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Signatur Vincent Klink Vincent Klink
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

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Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

März 2015

28. März 2015

Waltraut und Friedrich Pfäfflin
DIE GRÄBER DER DICHTER
auf dem Stuttgarter Hoppelau-Friedhof

mit einem Essay von Udo Dickenberger

EDITION VINCENT KLINK

Es gibt Leute, die gehen nicht gerne auf Friedhöfe. Für den Besuch solcher Zauberorte spricht jedoch, dass man zwischen den Gräbern und beim Lesen von Grabinschriften Antworten finden kann, die man sich von Lebenden oft vergebens erhofft. Alle wollen irgendwohin und vergessen dabei völlig, wo sie herkommen. Doch wie soll man wissen, wo vorne ist, wenn man nicht weiß, wo hinten liegt? Oder anders gesagt: Antworten liegen nicht selten in der Vergangenheit.

Ein genußvolles Leben ist in letzter Konsequenz nicht möglich wenn man die Endlichkeit des Lebens verdrängt. Man soll zwar nicht jeden Tag sausigbrausig leben, als wäre es der letzte. Es empfiehlt sich aber der Gedanke, dass es der vorletzte Tag sein könnte.

Als südlich orientierter Mensch beurteile ich Städte stets nach Ihren Friedhöfen. Friedhöfe sind für mich Lebenshilfe und regen mich zum Nachdenken an. Dazu müssen sie nicht unbedingt romantisch und opulent das Auge erfreuen. Man denke an die weichen, sattgrünen Wiesen in England und Amerika, auf denen schmucklose Leichensteine in den Himmel ragen, als wären sie pfeilgrad vom Himmel gefallen und vom Allmächtigen ins Grün gerammt worden. Gerade dieser Last-Exit-Puritanismus löst bei mir starke Empfindungen aus. In katholischen Gegenden läuft es umgekehrt, dort wird manchmal der Abschied aus der Welt der Lebenden geradezu pompös demonstriert. Den Pariser Cimetière „Père Lachaise“ könnte man, wenn man bösartig wäre, das „Disneyland der Toten“ nennen. Auch auf dem Friedhof Montmartre gibt es Insassen von Mausoleen, die ihren Wunsch nach Unsterblichkeit ausleben, in dem sie nicht in einem feuchten Grab ruhen, sondern in einem kleinen Schlösschen residieren. Dort warten sie standesgemäß die Auferstehung ab. Wenn es einen kleinteiligen architektonischen Protz gibt, dann auf den alten Pariser Friedhöfen. Die Citizens dort hört man geradezu paukenschlagartig donnern: „Leute, es wird euch nicht gelingen, mich zu vergessen“.

In Stuttgart ist das anders. Vom Hoppelaufriedhof haben schon viele gehört. Er ist schon lange nicht mehr in Betrieb. Die wenigsten finden sich dort jedoch nie ein, dabei könnte man als Stuttgarterdurchaus mit etwas Stolz dieses schöne Areal besichtigen, dort ruhen und auch sinnieren. Schwäbische Dichter, Denker und Intellektuelle sind dort begraben. Der Friedhof ist nicht pompös, sondern von schwäbischer Zurückhaltung geprägt. Es ist ein mystischer Ort, mitten in der Stadt, man muss nur am Liederhallen-Kongresszentrum ums Eck durch ein Törchen und gerät schlagartig, aus der hektischen, lauten Welt geworfen, in die Stille und an den romantischsten Platz der Stadt.
48 46,884 N / 9 10.055E

In jeder Buchhandlung zu bekommen: 24,00 Euro


27. März 2015

Ich habe mir drei Wochen eine Auszeit genommen, musste irgendwie 10 Kilo runterkriegen und habe dies auch geschafft. Zehn Kilo, das ist bei mir nicht viel anders, als wenn dem Watzmann ein Felszacken wegbricht. Trotzdem ich spüre es deutlich und mein Elan und meine Beweglichkeit  sind nun beträchtlich.

Hier nun etwas Nachdenkenswertes:


Von der Freiheit
Alle reden von positiven Emotionen, das ist solange gut wie die Rationalität nicht vernachlässigt wird. Dazu ist es aber für die  meisten schon zu spät. Die Entwicklung im Privatleben und am Arbeitsplatz ist mittlerweile von so vielen modernen Machttechniken überlagert, dass den schleichenden Prozess fast niemand mehr merkt.  1987 gab es noch große Demos und Widerstand gegen die Volkszählung, heute geben die jungen Leute auf Twitter und Facebook ihr ganzes Innenleben preis und die Folge der vielen Freunde, die man zu gewinnen glaubt ist eine Vereinzelung und die wird infamerweise als Freiheit verkauft.
 
