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Sonntag und Montag Ruhetag

Küchenzeiten:
12.00 - 13.30 Uhr
18.00 - 20.30 Uhr

Signatur Vincent Klink Vincent Klink
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

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Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

Juni 2015

27. Juni 2015

Es gibt nicht Viel vor dem ich mich fürchte. Die einen mögen es als harmlos oder üblich Deutsch erachten. Mich aber macht es ganz fertig, wenn nämlich jemand mit seinen hehren Grundsätzen prahlt, mit Perfektion, mit fest umrissener Moral mit der man nur zu oft ins Unerbittliche abrutscht. Von dort ist es nicht mehr weit zur Unmenschlichkeit. Mein Leben schrammte schon immer am "Ungefähren" entlang, und in Rechnen war ich immer so saugut, dass eine Fünf immer eine gerade Zahl war. 

Nun erzähle ich Ihnen einen Witz, der zu meiner Lebenseinstellung hervorragend passt und für mich eine große Symbolik des Menschlichen transportiert. 


Ein Jude kommt zum Metzger und zeigt geradewegs auf einen Schinken und sagt: "Ich hätte gerne ein halbes Pfund von diesem Fisch."
Sagt der Metzger: "Aber das ist ein Schinken, mein Herr."
Erwidert der Jude: "Habe ich Sie gefragt, wie der Fisch heißt?"

Entnommen, dem wunderbaren „Jüdischen Kalender“
Ölbaumverlag Augsburg, ISBN978-3-927217-81-2.
www.oelbaum-verlag.de
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Totaler Sommer
Wir nennen es Sommer-Reh, obwohl man korrekt Rehbock sagen müsste. Da viele Gäste glauben ein Bock würde "bockele" odersonstwie brunftig riechen, sagen wir halt Sommerreh. Auf dem Foto sehen wir ein Ragout. Der wirkliche Hit,und endlichmal eine richtige Neuerfindung von mir, das ist der junge Sommer-Rotkohl. Vier Stunden unter Luftabschluss bei Niedertemperatur bleibt Farbe erhalten und der Geschmack zeigt sich göttlich frisch und ganz und gar nicht "kohlig". Selbst der Strunk, den wir mit Korianderbutter versehen, schmeckt vorzüglich.

17. Juni 2015

Meeresfrüchtesalat
Die Vorteile des Familienbetriebs sind, dass man sich so manches an den Kopf wirft, dass man streitet, aber nicht kündigen kann. Und am Ende verträgt man sich wieder. In meiner Ehe dehnte sich die "Schmollzeit" in jungen Jahren über Tage hinweg. Nach vierzig Jahren Ehe und täglichem Arbeitsmiteinander nährte sich die Gewissheit, dass Schmollen völlig unproduktiv und überflüssig ist. Mittlerweile dauert die "Grollphase" keine fünfzehn Minuten mehr. 

Privat kenne ich so gut wie keinen Streit, es hat fast immer etwas mit dem G'schäft zu tun. Was glauben Sie, was es jedes Jahr für ein Gezerre ist, bis der Meeresfrüchtesalat so arrangiert ist, dass die Chefin zufrieden ist. Das Blöde ist, das sie mit ihrer Kritik fast immer recht hat. Die ersten Versionen dieses Jahres waren wirklich opulent. Dann kam das donnernde Urteil der Chefin über uns Köche: „Ein Meeresfrüchtesalat besteht aus Meeresfrüchten und nicht viel mehr, basta!“

Also wurde das Drumherum, - zwar schön anzusehen -, immer weniger, und die Meeresfrüchte immer mehr. In der Tat hat es sich in vielen Profiküchen eingebürgert, dass die kostspieligen Komponenten, nach denen das Gericht benannt, auf dem Teller meist weniger präsent ist als das bunte, optisch vordergründige Beiwerk.

So, jetzt sieht der Meeresfrüchtesalat so aus, dass die Chefin gerade noch zufrieden ist. Sie hat ihren Geschmack in Italien geschult, dort enthält dieses Gericht, Meeresfrüchte, Staudensellerie und das war es meisten schon.

12. Juni 2015

Schloss Elmau ist ein hervorragendendes Hotel, in der Branche beispielhaft. Diesem Ort gepflegter Gastronomie gilt in keiner Weise meine Kritik.
 
Der G7 Gipfel, das war eine komische Show. Wie ich so mitgekriegt habe, steuern die Granden dieser Welt den Klimaschutz für das Jahr 2080 an. Dann war da noch unglaublich viel Wirbel mit Allerlei, dass man angehen möchte, aber wahrscheinlich auch den nachfolgenden Generationen zuschiebt.

Jetzt kommt aber der wirkliche Skandal, der mich auf die Palme bringt: Eine Milliarde Menschen sind unterernährt. Alle 5 Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind an Hunger.
Unsere Welt hat jedoch Lebensmittelüberschuss.

Der Preis des Weizens hat sich innerhalb des letzten Jahres verdoppelt. Der Preis für Mais ist in den letzten 18 Monaten um 93 Prozent gestiegen und der des Reises um 110 Prozent. Glauben Sie ja nicht dass die Bauern davon profitieren, nein, im Gegenteil.

Die Gewinne streichen die Börsen, die Aktionäre und die Banken ein. Es handelt sich dabei um sehr viele Milliarden Euro. Die Spekulanten könnte man getrost Mörder nennen. In den Medien über den G7 Gipfel wurde von keinem Journalisten das hinterfragt. Von den Regierenden vernahm man nicht einmal einen Pieps zu dieser Katastrophe. Man fragt sich warum?

