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Sonntag und Montag Ruhetag

Küchenzeiten:
12.00 - 13.30 Uhr
18.00 - 20.30 Uhr

Signatur Vincent Klink Vincent Klink
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

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Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

Juni 2018

17. Juni 2018

Wenn ich morgens die Zeitung lese, jede Menge Vordenker melden sich zu Wort. Dann im Fernsehen, überall Vordenker. Ich warte auf den Tag wo mal einer nachdenkt.

16. Juni 2018

Dinkelmehl Eier, etwas Salz, Spätzlebrett und Schaberle, basta. Dazu Soß vom Sommerreh.
Es ist ja hinlänglich bekannt, dass Kindheitserlebnisse, das ganze spätere Leben ruinieren können. 

Aus Kinderschrecken kann man sich nur schwerlich befreien.Umgekehrt gibt es eine schwäbische infantile Speise, die glücklich an die Mutterbrust erinnert. Das sind niemals krachende Schweineschwarten oder Chips, oder sonstig splitterige Speisen. Es ist immer Essen, das mit Saugen und Schlürfen zu tun hat. Eindeutig hat das wichtigste deutsche Nationalessen, die Spaghetti, in diesem Terrain seine Wurzeln. 

Für Schwaben gibt es gleich nach der Mutterbrust nicht Spaghetti, sondern Spätzle mit Soß. Egal was schon alles in meinem Bauch versenkt wurde, nicht Hummer, kein Taubenragout, nicht Jakobsmuscheln, oder sonstig sozial schwer verträgliches, die ganze Gourmandise eingeschlossen, hat mich je so beglückt wie Spätzle und Soß. Heute war mein Mittagessen: Siehe Foto. Dass ich danach aus einem sensationellen Mittagsschlaf, von Brüsten träumend, kaum mehr wider in den Tag fand, wundert nicht. 

9. Juni 2018

Zum Tode des Kochs und Autors Anthony Bourdain.

Fragt ein Frühstücksgast in einem Wiener Kaffeehaus den ausgeleierten Keller, ob er schon Zeitung gelesen, und wer gestorben sei? Antwortet der Keller: „Mir ist jeder recht!“ 

Anthony Bourdain, war ein sehr gescheiter Mann. Nun ist also der grandiose Fabulierer freiwillig aus dem Leben geschieden.
Er gab meinem Beruf eine wunderbare Farbe und konnte die Kocherei detailliert und unverblümt beschreiben. Offensichtlich litt er an Depressionen, die leider in Deutschland immer noch nicht genügend ernst genommen, und als schlimme Krankheit akzeptiert werden. 

Was insgesamt nervt, ist der Egoismus und auch oft der lautstark eitle Abgang vieler Selbstmörder. Alleine was die Lokführer durchmachen, und nun der Corpus von Bourdain, wohin damit. Welch ein logistisches Problem? 
Da lobe ich mir den Wiener Fensterstürzler Egon Friedell, der beim Absprung immer noch fürsorglich blieb und ausrief:  Vorsicht, Achtung, Platz gemacht, ich komme!
 
Meinen eigenen Suizid manage ich mit äußerster Umsicht. Zwei bis drei Whisky am Abend und das noch hoffentlich lange. 

6. Juni 2018

Was ist blos mit der Hotellerie los?
Findet in Stuttgart eine Messe statt, kostet eine 40 Euro Absteige, in einer bronxähnlichen Gegend, unversehens 240 Euro. Das hat mit Gastronomie nicht viel zu tun, aber es drängt sich schon sehr der Begriff der Wegelagerei auf. Ich finde, wenn der Hotelier mit seriös kalkulierten Preisen nicht das Geschäftsjahr übersteht, dann sollte er seinen Laden dicht machen.

5. Juni 2018

Vorletzten Sonntag erlebte ich den Höhepunkt meines Musikerdaseins. 
Bei den berühmten Ludwigsburger Festspielen mitwirken zu können ist schon etwas besonderes und mein Lampenfieber war beträchtlich.
Wir brachten "Pantheon", eine umfangreiche Komposition von Patrick Bebelaar unter die begeisterten Zuhörer. 
Mit von der Parie waren Weltklasseleute: Carlo Rizzo am Tamburin, Herbert Joos, Trompete und Flügelhorn, einer der besten Tubisten der Welt, Michel Godard und der phänomenale Frank Kroll brachten den Ordenssaal des Ludwigsburger Schlosses zum Kochen. Patrick Bebelaar bediente den Flügel, dirigierte und verausgabte sich gehörig, damit Vincent nicht aus der Spur kam, mein Lampenfieber war nämlich beträchtlich. 
Mit Blick durch einen Serpent, ein reichlich geheimnisvolles Instrument.

Hier ein kleines Interview aus dem Programmheft:
Sie sind für einen Koch literarisch sehr erfahren, nicht zuletzt auch durch ihre zahlreichen eigenen Publikationen. Was genau sind das für Texte, die der Sternekoch Vincent Klink für »Pantheon« schreibt?
Die Vorlage lieferte der Komponist Patrick Bebelaar. Sein Hintergrund für das Schreiben der Musik umkreist Freiheit in Religion, besonders im Hinblick auf Ökumene, auf tolerante Weltanschauung und Lebensart.  Im Grunde serviere ich nur Wissenswertes über den gedanklichen Hintergrund der Komposition. Weiterführend aber auch Erläuterndes zum Pantheon-Tempel in Rom, einem magischen Ort, den ich immer wieder mal besuche. Meine Inspiration und auch die des Komponisten gründen auf diesem Bauwerk. 

Wovon lassen Sie sich inspirieren? Spielen die Götter der Welt eine Rolle? Was sind ihre persönlichen Götter? 
Für den Monotheismus bin ich nur begrenzt zugänglich. Es ist doch herrlich, wenn man wie die Römer beispielsweise einen eigenen Gott und Aufpasser für das Saufen hat. Für jedes Problem gab es in der Antike einen übergeordneten hilfreichen Geist. Für die Gefolgschaft des Vatikans ist aus solcher Sicht die Rekrutierung einer Armee von Heiligen geradezu zwingend. Darüber hinweg führen solcherlei Gedanken bei mir zu der Gewissheit, dass letztlich in jedem ein Gott hockt, und niemand behaupten solle, er bete den alleinigen richtigen Gott an.  

Wie wirkt die Musik aus »Pantheon« auf Sie? Was für Gefühle wecken die Klänge in Ihnen? 
Ich bevorzuge ein zurückgezogenes Leben, so gut es geht. Die Musik, welche die pantheonschen Ziele beinhaltet, verschafft mir Weltoffenheit, um der Selbstgerechtigkeit, der Selbstzufriedenheit, dem Egoismus dem Verschmockten und Verhockten bestmöglich zu entgehen. Da ich Musik mit Improvisationsinhalten liebe, kommt auch immer etwas Unerwartetes auf mich zu, mit dem ich mich auseinandersetzen kann und das meinen Kopf lüftet.

Das Motto der Schlossfestspiele lautet dieses Jahr »Ins Ungewisse…«. Hat für Sie die Ungewissheit des Lebens auch ein Genusspotential? 
Zumindest hält diese Umstand mein Leben in genüsslicher Spannung. Gegen allzugroße Zukunfts-Überraschungen kann man sich schützen wenn man sich etwas mit Historie beschäftigt. Man wird erkennen, dass längst nicht alles so ungewiss, und dass vieles bereits einmal da war, wenn auch oft in anderem Gewande.