Aktivieren, motivieren, optimieren. Diese Tendenzen haben auch dazu geführt, dass selbst der Kochberuf „versportlicht“ wurde, weniger von den Restaurantführern, sondern den damit trittbrettfahrenden Medien. Überall Charts, Punkte und Rankings, selbst der Hausarzt, Unis und ihre Professoren sind diesen menschenfeindlichen Tendenzen ausgesetzt. Akribische Forschung und langwierige Unternehmungen ist damit gefährdet, denn wer drei Jahre für ein wissenschaftliches Ergebnis benötigt ist sowieso aus den Charts gefallen. Selbst die Stundenregelung in der Gastronomie, die ich selbst begrüße, weil dadurch vielleicht endlich mal der 16 Euro Rostbraten aus den abwaschbaren Speisekarten verschwindet ist nur auf den ersten Blick kundenfreundlich. und Für jene die sich in Küche und Service abrackern sowieso nicht.

Wir als Mittelbetrieb entsprechen durch hohen Personalaufwand den Kriterien des neuen Arbeitsrechts nahezu.  Für viele ordentliche, kleine Betriebe wird es aber dazu führen, dass man nicht mehr sinnlich freudig kochen kann, sondern bei wesentlich weniger Arbeitszeit das selbe Quantum abhetzen muss.

Und was ist mit der Gastronomie, die von Asiaten oder anderen Ethnien betrieben wird? Denen kommt die EU-Gesetzgebung sowieso nicht bei. Mir sagte mal ein Kontrolleur auf die Frage, wie die ganze EU-Gesetzgebung von Ausländern erfüllt werden soll, wenn sie die deutsche Sprache gar nicht lesen können? „Ja, do könnet mer nit so steng sei wie mit Ihne“.
 
Aber zurück zur Optimierung und zum Hamsterrad: Ich behaupte jetzt einfach mal, dass jeder, der irgendwelche Rankinglisten anführt, dies nicht jahrzehntelang durchhalten kann. Früher oder später wenn der Berufsalltag ausoptimiert ist, drei Sportstudio-Abos in der Woche abgestrampelt sind, das Arbeitsleben wie auch das Privatleben wird irgendwann an die Grenze des Wachstums stoßen. Dann hat man alles für sich erreicht. Es beginnt eine kurze euphorische Phase und danach kommt unweigerlich der Burnout.
 
Man redet ja immer von den Ausbeuter-Unternehmern. Diejenigen jedoch, die im Fokus des Prekariats stehen, gehören schon längst nicht mehr dazu. Diese Unternehmen haben das gar nicht mehr nötig. Im gehobenen Gehaltsbereich muss kein Antreiber die Peitsche schwingen. Die Arbeitnehmer in den höheren Etagen richten inzwischen den Rohrstock gegen sich selbst, weil Coachs, Motivationstrainer, Mentalgurus, Jogging-Apps, Ernährungsberater und Homöopathen den sogenannten freien, modernen Menschen lemmingartig vor sich hertreiben.
 
Allen wird eingeredet, dass man ganz toll sein müsste, sonst fällt man durchs Sieb. Als Verschwörungstheoretiker liegt man wahrscheinlich nicht falsch wenn man behauptet, dass hinter all dem Wahn die Wellness-, die Fertigungs- und Effektivitätsindustrie steckt, und auf dem Fuß folgend die Pharmaindustrie. In den USA geht im gehobenen Management ohne Dr. Feelgood fast nichts mehr. Den gefügigen Mitarbeiter braucht dort niemand mehr, es gibt keinen Zwang. Was der grassierende Raubtierkapitalismus sich heranzieht, das sind nicht unterdrückte Sklaven sondern Abhängige.
 

6. März 2015

Habe ich es doch geahnt, der Frühling kommt, trotz den Unkenrufen der Pessimisten die Deutschland überschwemmen. 
In letzter Zeit kümmere ich mich ein wenig um meine Kindheitserinnerungen. Alles was ich damals hasste habe ich nun einer genaueren Überprüfung unterzogen. Mir war das Holzofenbrot, das mein Vater, der Tierarzt von den Bauern heimbrachte ein Graus. Das ganze Jahr hindurch immer Hausmacherwurst und die kuhwarme Milch, mich machte das geradezu hysterisch. Vom durchgedrehtem Spinat, Erbsbrei und Matschwirsing will ich gar nicht reden. 

Jetzt ist die Zeit gekommen all diese Hassgerichte der Mutter mal neu zu überarbeiten und auf die Genussschiene zu bugsieren. 


Nun gibt es die ersten kleinen grünen Erbsen, Petit Pois, schon zu kaufen.  Wir nehmen nicht das getrocknete Erbsmehl mit dem Militärköche Soldaten zu Pazifisten lahmlegen. Frische Erbsen kommen in den Topf, kurz gekocht werden sie in einem Zug (nicht aufgewärmt) durch ein Sieb gestrichen, ein bisschen gewürzt und fertig. 
Dazu gibt es Eisbein, das feinstem gekochten Schinken geschmacklich überlegen ist. Allerdings das ganze Fett drumherum kommt nicht auf den Teller, das essen wir Köche selber und sehen deshalb auch aus wie Köche. Oben drauf noch etwas gedünstete rote Zwiebeln und bisher hat noch jeder Gast glücklich aus der Wäsche geguckt.