Beruf einen schlechteren Dienst erweisen?

HIer wollte ich nun die Jury vorstellen, ausnahmslos berühmte Köche. Meine Frau sagte aber: "Lass das", es geht dich nichts an, was die Kollegen machen. Also gut, ich bin folgsam, muss aber etwas hnterher schicken. Es geht mich wohl etwas an wie mein geliebter Beruf von der Nahrungschemie untergraben wird, nicht nur ein bisschen, sonder massiv. Und noch etwas, es gibt einen Hersteller von Lebensmittel-Aromen mit Sitz in der Schweiz. Jahresumsatz über 3 Milliarden Euro. Wohnin gerät deren Zeugs? Das ist leicht zu beantworten: "In die Mägen der Bevölkerung!" Bon Appetit!

26. November 2014

Für solche Texte freue ich mich jeden Morgen auf die „taz“.
In einschlägigen Medien finde ich unter jedem Schwachsinnstext des Verfassers.
Schreibt jemand kurz und gut, diesen servierten Text wird die geistreiche  Erzeugerin oder der Schreiber unterschlagen.


BITTE WEITER SO: HERZENSWÜSTE DEUTSCHLAND -SEHR, SEHR GERN!

Kilometerlange Vorstellungsfloskeln am Telefon, unterwürfig agierendes Dienstpersonal: Wer kennt ihn nicht, den verzweifelt servilen Sprachduktus von Menschen, die man auf potenzielle Kunden loslässt. „Kabel Deutschland, mein Name ist Evi-Samantha Ostenschlag-Wickel, ich wünsche ihnen einen sehr guten Morgen, was kann ich für Sie tun?"

Wer dann, erschlagen vom Wortunwetter, mit „Hat sich erledigt!" antwortet, hört garantiert ein grenzdebiles „Sehr gern!". Und wer anschließend nicht geistesgegenwärtig auflegt, wird in ein Serviceangebotbad getunkt, das sich übel gewaschen hat. Gute, alte Servicewüste Deutschland? Längst passe, auch wenn gestern wieder einer ihrer Beschreier, der „Wirtschaftsredner" Edgar K. Geffroy sie via Pressemitteilung wüst beklagte. In seinem jüngsten Opus „Herzenssache Kunde" fordert er blühende Servicelandschaften - Deutschland müsse von der „Herzenswüste" zur „Herzensoase" werden. Wie bitte? Was kann denn nach dem dummdreisten „Sehr gern!" noch kommen? Ein „Sehr, sehr gern!" Oder gleich ein „Sehr, sehr gern schlafe ich auch mit Ihnen!

21. November 2014

Vorher
Ich bin gerade an meinem Parisbuch, das bis zum Sommer erscheinen soll. Es wird alles andere als ein Touristen-Jubelbuch. Jede Stadt hat ihre Probleme, Paris sehr viele und sehr große. Decadénce gab es in Paris vor hundert Jahren auch schon, die Geschichte wiederholt sich.

Hotel Plaza Athénée: Alles jubelt, doch ich bin schlichtweg entsetzt. Das Hotel gehört dem Herrscher von Brunei. Letztlich sind solche Besitzer Neureiche. Was solche Leute mit einem Traditionsbetrieb anstellen, erkennen Sie auf den Fotos. Als ich das erste mal dort aß, sah es so wie nebenstehend aus. Das zweite mal war dann bereits etwas "shocking": Philippe Stark hatte die schönen Sessel und Stühle durch kloschüsselartige Poller ersetzt.

Und schauen Sie sich nun das unten stehende Foto an. Ich nenne das Abu-Dhabi-Style. Mag sein, dass mich manche für einen alten Knacker halten. In der Raumstation ISS finde ich solches Interieur, solche Möblierung durchaus für angemessen. Ein Palais von 1911 muss man aber nicht zwingend zur Weltraumstation ummodeln.
Na, soll sich jeder seine Gedanken machen. Die Küche im Plaza, von Alain Ducasse gemanagt, bietet jedoch absolute Spitze. Ducasse steht für Spitzenküche, die schmeckt auch mit verbundenen Augen comme il faut. Menü ca. 380 Euro
Nacher
Nun alles "spacy".

18. November 2014

Was mir heute morgen so durch den Kopf ging.
Stehe ich auf, so sind die ersten zwei Minuten für mich sehr wichtig, um in mich hineinzuhöre. Oft ist ein guter Gedanke dabei, den ich sofort notieren muss, da er sonst sofort unter Alltagsgedanken verschüttet wird.

