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12.00 - 13.30 Uhr
18.00 - 20.30 Uhr

Signatur Vincent Klink Vincent Klink
Von der Kraft des Handicaps:
Grimod de la Reynière. 
Das bizarre Genie ohne Hände.
Von der Kraft des Handicaps:
Grimod de la Reynière.
Das bizarre Genie ohne Hände.
XXXXX
Philosoph, Gourmet, Behindert und beneidet. Aus steinreicher Familie gebürtig, überlebte er die französische Revolution. Im Grunde war dies bereits eine Lebensleistung. Unter Napoleon gab Grimod denkwürdige Feste, schrieb nicht nur den ersten Restaurantführer sondern auch einen Küchenkalender und ein Regelwerk für Einladungen und Feste.
Sein Buch "Die Grundzüge des Gastronomischen Anstands" wird in prachtvoller Ausstattung von Vincent Klink eingeleitet. Es wird sein bizarres Leben beschrieben und der zweite Teil des Buch enthält seinen Küchenkalender, der von Vincent Klink mit Kommentaren, Geschichten und Rezepte angereichert ist.

Damit geht Vincent Klink auch auf Lesereise für Buchhandlungen und Kultureinrichtungen.
Anfragen mit Musik und ohne bei:


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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

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Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

Juli 2017

31. Juli 2017

Im Zentrum Hüttenkäse mit griechischem Baslikum und etwas Kastanienhonig verfeinert. Eine schöne sommerliche Vorspeise ohne Fleisch.
Heute kam mir die Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele unter die Augen. 

Sie wurde von dem Juristen und Bestsellerautor Ferdiand von Schirach gehalten. Diese Sätze, die sich mit Volksabstimmung beschäftigen, sollte man sich hinter die Ohren klemmen:
"Der Volkszorn ist unberechenbar. Er kann jederzeit aufgestachelt werden. Deshalb sollten die bewährten demokratischen Verfahren einer Politik der kleinen, korrigierbaren Schritte unbedingt weitergepflegt werden. Denn niemand sei im Besitz der Wahrheit, auch nicht der Wähler." Seine Rede endete mit dem Begriff der Schwarmintelligenz, die ich lieber als Schwarmdummheit bezeichnen möchte. Er sprach von der Tyrannis des Stärkeren und dass durch das Internet das Gefüge der Demokratien grundlegend verändert wird.
Dies in aller Kürze obwohl es darüber noch viel zu sagen gebe.

Um nicht allzu sehr ins Grübeln zu kommen, hier noch ein Rezept für die Tomatensaison. 

Tomaten werden gerne frisch aus dem Kühlschrank, roh gegessen. Gut schmecken Sie allerdings nur bei Zimmertemperatur. Sehr gut eignen sie sich jedoch als Gemüse. Man halbiere oder viertle sie und schwenke sie in Olivenöl. Würzen mit Salz, Pfeffer und vielleicht noch mit ein wenig Lavendel und Thymian. Der austretende Saft wird auf großem Feuer eingekocht und mit etwas Butter gebunden. Die mit die Tomaten nicht zu weich werden, sollte die ganze Prozedur nicht länger als zwei Minuten dauern. 

29. Juli 2017

826 Euro
Restaurant L'Ambroisie, das war vor sechs Jahren. Soviel muss Drei-Sterneküche kosten, wenn kein Patron die Verluste ausgleicht.
Es ist ja andauernd die Rede von Sterneköchen,
ganz besondere Aufmerksamkeit wird "Weltmeistern" mit drei Sternen zuteil. Von den Leuten, welche diese Höchstleistungen finanzieren ist jedoch herzlich wenig die Rede. Nie hört man etwas von Dankbarkeit gegenüber den Betrieben die sich diesen Wahnsinn leisten und ihrem Küchenhelden einen hochdotierte Wohlfühlkokon bieten.

Unbehelligt von Buchführung, und bürokratischen Hürden kann man schalten und walten wie man will. Man halte sich vor Augen, dass das Kochen nur 30 Prozent der Probleme eines Restaurant sind. Mit anderen Worten, jeder Einsternekoch hat 70% mehr Probleme zu bewältigen, ganz zu schweigen von den Sorgen um Kredite u.s.w.

Je länger ein Betrieb sich mit drei Sternen schmücken darf, um so mehr häuft sich der finanzielle Verlust, den man auch als Werbekosten schönreden kann. Kommt hinzu dass verdientermaßen ein solcher Spitzenkoch das vierfache verdient wie ein normaler Smutje. Leider ist es so, dass es der Narzissmus einiger solcher Köche nicht zulässt, ein wenig Dankbarkeit zu zeigen.

