Tisch online reservieren
»

Tischreservierung auch per Telefon
Telefonnummer

Reservierungen ab 7 Personen bitte nur telefonisch


Ihr Menü:

Sonntag und Montag Ruhetag

Küchenzeiten:
12.00 - 13.30 Uhr
18.00 - 20.30 Uhr

Signatur Vincent Klink Vincent Klink

Das "Internet-Tagebuch" aus den Jahren vor 2017 ist nun als tatsächliches Buch erschienen:

VINCENT KLINK
"Angerichtet, herzhaft und scharf."

Aus meinem Tage- und Rezeptbuch.

Aus vielen Jahren sind die besten Gedanken, des Lebens und der Küche, in diesem Buch festgehalten.

Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen, erhältlich in jeder Buchhandlung.
ISBN 978-3-86351-471-6




Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



*

Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

*

Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

Juni 2018

30. Juni 2018

Arzt: "Haben Sie häufig Durst?"
Patient: "Soweit lasse ich es nicht kommen."

26. Juni 2018

Meine Frau führt einen stetigen Kampf gegen Zigarettenkippen vor dem Haus. 


Die Mitarbeiter wundern sich mittlerweile nicht mehr, dass Sie nicht nur den Gehsteig sauber halten müssen, sondern auch noch die Zahnradbahnstation täglich zu reinigen haben. Eigentlich müssten wir auch das Stellwerkhäuschen frisch streichen. Mal sehen ob die Stuttgarter Verkehrsbetriebe damit überfordert sind. 


Das hört sich ja alles ein bisschen verrückt an. Meine Frau bekam nun unerwartet Schützenhilfe von einem gewissen Tyler Brûlé. Dieser Mann lebt in London, ist weitgereister Journalist und Chef der Zeitschrift „Monocle“.  Über die Hälfte des Jahres wohnt er in Hotels und schreibt darüber im "Monocle Guide to Hotels, Inns and Hideaways". Kurzum, der Mann ist kein Provinzler, sondern kennt sich wirklich aus. 


Aus einem Interview des „Berliner Tagesspiegels“ entnehme ich die Frage an Tyler Brûlé: „Worauf achten Sie, wenn sie ein Hotel betreten?“ 

Er antwortet: „Ich gucke mir den Bürgerteig an, noch bevor ich ins Haus hineingehe. Fühlt sich das Hotel, auch verantwortlich für den öffentlichen Raum, in dem es sich befindet, oder nur für das Geschehen hinter der Drehtür? 

Was für Hotels gilt, muss für jede Gastronomie gelten. Kürzlich betrat ich eine Gaststätte und musste vor dem Eingang an einem seit Monaten vertrockneten Buchsbaum vorbei. Dieser Stumpfsinn setzte sich dann auch bei der Speisekarte und der Qualität des Essens fort. 


Ganz besonders hat mir auch der Satz des brasilianischen Hoteliers Vittorio Fasano gefallen: 
 "Wenn Sie sich bei mir wie Hause fühlen, mache ich etwas falsch. 

23. Juni 2018

Jetzt ist Kirschenalarm,
Kirche und Kirsche, das ist nur ein einziger Buchstaben Unterschied. In meiner Jugend hieß es immer: "Peter und Paul schlagen sich die Kirschen ums Maul. Der 29. Juni ist in der katholischen Kirche ein Hochfest. Hochfest bedeutete im Haushalt meiner Großeltern eine Art von Hochstimmungsterror. Oma und die Haushälterin Agathe schmissen sich schon morgens um Sieben in die Küche. Rindsuppe mit Grißklösschen, gemischter Braten, Spätzle, Kartoffelsalat, wurde geschoben, und Kirschenmichel gebacken. Das alles war kein freudiges Kochen sondern eher von Zorn gerüttelt, weil später dann die buckelige Verwandtschaft, in die Idylle krachte, und man dieser Spezies keinen Grund zum Meckern liefern wollte. 
Die Hedelfinger Riesenkirsche ist mir zum roh essen die liebste. Da hat man wirklich ordentlich was im Maul. 

Für das Restaurant besorgen wir uns kleinere, aber auch gehaltvollere Kirschen aus dem Neidlinger Tal. Meine Mutter packte die entkernten Kirschen immer in ein Weckglas, gab einen Esslöffel Zucker drauf und füllte mit Wasser auf. Im nachhinein muss ich sagen, ist es nicht sehr schlau, Wasser einzudünsten. 

