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Sonntag und Montag Ruhetag

Küchenzeiten:
12.00 - 13.30 Uhr
18.00 - 20.30 Uhr

Signatur Vincent Klink Vincent Klink
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

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Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

Mai 2018

19. Mai 2018

Am vergangenen Sonntag weilte ich zu einer Lesung in Isny im Allgäu. Da war ich vorher nie, und im Nachhinein müsste ich mir, Grund dieses Versäumnisses, selbst eine reinhauen. Welch schöne, liebliche Landschaft, dermaßen unspektakulär, dass es schon wieder spektakulär ist. Unter den Allgäuern fühlte ich mich pudelwohl, was sich dann nach der Veranstaltung zu einem Elysium steigerte. Die Chefin des Kulturforums lud mich zu einem kulinarischen Großerlebnis ein. Mit ihr hätte es mir allerdings auch bei McDonald gefallen. So kam also alles zusammen was Freude macht und mir wurde wieder bewusst, dass mich nichts so in Hochstimmung kommen lässt als gute, sortenreine Gasthäuser, die allerdings so selten sind, wie schwimmende Bierkästen auf dem Bodensee. 

In Eglofs bei Argenbühl  wurde man fündig. Ehemals drei, mittlerweile noch zwei stattliche Gasthäuser mit breitem behäbigem Grundriss, schützen den Platz vor dem Rest der Welt. Mein kulinarisches Wohlbefinden holte ich mir im "Hofwirtschaft zum Löwen". Der Wirt pflegt noch eine Herde von 70 Pinzgauer Rindern. Dementsprechend könnte man die Küche von Josef und Astrid Ellgass auch ein Pantheon der Rindfleischküche nennen. Ich bestellte mir eine Rindsroulade. Zuvor wurden Zungenravioli gereicht und dann probierte ich noch einheimische Käsesorten und verschiedenen Allgäuer Biersorten. Als seelisches Fortissimo erhellten mich schlussendlich diverse Enzianschnäpse, was meinem Befinden äußerst zuträglich war. Nach all der Atzung musste ich nur nebenan ins integrierte, moderne Hotel, um nochmal auf den Dorfplatz zu gucken um danach dann selig schlafen. Das Hotel ist architektonisch ein wirklich modernes, stilsicheres Kleinod. 

Müsste ich nochmal bauen, egal was, ich würde auf alle Fälle mich zu diesem Architekten durchfragen. Wirklich, es gibt wenig Hotels an denen ich nichts zu meckern entdecke. Aber schauen Sie selbst. Eine kleine Warnung muss ich jedoch aussprechen, die Geschmäcker sind ja vielfältig und noch mehr die Verirrungen: Wer unter dem Syndrom „Horror vacui“ leidet, wer sich also einsam und beklemmt fühlt, wenn nicht alles vollgestellt und die Wände vernagelt sind, der ist natürlich in Ruhpolding besser aufgehoben. 

17. Mai 2018

Auberginen waren nie mein Lieblingsgericht, das hat sich gründlich geändert. Siehe auch Febr. 2014
Herr schmeiss Hirn ra! Ein wunderbarer Ausspruch des Historikers Gerhard Raff aus Degerloch.
Auf dem Foto nebenan: Kalbshirn in Bröseln und Olivenöl gebacken, Blattalat, Kartoffesalat und Zitronenvinaigrette. 
Die Krönung des Frühlings ist der Zickleinbraten. Hier ein Kotelette und dazu noch Ravioli mit Zickleinfleisch gefüllt. 

10. Mai 2018

VATERTAG

4. Mai 2018

Einige junge Leute fragte ich: „Sagt euch der Name Willy Reichert etwas"? 

Die Antworten gerieten ungefähr so zufriedenstellend, als hätte ich nach Haptschepsut der Dreiviertelvorzwölftenten gefragt. 


Wer es nicht weiß, Willy Reichert beglückte mit schwäbischer Humor die Anfangstage des Fernsehens. Er servierte jeder Menge gescheiten Witz und Hintergründiges. Trotzdem wird dieser Mann von mir schuldig gesprochen. Er hat mit anderen Komplizen das sogenannte Honoratiorenschwäbisch installiert, bzw. verbreitet.  Er nuschelte in fatal selbstgerechtem Singsang der gemütlichsten Art, die auch kreuzpietistisch ins Falsett hinüberschnappen konnte. Dieses Honoratiorenschwäbisch, die Frucht saturierter Gottesfürchtigkeit, dieses Stuttgarter Argot, damit konnte man wegen des ständigen Diminutivs, letztlich nichts Ernstes formulieren. Es klingt immer ein wenig nach Hintertupfingkabarett. 


