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Sonntag und Montag Ruhetag

Küchenzeiten:
12.00 - 13.30 Uhr
18.00 - 20.30 Uhr

Signatur Vincent Klink Vincent Klink
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

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Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

Mai 2014

26. Mai 2014

Nachdem nun McDonald's wegen einem gottverdammten Cent Materialkosten, beim Fleischeinkauf auf Tiere zurückgreift die mit genmanipuliertem Futter großgezogen wurden, sollte man sich mal zu Fastfood Gedanken machen. Warum muss Fastfood eigentlich billig und dann natürlich zwangsläufig schlecht sein?

Es geht auch anders. Heute Mittag; Montag 12.00 hatte ich es eilig und wie üblich um diese Zeit einen Bärenhunger. Meine Nase führte mich zu Martha's im Paterres des Königsbaus. Normalerweise misstrauisch war die Überraschung groß. Stuttgart hat nun einen Schnellimbiss, der sich an den Richtlinien von Slow-Food orientiert. Ich bestellte eine Currywurst mit Bauernbrot. Es war ein astreiner Genuss. Eigentlich war ich schon fast satt aber den Büffelburger musste ich mir noch reinziehen. 100 % Albbüffel und es war hundertprozent gut. Ansonsten gibt es vielerlei, angefangener bei verschiedenen Flammkuchen, Spezialwürste vom Schwäbisch Hällischen Schwein, dann Pastrami vom Rind, üppig fettmarmoriertes Fleisch, Vegetarisches gibt es und-und-und.  Ich zog dann glücklich ab, nahm noch eine im Hause produzierte Currysauce mit und dachte mir, schnell und gut passt selten zusammen aber heute hatte es geklappt.



Der Frau wäre ich auch erlegen, wenn die Currywurst ungenießbar wäre, aber wie die Frau so die Wurst, rekordverdächtig.
Die Chefin Pia Nowotny, eine richtige Rakete,  wirbelte durch das ansprechende Lokal, das auch einige Barhocker bereithält. Die Frau und auch der ganze Laden atmen Leidenschaft und Begeisterung für Qualität. Demensprechend setzt sich die Kundschaft zusammen. Ich beobachte die Gäste, ausnahmslos gescheite Leute, die bereit sind "einen Euro" mehr zu bezahlen. 

24. Mai 2014

Wir leben im Zeitalter der Worthülsen und der heißen Luft. Wer es noch nicht weiß, die Medien interessieren sich bereits nicht mehr für Molekularküche, darüber haben sie sich wundgeschrieben und was das alles zu bedeuten hatte, das verstand eh keine Sau. Der hoppla-kulinarische Wanderzirkus ist weitergezogen.

Die rundum, nicht von Kalorien sondern von Reizen  übersättigten Leute, Angebergourmets und hohle Zeitgeistler brauchen nun neue Gaumenkitzel und gesellschaftliche Vehikel zur Demonstration von Fallhöhe, oder ber: wenigstens neue Sprüche. Man geht also nicht mehr gut essen sondern macht einen auf „Fine-Dining“.  Wer aber die Avantgarde schon komplett abgeritten hat, dem kann nun anderweitige heiße Luft zugeführt werden.

Jawohl, wer es regional und herzhafter will und das sind fast alle, der wirft sich jetzt auf’s „Casual-Dining“. Zu Deutsch bedeutet das so etwas ähnliches wie nebenher, locker-leicht mit offenem Hemdkragen. Es braucht dazu kein Tischtuch und Silberbesteck ist auch überflüssig. Das Essen soll ungefähr so abgerissen-perforiert daherkommen wie eine abgerockte Designerjeans für dreihundert Euro.

Es gibt doch nichts schöneres als einfaches Essen, handwerklich gut gekocht. Eigentlich alles paletti! Doch Achtung: dieser Begriff „Casual-Dining“, wenn der irgendwo steht wird automatisch alles um zehn Euro teurer. Man glaubt es nicht wie rasant die Welt sich immer mehr zum Narrenhaus auswächst. Mir soll es recht sein. Ich suche mir meine Inseln und Nischen abseits von Lackaffen und Maulhelden und Gleichgesinnte gibt es wirklich genügend, um einem ernsthafter Koch das Überleben zu ermöglichen.