Ich mache es folgendermaßen: Halbliter "Twistoffgläser werden besorgt. Vier handvoll Kirschen kommen mit  2 Esslöffel Zucker in die Pfanne. Auf normalem Feuer wird gerührt, bis die Kirschen Saft ziehen. Nun wird Vollgas gegeben und solange gerührt bis alles zu einem leichten Sirup eingekocht ist. Um solche Prozeduren schnell zu erledigen, wäre ein kilowattstarker Induktionsherd von Vorteil. Bei dieser enormen Feuerkraft kann man dann getrost drei bis vier Kilo Kirschen auf einmal im Topf reduzieren. Wichtig wäre noch ein möglichst breiter Topf, hoch muss er nicht sein, aber die breite Auflagefläche lässt den Saft schneller einkochen. Es geht also auch um Tempo und kurze Garzeit, damit die Kirschen nicht völlig vermatschen. Das Resultat ist ein äußerst konzentriertes Kirschendessert, das man aber auch für Kuchenbeläge u.s.w. verwenden könnte. Also los! Kirschen Kaufen.

22. Juni 2018

Wenigstens waren die Teufelchen damals nicht regierungsfähig.
Zeitunglesen macht mich immer ganz depri!
Von Regieren der Koalition kann ja kaum die Rede sein, die Leute suchen immer noch ihr Plätzchen. Man ahnt, die Kontrahenten sind auf dem "Highway to hell". Wenn es aber so weitergeht, wie die letzten 12 Monate, werden sie dort nie ankommen.  

17. Juni 2018

Wenn ich morgens die Zeitung lese, jede Menge Vordenker melden sich zu Wort. Dann im Fernsehen, überall Vordenker. Ich warte auf den Tag wo mal einer nachdenkt.

16. Juni 2018

Dinkelmehl Eier, etwas Salz, Spätzlebrett und Schaberle, basta. Dazu Soß vom Sommerreh.
Es ist ja hinlänglich bekannt, dass Kindheitserlebnisse, das ganze spätere Leben ruinieren können. 

Aus Kinderschrecken kann man sich nur schwerlich befreien.Umgekehrt gibt es eine schwäbische infantile Speise, die glücklich an die Mutterbrust erinnert. Das sind niemals krachende Schweineschwarten oder Chips, oder sonstig splitterige Speisen. Es ist immer Essen, das mit Saugen und Schlürfen zu tun hat. Eindeutig hat das wichtigste deutsche Nationalessen, die Spaghetti, in diesem Terrain seine Wurzeln. 

Für Schwaben gibt es gleich nach der Mutterbrust nicht Spaghetti, sondern Spätzle mit Soß. Egal was schon alles in meinem Bauch versenkt wurde, nicht Hummer, kein Taubenragout, nicht Jakobsmuscheln, oder sonstig sozial schwer verträgliches, die ganze Gourmandise eingeschlossen, hat mich je so beglückt wie Spätzle und Soß. Heute war mein Mittagessen: Siehe Foto. Dass ich danach aus einem sensationellen Mittagsschlaf, von Brüsten träumend, kaum mehr wider in den Tag fand, wundert nicht. 

9. Juni 2018

Zum Tode des Kochs und Autors Anthony Bourdain.

Fragt ein Frühstücksgast in einem Wiener Kaffeehaus den ausgeleierten Keller, ob er schon Zeitung gelesen, und wer gestorben sei? Antwortet der Keller: „Mir ist jeder recht!“ 

Anthony Bourdain, war ein sehr gescheiter Mann. Nun ist also der grandiose Fabulierer freiwillig aus dem Leben geschieden.
Er gab meinem Beruf eine wunderbare Farbe und konnte die Kocherei detailliert und unverblümt beschreiben. Offensichtlich litt er an Depressionen, die leider in Deutschland immer noch nicht genügend ernst genommen, und als schlimme Krankheit akzeptiert werden. 

Was insgesamt nervt, ist der Egoismus und auch oft der lautstark eitle Abgang vieler Selbstmörder. Alleine was die Lokführer durchmachen, und nun der Corpus von Bourdain, wohin damit. Welch ein logistisches Problem? 
Da lobe ich mir den Wiener Fensterstürzler Egon Friedell, der beim Absprung immer noch fürsorglich blieb und ausrief:  Vorsicht, Achtung, Platz gemacht, ich komme!
 