Einer der besten Köche der Welt, Bernard Pacaud, kocht in Paris in freier Wildbahn. Die Menüs dort sind sehr teuer. Fehlt das Sponsoring eines Hotels oder eines Mäzens, dann sieht die Rechung aus wie auf dem Foto nebenan. Wir waren zu Dritt und haben nicht viel verspeist. Seit dem Restaurantbesuch sind mittlerweile sechs Jahre vergangen. Heute kann man noch 300 Euro dazu legen. Es handelt sich hierbei nicht um Wucher, sondern um solide, knapp bemessene Kalkulation. Sie werden es kaum glauben: Der Koch war nie und wird nie, ein reicher Mann.
Unterm Strich betrachtet, mit der Weisheit und dem Abstand Abrahams gesehen, ist Drei-Sterneküche eine ziemlich obszöne Angelegenheit.

22. Juli 2017

Meine Rezepte gegen Liebeskummer
Jeder Mensch kennt Liebeskummer, und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur leider fühlt man sich nach dem Verzehr von Eis in Literbechern und haufenweise Fast Food nicht gerade besser – im Gegenteil! Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz auch lieber den Rat eines wahren Kenners einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und guttut: Vincent Klink verrät in diesem Buch, wie man mit gutem Essen den Liebesschmerz lindern und die Tränen wieder trocknen kann.
Erscheinungstermin 17. November 2017
Rowohlt Verlag


So kündigt der Rowohltverlag mein neues Buch an. In Sachen Liebe war ich schon eine Kapazität. Vincent, der Frauenflüsterer könnte locker einen Lehrstuhl für Liebes-Psyologie besteigen. Gemach, er tut das nicht! Mit oder ohne Lehrauftrag: Liebe ist immer eine Momentaufnahme. Ist sie hinter uns oder vor uns, beides hat dann wenig Bedeutung, auch wenn der Liebeswahn hochlodert. Und nochwas: Da Liebe heutzutage meist mit Sex verwechselt ist, sollten sich eigentlich die Personaltrainer der Sportstudios dieser ambivalenten Zustände annehmen. 

Aber keine Frage, echte Liebe gibt es sehr wohl, und der Schmerz darum geht meist weit über ein Ziehen in der Brust hinaus. Um es kurz zu machen, bevor sich jemand aus dem sechsten Stock wirft, um aller Welt zu zeigen wie schmerzlich sein Dasein ist, empfiehlt der Koch einen tollen Reisbrei zu kochen. Übrgens eines der schwierigsten Rezepte dieser Welt, wenn es kein Mampf sondern Weltklasse sein soll. Also erstmal den Brei köcheln und dann ihn restlos aufessen, wer sich dann noch aus dem Fenster wirft ist selbst schuld.

Was gar nicht hilft und geht, das sind die sogenannte Sexy Gerichte. Einige male durfte ich bei Kollegen im nördlichen Deutschland Sexy Food zu mir nehmen. Berlin ist voll davon. Ehrlich gesagt, geschmeckt hat mir das alles nicht. Mag sein, dass manch Potenzgestörter statt teurer Nashorntinkturen sich mit Sexy Food retten will. Na ja, manchmal hilft ja auch ein Palcebo.

14. Juli 2017

Der Schriftsteller und Künstler Johann August Strindberg,

 wurde 1849 in Stockholm geboren und starb am 14. Mai 1912 auch dort. Er gilt als einer der wichtigsten schwedischen Autoren, besonders seine Dramen sind weltbekannt, aber auch als Maler zeigte er Hervorragendes. Im wurde 2001 im Musée Quai d'Orsay in Paris extra eine Retrospektive gewidmet.

In einem Essay bemerkte er einmal ungezwungen, dass ihm die Malerei nicht mehr sei als ein Steckenpferd und ein Ausgleich zum Schreiben. Seine künstlerisches Wirken zeigt aber, dass es ihm mit der Malerei durchaus Ernst war. Ihm half die die bildende Kunst auch über Schreibblockaden weg und sonstige Probleme hinweg. Er lebte mit Frauen nur unter Schwierigkeiten zusammen und verheiratete sich dreimal. Das Glück war jeweils nur von kurzer Dauer. Große Künstler siind häufig Egomanen. Hier nun ein kleiner Auszug seiner »Schriften zu Malerei, Photographie und Naturwissenschaften«
„Was ist die Moderne“: 

„Ich werde nie jenen Mann vergessen, der, um das Jahr 1848, einen Schwung Zylinderhüte gekauft hatte, von der Form, die im Volksmund, „Röhren“ genannt werden. Im ersten Jahr war er in seinem Dorf der Frauenschwarm im dritten war er schon nicht mehr hochmodern, und nach fünf Jahren durfte er sich nicht mehr zur Jugend zählen, er war ein Fossil. Nach Ablauf von sieben Jahren, siehe da, war er mit seiner Röhre noch einmal der Modernste der Modernen, und also hatte er all die Unannehmlichkeiten zu erdulden, die ein verfrühter Modernismus mit sich bringt! Schließlich, als er im Jahre 1880 seine Bilanz zog, hatte dieser Stoiker den Mut gehabt, sechsmal antiquiert zu sein, und sechsmal hatte er das Glück des Modernen genossen. Könnte die Jugend wissen, was die Moderne ist! Und wenn das Alter wüsste - ein Mittel wüsste, die Jugend zu lehren, wie rasch die Moderne vergeht, heute schneller als früher, und dass die vergangene Moderne älter ist als das Alte selbst, man würde sich hüten vor dem Etikett MODERN“.