Die gesamte Prominenz auf Schloss Elmau, von 18.000 Polizisten bewacht, kann scheinbar über das dringendste Weltproblem gar nicht diskutieren. Es nährt sich der Verdacht, dass diese Marionetten gar nichts zu melden haben, sondern die Sklaven von Banken und Konzernen sind. Oder könnte es sein, dass die Regierenden damit die Überbevölkerung regeln wollen?

An der Stelle kurz der Hinweis, dass in den USA diejenige oder derjenige Präsident wird, der das beste Sponsoring hat. Wer jedoch die Wahl gewinnt muss nach der Pfeife der Sponsoren tanzen. Demokratie kann man das nicht nennen.

Soweit sind wir in Deutschland noch nicht. Wieso aber das harthölzerne Schweigen von Frau Merkel. Irgendwo vermute ich Leichen im Keller, und deren Geruch lastet über unserem Land.

Ein klein wenig kann man dagegen tun. Viele, auch ich legen ihr verdientes Geld in Aktien an. Man sage dem Investmentbanker bitte, dass nicht in Waffen und nicht in Lebensmittel investiert wird. Leider sind dort die höchsten Erträge zu erzielen, aber mit diesen macht man sich letztlich der Tötung schuldig. Dies gilt es zu überlegen.

6. Juni 2015

Samtagabend, mitten im Hochbetrieb, bricht es aus ihr heraus. Meine Frau Elisabeth verschafft sich Luft, den Grund kenne ich nicht, aber Ihre Rede ist klar und logisch: "Deutschland ist das Land der Verordungen, Gesetze ohne Ende, Ausnahmen zu Gesetze sind auch Legion. Zum Kindle machen braucht man aber komischerweise keine Prüfung wie beim Führerschen, oder gar wie beim sogenannten Idiotentest!"

5. Juni 2015

Dienstleistung und Kirschen
Seit dem Tag als irgend ein deutscher Politiker von der Dienstleistung hierzulande sprach, genau an diesem Tag war Schluss mit dem was ich unter Dienstleistung verstehe. Der Politiker befand sich aber  offensichtlich in ganz anderen Welten, nämlich in den Galaxien der Finanzdienstleistung. Wie diese funktioniert wissen wir alle. Gib dem Bankmenschen Dein Erspartes, er kümmert sich intensiv drum, der Rest ist Glücksache.

Dienstleistung, die den Bürger interessiert, möchte man beim Zugfahren erleben. Man will versorgt sein und nicht kämpfen müssen. Am Bankschalter will man bedient sein und sich nicht am Automaten seine Kreditkarte wegschlürfen lassen. Auch wäre ein Taxifahrer wünschenswert, der einem die Tür öffnet und vielleicht aus der Karre hilft. Solcherlei Annehmlichkeiten findet man nicht mehr oft.

Vieles ist der Rationalisierung anheim gefallen. Dabei könnte Dienstleitung sehr schön sein. Ich traf schon auf Krankenschwestern denen ich wegen ihrer Geduld am liebsten einen Heiratsantrag gemacht hätte.
Auf Flughäfen wird zu nachtschlafender Zeit gerackert, die Zahnarzthelferin hält mit das Händchen um meiner Wehleidigkeit zu genügen, und die Serviererinnen in die ich mich temporär ruckzuck verliebt hatte, sind Legion. Überhaupt das Servicepersonal in Restaurants hat meine Bewunderung. Viele Leute erleben unfreundlichen Service, oft konnte ich jedoch beobachten, dass es umgekehrt ist und der Kellner oder die Serviererin innerlich dann abschalteten.

Handhabt man den Serviceberuf aus wirklicher Berufung, ist er an Abwechslung kaum zu übertreffen. Es dauert aber einige Jahre bis der Beruf Kellner oder der Serviererin beherrscht wird. Schafft man es nicht, sich die psychologischen Feinheiten anzueignen kann der Beruf frustrierend sein. Das kann man aber in jeden Beruf erfahren.

Keiner kommt als Meister auf die Welt und es hält sich hartnäckig die Meinung, Servieren sei kinderleicht.
Sicher aller Anfang ist schwer und ob man zu einem Beruf wirklich berufen ist stellt sich für den Berufsanfänger nur langsam ein. Ich denke, nach einem Jahr von „trial and error“ könnte man sich diesbezüglich Zukunftsgedanken machen.

Es gab mal den Begriff Servierkunst, und dahin will ich mit meinem Restaurant wieder hin. Dies alles ist in den letzten Jahren in diese Richtung gut gediehen. Ich freue mich schon eine Zeit lang auf die Kirschensaison. Ich erinnere mich noch gut, als junger Koch flambierte ich Kirschen, es war der Hit der Saison. Kein noch so raffiniertes Bastel- und Filigrandessert der heutigen Patissier-Alchemisten kommt da ran. Bei Käfer in München aß ich letzte Weihnachten Riesenkirschen, die kamen wahrscheinlich aus Chile. Sie wurden am Tisch flambiert und es war wunderbar. Nun, wir lieben nicht den Lebensmitteltransport um die halbe Welt, ist auch gar nicht nötig. Wir warten auf die Saison und bald gibt es die berühmten Hedelfinger Riesenkirschen. So und jetzt naht diese Zeit. Bessere Frucht ist mir nicht bekannt und wenn am Tisch das Kirschwasser explodiert, hat das etwas von einem mystischen Feuer.