Meinen eigenen Suizid manage ich mit äußerster Umsicht. Zwei bis drei Whisky am Abend und das noch hoffentlich lange. 

6. Juni 2018

Was ist blos mit der Hotellerie los?
Findet in Stuttgart eine Messe statt, kostet eine 40 Euro Absteige, in einer bronxähnlichen Gegend, unversehens 240 Euro. Das hat mit Gastronomie nicht viel zu tun, aber es drängt sich schon sehr der Begriff der Wegelagerei auf. Ich finde, wenn der Hotelier mit seriös kalkulierten Preisen nicht das Geschäftsjahr übersteht, dann sollte er seinen Laden dicht machen.

5. Juni 2018

Vorletzten Sonntag erlebte ich den Höhepunkt meines Musikerdaseins. 
Bei den berühmten Ludwigsburger Festspielen mitwirken zu können ist schon etwas besonderes und mein Lampenfieber war beträchtlich.
Wir brachten "Pantheon", eine umfangreiche Komposition von Patrick Bebelaar unter die begeisterten Zuhörer. 
Mit von der Parie waren Weltklasseleute: Carlo Rizzo am Tamburin, Herbert Joos, Trompete und Flügelhorn, einer der besten Tubisten der Welt, Michel Godard und der phänomenale Frank Kroll brachten den Ordenssaal des Ludwigsburger Schlosses zum Kochen. Patrick Bebelaar bediente den Flügel, dirigierte und verausgabte sich gehörig, damit Vincent nicht aus der Spur kam, mein Lampenfieber war nämlich beträchtlich. 
Mit Blick durch einen Serpent, ein reichlich geheimnisvolles Instrument.

Hier ein kleines Interview aus dem Programmheft:
Sie sind für einen Koch literarisch sehr erfahren, nicht zuletzt auch durch ihre zahlreichen eigenen Publikationen. Was genau sind das für Texte, die der Sternekoch Vincent Klink für »Pantheon« schreibt?
Die Vorlage lieferte der Komponist Patrick Bebelaar. Sein Hintergrund für das Schreiben der Musik umkreist Freiheit in Religion, besonders im Hinblick auf Ökumene, auf tolerante Weltanschauung und Lebensart.  Im Grunde serviere ich nur Wissenswertes über den gedanklichen Hintergrund der Komposition. Weiterführend aber auch Erläuterndes zum Pantheon-Tempel in Rom, einem magischen Ort, den ich immer wieder mal besuche. Meine Inspiration und auch die des Komponisten gründen auf diesem Bauwerk. 

Wovon lassen Sie sich inspirieren? Spielen die Götter der Welt eine Rolle? Was sind ihre persönlichen Götter? 
Für den Monotheismus bin ich nur begrenzt zugänglich. Es ist doch herrlich, wenn man wie die Römer beispielsweise einen eigenen Gott und Aufpasser für das Saufen hat. Für jedes Problem gab es in der Antike einen übergeordneten hilfreichen Geist. Für die Gefolgschaft des Vatikans ist aus solcher Sicht die Rekrutierung einer Armee von Heiligen geradezu zwingend. Darüber hinweg führen solcherlei Gedanken bei mir zu der Gewissheit, dass letztlich in jedem ein Gott hockt, und niemand behaupten solle, er bete den alleinigen richtigen Gott an.  

Wie wirkt die Musik aus »Pantheon« auf Sie? Was für Gefühle wecken die Klänge in Ihnen? 
Ich bevorzuge ein zurückgezogenes Leben, so gut es geht. Die Musik, welche die pantheonschen Ziele beinhaltet, verschafft mir Weltoffenheit, um der Selbstgerechtigkeit, der Selbstzufriedenheit, dem Egoismus dem Verschmockten und Verhockten bestmöglich zu entgehen. Da ich Musik mit Improvisationsinhalten liebe, kommt auch immer etwas Unerwartetes auf mich zu, mit dem ich mich auseinandersetzen kann und das meinen Kopf lüftet.

Das Motto der Schlossfestspiele lautet dieses Jahr »Ins Ungewisse…«. Hat für Sie die Ungewissheit des Lebens auch ein Genusspotential? 
Zumindest hält diese Umstand mein Leben in genüsslicher Spannung. Gegen allzugroße Zukunfts-Überraschungen kann man sich schützen wenn man sich etwas mit Historie beschäftigt. Man wird erkennen, dass längst nicht alles so ungewiss, und dass vieles bereits einmal da war, wenn auch oft in anderem Gewande.