Heute also: Ich glaube ein wirklich fehlerfeier Tag ist mir noch nie gelungen. Wichtig ist natürlich, dass die Fehler unterhalb des Radars meiner Mitmenschen bleiben. Das gelingt oft. Noch wichtiger ist aber, dass ich jeden Tag bessere Fehler mache, sonst gäbe es für mich keinen Fortschritt.


16. November 2014

STUPOR MUNDI
Die CD ist da!!!   

Das Weihnachtsgeschenk schlechthin! 
Wunderbare Musik – 64 Seiten Booklet – Rezepte – unglaublich schönes Papier und edler Einband ein Geschenk, das wirklich etwas her macht.  Mit aussergewöhnlichen Fotos von Rüdiger Schestag

Michel Godard - tuba, serpent, bass
Gavino Murgia - vocal, sax
Carlo Rizzo - vocal, tamburin
Vincent Klink - bass trumpet
Patrick Bebelaar - piano

making of Stupor Mundi
http://www.youtube.com/watch?v=QriQck4dlfQ 

12. November 2014

Ich erzählte meiner Frau Elisabeth während unseres heutigen Abendspaziergangs von dem ICE-Piloten bzw. Lokführer, der mit einem Jungköchegehalt und einer monströsen Verantwortung durch die Nacht stürmt und in der Internetzeitung "Kontext" einen wirklich sauguten und ergreifenden Bericht geschrieben hat.
Frau Elisabeth ist immer bestens informiert, lernt jeden morgen die Zeitungen auswendig, "Die Zeit", "FAZ", am Wochenende den Berliner Tagesspiegel und täglich beide Stuttgarter Zeitungen. In einer Art Aufschrei machte sie sich Luft. "In all meinen Zeitungen habe ich von der DB-Wirklichkeit und zum Streik nirgend einen Pieps mit solcher wahrhaftiger Information gelesen. "Sie meinte dann raunend: "Sag mal Vincent, sind die Stuttgarter Zeitungen eigentlich noch nicht entnazifiziert?“

Na, wer sagt's denn. Heute kam ein Lokführer in der "Stuttgarter Zeitung zu Wort (19.11.14). Hat meine Frau mal wieder zu früh geunkt.

Jedenfalls bin ich seit heute trotzdem Mitglied bei den Kontext-Leuten.
http://www.kontextwochenzeitung.de/extra/die-kontextwochenzeitung/werden-sie-kontextunterstuetzer.html

7. November 2014

GUIDE MICHELIN

Ein Riesenradau in den Medien, wer es noch nicht gemerkt hat, dem sei gesagt der neue Michelinführer 2015 ist gestern wieder einmal über die Welt hereingebrochen. Es ist wunderbar, dass dieses Buch und auch die Apps eine solche Resonanz haben. Schön wäre, wenn alle die jetzt darüber reden sich das Buch kauften und wenigstens einmal im Jahr ein Sternerestaurant aufsuchten.
 
Gestern kam eine Mitarbeiterin in mein Küchenkabuff, (die einquatratmetergroße Konzernzentrale gleich neben der Küche) und sagte: „Herr Klink, auch wenn Sie vom Michelinstern nicht so viel halten, aber ich freue mich sehr, dass wir es geschafft haben“. Die schöne Fee war dann gleich weg und hinterließ mich etwas nachdenklich. „Verdammt nochmal, ich habe doch nichts gegen den Michelinführer? Ich verdanke ihm sogar sehr viel! Wie kommt die Frau dazu, mir diese Missbilligung zu unterstellen. Ich kam ins Grübeln, sortierte meinen Kopf und meine Gedanken will ich hier nun ausbreiten.

Das wäre das Wörtchen "Sternekoch", das mich ganz verrückt macht. Ich will den Fußball als Vergleich heranziehen. Wer ist dort der Star, die Spieler oder der Trainer? Ich sehe mich in meiner Küche als "Vorturner" und "Trainer". Ohne meine Mitpieler = Köchinnen und Köche, geht gar nix. Ich halte ohne sie keine Stunde durch, die Mannschaft ohnen mich durchaus ene gewisse Zeit.

Richtig narret werde ich auch, wenn ich lese, dass ein neueröffneter Betrieb damit wirbt: „Unser Ziel ist der „Michelinstern“. Das hört sich an, als wenn ein Sportler brüllt „ich will bei der Olympiade ein Goldmedaille“! In vielen Fällen geht das schief und in den Momenten des Erfolgs, wenn man dieses Ziel womöglich mit letzter Kraft erreicht hat, ist natürlich die Euphorie gewaltig. Wäre dann womöglich das Lebensziel erreicht? Ich denke, das wäre ein kurzes Leben, denn was kommt nach der Erfolgs- Messlatte?