In der Kocherei sehe gewisse Parallelen zu dem vorangegangenen Text. Dieses Jahr erlebe ich mein fünfzigstes Berufsjahr und muss sagen, kein Grund zum Feiern. Die Zeit ist ganz von selbst vergangen und man hätte sowieso alles besser machen können. Ich bin aber ganz zufrieden damit, dass ich ein halbes Jahrhundert meinen Küchenstil nur behutsam modernisiert habe. Letztlich ging es immer darum der Natur nahe zu sein und eine gesunde Küche zu bieten. 


11. Juli 2017

Wer Spiegel liest ist selber Schuld. 
Es gab noch Zeiten, da gab es den Qualitätsjournalismus noch häufiger. Heutzutage braucht es keine Recherche mehr, sondern nur einen zündenden Aufmacher der die Auflage hebt. 
Im Spiegel ganz vorne dran, der uralte Spruch von mir "Allergiker keinen Zutritt". Lesen Sie auf der Fotografie was wirklich dort steht. 

11. Juli 2017

Christian Seiler
ein echter Wiener Genussmensch (dem man dies nicht ansieht) und mit einer gastronomischen Ahnung, die man in Deutschland kaum vorfindet. In diesen Topf kann ich aber alle Österreicher auf Silber servieren. In Sachen Genuss sind wir gegen Österreich ein Entwicklungsland. Ja, ja, trotz all der Sterne die wir haben und die überhaupt kein Indiz für genießerischen Volksempfinden sind. 

Als Beispiel diesen kurzen Textauszug:
Die Gastronomie - wie leider auch die Kunst und die Musik und der Fußball, sofern er interessant sein soll, fällt längst unter den Überbegriff "Showbusiness".
Weiter richtet der Autor das Wort an die kreativen Köche ...Ich finde es auch nicht nötig, dass so viele von euch beginnen, Obst und Gemüse, nein, nicht haltbar zu machen, sondern zu fermentieren, als durch enzymatische Umwandlung in einen anderen Aggregatszustand zu überführen. Ihr müsst nicht, was etwa in Korea mittels Milchsäuregärung praktiziert wird, in wenigen Wochen nachlernen und uns mit "hausgemachten" Fermentations-Zwischenprodukten verwöhnen, deren Wirkung auf den Metabolismus noch nicht erprobt ist, jedenfalls nicht von mir. Es gibt das Zeug auch zu kaufen, bei Produzenten, die das können. So spricht unter vielem anderen, der Österreicher Seiler, dessen Kolumnen man sich nicht entgehen lassen sollte. http://www.christianseiler.com/

Vincent Klink kann das alles gut nachvollziehen. Die langen Gourmetmenus transportieren im Grunde viel Puritanismus und kleinbürgerlich Geschwollenes. Drei bis vier Stunden picken, zwischen jedem Gang zwanzig Minuten Pause? In zwei Minuten habe ich die Preziose auf dem Teller weggeputzt und dann wird zwangsläufig das Warten wieder mit Trinken überbrückt.

Es gibt disziplinierte (oder geizige) Leute, die trinken so langsam, dass mehr im Glas verdunstet als getrunken wird, denn die Pausen zwischen den Gängen summieren sich gerne auf ein- bis zwei Stunden, wenn nicht mehr. Ein echter Weintrinker hat dann, jedenfalls, so geht es mir: Ich habe dann einen Gewaltigen sitzen und muss mich ins Taxi tragen lassen. 

Übrigens: Solche Gourmetabenteuer werden dann als bekömmlich angepriesen und von den Medien gefeiert. Dies aber nur, weil nur wenige Redaktionen solcherlei Strapazen finanzieren und so wird fleißig, mit leerem Gedärm darüber geschrieben. Der Seilers Christian gehört aber nicht zu diesen Hungerkünstlern.

4. Juli 2017

Es gibt Köche, die sich an Salzburger Nockerln kreativ vergreifen.Warum? Weil sie die originalen nicht hinkriegen? Die Liste umgebauter Klassiker infolge Nichtkönnens ist endos.
Kunst darf alles, Essen aber nicht. 
Ernährung, auch wenn sie sich der Gourmandise hingibt, darf kein Spielplatz des Hedonismus sein, sondern muss immer auch mit den Hunger der Welt und den Tierschutz reflektieren. Wie weit der gute Koch seine Kreativität ausleben darf, darüber zu urteilen steht mir nicht zu. Meine ethische Auffassung jedoch erlaubt mir nur enge Grenzen.