Total Casual Kitchen
Schnecken aus dem Schönbuch im Blätterteighaus.
In der Sauce kein Knoblauch sondern Thymian, Lorbeerblatt, Estragon, Kalbsglace. 20,00 Euro

Wie Blätterteig aus frischer Butter bereitet wirklich schmeckt, wie leicht und zerbrechlich er auf der Zunge zergeht, das wissen nur die wenigsten. Allerorten wird für die Herstellung von Blätterteig nämlich Ziehbutter verwendet. Das Wort ist ein totaler Fake, mit Butter hat das gar nichts zu tun. Ziehbutter, von einigermaßen ehrlichen Konditoren auch Ziehmargarine genannt, ist eine ganz üble Kunstfettschmiere und sehr schwer verdaulich. Letzteres hat diese absolute Köstlichkeit in Mißkredit gebracht.

17. Mai 2014

Mutter, ganz echte Nachkriegsmutti und mit krudem Pragmatismus geladen, sagte immer: „Bub werd’ Koch, dann haste immer zu Essen". Leute die gehungert haben wissen eigentlich erst richtig um die Bedeutung des Essens. 

Selbst in meinen Anfangsjahren in den Sechzigern war es wichtig, dass der Koch vor dem Service das Personalessen zu sich nahm. Der Patron, natürlich um das Wohl der Gäste und seines Ertrags besorgt, wollte vermeiden dass sich der Koch an den feinen Spezialitäten der Gäste. Naschen und probieren, das war nur in geringstem Maße wohlgelitten.

Eigentlich sollten Köchinnen und Köche immer erst nach dem Service essen. Ich will damit sagen, wer keinen Hunger hat kocht oft nicht aufmerksam genug. So konnte es passieren, dass ein Österreicher sich vor Kurzem ein Schnitzel briet und mit Rauchvergiftung auf der Intensivstation landete. Er hatte glatt vergessen dass die Pfanne auf dem Herd war. Mir könnte das nie passieren, denn ich habe immer Hunger. 


9. Mai 2014

Heute habe ich ein Machtwort gesprochen: Es gibt ja unzählige Aperitifs die Alkohol enthalten. Ohne Alkohol bieten wir nun nichts anderes als unsere hausgemachten Limonaden aus Caltabellotta-Orangen oder -Zitronen. Total Bio, ohne irgendwelche Tricks oder Zusätze. Nicht einmal Zucker ist drin, denn die Früchte waren von sich aus süß genug. Zur Hochsaison in Januar haben wir jeweils vierzig Kisten Orangen und Zitronen von der Südseite Sizilien eingedünstet.

Ende letzten Jahre war ich ja in Palermo und von dort aus ging es auch zu den Zitrusfrüchten nach Agrigent (Caltabellotta). Ich war so begeistert, dass ich in meinem Furor viel zu viel bestellt hatte. Wieder zuhause, unter einer Woge von Zitrusfrüchten kam ich in meiner Not auf die Idee das Limonadenprojekt zu starten. Es hat sich gelohnt. Die Limonade ist für Kinder geschmacklich vielleicht etwas zu streng, zu bitter, zur Ankubelung des Appetits ist sie jedoch ideal. Alle, die diese Limonade getrunken haben waren begeistert. Noch eines: Alk hin oder her, mit heimischem Kessler-Sekt aufgegossen erlebt man ein Hochgefühl.

6. Mai 2014

Immer wieder bekomme ich gescheite Rückmeldungen. Diese Weisheit wollte ich der Stammleserschaft nicht vorenthalten.

Il existe deux sortes de fous. On dit: "C'est vieux et donc bon."
Et l'autre dit: "C'est nouveau et donc de mieu."

Es gibt zwei Arten von Narren. Der eine sagt: "Dies ist alt und
deshalb gut." Und der andere sagt: "Dies ist neu und deshalb besser."