Wesentlich nachhaltiger wäre doch beseelte Sportlichkeit, oder bei einem Koch die Berufsethik, wenn man einfach leidenschaftlich gerne kocht, seine Gäste beglückt und sich eines Tages die Augen reibt, dass man eine Auszeichnung dafür erlangt hat. Könnte ein Harald Wohlfahrt so lange mit einem dritten Stern geehrt werden, wenn er dauernd an den Stern denken würde? Wohl kaum, denn, ich bin mir sicher, der Mann denkt dauernd ans Kochen.
Andersherum, wie will man, wie in meinem Fall, achtunddreißig Jahre lang erfolgreich kochen, nur um sozusagen unter Fremdbestimmung, in einem Buch ausgezeichnet zu werden?

Wäre das Lebensziel und der eitle Traum eines Kochs die Triebfeder des Hantierens wäre Doping der logische nächste Schritt. Er müsste sich dopen und dann auch noch seine Lebensmittel. Es gibt einige Köche, die einen Stern errungen haben und mit den Hilfsmitteln der Aromaindustrie ganz nach oben weitergetragen werden wollen.

Jeder soll machen wie er will, das Schöne in meinem Beruf ist ja die Vielfalt: Mein wichtigstes GPS ist, dass es mir selbst schmeckt. Sollte mein Tun auch  den Mitarbeitern des Guide Michelin schmecken, dann wäre das optimal. Nicht vergessen sollte man, dass ein Gourmettester in erster Linie auch Gast und nicht die Stoppuhr irgend eines Wettkampfs ist. Bei dem Wort Wettkampf frage ich mich warum viele Köche so mager sind? Würden sie ihr eigenes Restaurant selbst als Gast aufsuchen?

Großen Dank an die Institution Guide Michelin, die mir als Tester gelernte Köche an Pfannen und Teller schickt. Im Morast der gourmettestenden Internetblogger und eitler Psychopathen ist der Guide Michelin ein echter Fels in der Brandung.

Ganz klar, dieser Guide sieht sich als Guide und nicht als Oberlehrer, aber die Zeiten ändern sich. Wenn dieser famose Führer" ein bisschen helfen würde, da "Doping" von Essen etwas einzuschränken, dann wäre ich vor Freude vollends ganz aus dem Häuschen.

Und nun zum Schluss der eloquente Immanuel Kant (1780).
Das ganze Publikum zu Kennern machen zu wollen, ist das Schlimmste, was geschehen kann. Man macht sie dadurch zu Richtern und es ist eine Art Demokratie; aber gut ist es, sie zu Liebhabern zu machen. Urteilen kann jedermann; aber der richten soll, muss Meister sein. Immanuel Kant (1780)





1. November 2014

Jörg Zipprick
Die Erfinder des guten Geschmacks

Eichborn, ISBN 978-3-8479-0542-4
382 Seiten, 19,90

Eine Kulturgeschichte der Köche

Das Buch empfinde ich als eine Großtat, mein momentan wichtigstes Buch zu meinem Beruf. Seit Urzeiten wurde immer wieder die Kulturgeschichte des guten Essens zu Papier gebracht, ganze Bibliotheken wurden gefüllt. Wer aber hat diese Kultur hervorgebracht? Waren es die Tierzüchter die besonders feine Täubchen umsorgten, Gärtner deren wunderbarer Blumenkohl zum Chou-Fleur à la Dubarry wurde, woher kommen die herrlich schmeckende Rinderfilets mit Gänseleber, die beide eine Ehe eingingen und nach dem Traualtar sich Tourendos Rossini nannten. Nein, und abermalsmals nein, es waren Köche welche den wichtigsten Kulturbeitrag dieses unseren Erdenknödels lieferten. Fundiert und spannend wird von den ersten Köchen erzählt und wie sich alles in den Jahrhunderten entwikcelte. Angefangen hat alles bei dem einsamen Helden, der in der Steinzeit eine Wildschweinkeule verkohlte bis hin zu den großen Köchen unserer Zeit.

Schwer gestaunt und erschrocken habe ich mich über das Schlusskapitel. Mir war schon vieles bekannt, aber sträflicherweise nicht bewußt genug: "Die Allianz von Köchen und der Industrie". Als Resümee muss ich sagen, es entzieht sich meiner Vorstellungskraft wie gewissenlos blöd oft sogenannte Superköche sind. Die Spitzengastronomie, die von den Medien, der Gastrokritik am meisten gefeiert wird, ist gelinde gesagt ein massives Lügen-Soufflée in absoluter Prostitutionsabhängigkeit der Aromaindustrie und sonstiger Betrugswissenschaft.

Das Publikum für solche Machenschaften gibt es zuhauf, nennen wir es lapidar medienverdackelt.