Das hat uns im restlichen Deutschland den Ruf des Doofies eingebracht. Das ganze riesige Schwaben hatte bisher darunter zu leiden, vor allem die herben Älbler, wie ich von der Ostalb, oder die Oberschwaben, oder die ledernen holzgeraden Schwarzwälder. Das Trottelschwäbisch hat letztlich nur ein räumlich begrenztes Herrschaftsgebiet, eben rund um Stuttgart. 


Pferdle und Äffle, der Häberle&Pfleiderer, alte SWR Schlachtrösser, all diese Ikonen der schwäbischen Heimatsoße, ich mag sie sehr, aber andererseits bin ich froh, dass sich die Zeiten hier im Land angenehm modernisiert haben. Ich sage übrigens nie Ländle, wie der Schweizer zu seinem Geld auch niemals Fränkli sagt. Diesen Schweizer Diminutiv, haben die Schwaben den Schweizern verpasst. Und zum Schluss ein Lob auf das Hochdeutsch unseres Ministerpräsidenten Kretschmann. Ein echter Schwabe, der seine Höhenluft- Hohenzollersche Maulverrenkung nie ganz los werden wird. Dass er kein Stuttgarter ist und niemals wird, verbindet mich mit ihm. 

Bei allem Geunke aber, für mich ist Stuttgart die lebenswerteste Stadt die ich mir denken kann. 


PS: In meiner Jugend habe ich mich für mein Schwäbisch geschämt, inzwischen schäme ich mich, dass ich mich damals geschämt habe. "Proudly speaking Suebia!"

2. Mai 2018

Man erinnert sich, es war der 28. April und heute ist schon wieder der zweite Mai und ich habe meine Blumenwiese immer noch nocht ausgesät. 

Es ging um eine Zigarre: Die ominöse Zirarre habe ich geraucht. Liegt es am Alter? Wahrscheinlich nicht, sondern an der Qualität des badischen Tabaks. Nichts kratzte, kein Brennen auf der Zunge, kein Ätz im Rachen, kein Hüsteln, kein Flattermann, sondern nur ein verhaltenes Beleben meines maroden Luxuskörpers.

Die Zigarre hörte auf den Namen „Herr Lehmann“! Durch den verfixten Feiertag ist leider die Post einen Tag langsamer. Ich habe mir gleich ein Kistchen Feiertagszigarren bestellt, eine kostet ungefähr neun Euro. Dann aber, wahrscheinlich für mich ideal, habe ich ein kleiners fingerdickes Zigärrchen dazu bestellt. Ich denke, das ist ein sehr guter Frauenjoint, sehr elegant und ich werde womöglich meine Frau dafür gewinnen können. 
Die „Herr Lehmann“ Zigarre ist echte Denkmalpflege. Herr Lehmann ging nämlich 2014 in Rente und damit wäre die letzte Manufaktur-, von früher über zweihundert Betrieben in Baden,- geschlossen worden. Der letzte Tabakbauer hatte auch keinen Abnehmer mehr und wollte sich auf seiner Brache erschießen. 
Ein beherzter Unternehmer sprang ein, überredete den Bauern zum weiterpflanzen und übernahm die Manufaktur. Herr und Frau Lehmann gaben der neuen Truppe Unterricht im Handrollen und mit dem „Big Smoke“ konnte es weitergehen. Auf Youtube gibt es ein schönes Filmchen darüber.

Kurzum, ich hatte mit der einen Feierabend-Zigarre geradezu einen erholsamen Kurzurlaub, saß auf der Terrase und träumte vor mich hin. Der Blutdruck ging runter und alle Unruhe fiel von mir ab. Dies in eine Weise, wie mir das schon einigemale Indien-Ayuveda-Wallfahrer geschildert hatten. Dafür sind neun Euro für einen Superstumpen eine wirklich preiswerte Alternative.

1. Mai 2018

Liebe Leser dieser Homepage: Ein bisschen Egoismus darf schon sein. 

Bleiben Sie interessiert, beweglich, insistierend, unterhaltsam – den Musen verbunden, aufgeschlossen dem Leiblichen, dann werden Sie noch viel Vergnügen mit sich selbst haben.
Einen schönen Maigruß vom Vincent Klink