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Sonntag und Montag Ruhetag

Küchenzeiten:
12.00 - 13.30 Uhr
18.00 - 20.30 Uhr

Signatur Vincent Klink Vincent Klink
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

*

Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

Januar 2017

31. Januar 2017

Frierende Köche muß man meiden.
Ein guter Koch schwitzt immer. Das hat mit Außentemperaturen gar nichts zu tun, sondern mit innerer Glut. Der gute Koch ist ein Round the Clock-Maniac und deshalb selten hungrig. Hunger und frieren, das gehört zusammen, jedoch nicht zu einem Koch. Das paßt eigentlich zu niemandem, weshalb Diätkuren zu Winterszeit keine Konjunktur haben sollten und nur von Masochisten betrieben werden. So sind es also nicht nur die Festtage, die uns an die dampfenden Töpfe treiben. Es ist der Instinkt, der Körper weiß was er braucht, auch wenn Heerscharen von Ernährungsberatern dagegen wettern.

Hält man die Küche konsequent unter Feuer, vertreibt man nicht nur Sorgen sondern auch Schnupfen und sonstige Malaisen. Nehmen wir mich mal als Beispiel: Wie soll ein Bakterium bei mir eindringen, wenn dort dafür gar kein Platz mehr ist. Es versteht sich von selbst, daß ich seit Jahren keinen Schnupfen mehr hatte.

27. Januar 2017

Louis Armstrong ist bis heute der Inbegriff des Jazztrompeters


Baked Beans

von Louis Armstrong


Für 4 Personen

1 Literdose        rote Kidneybohnen
3 EL                  Tomatenmark
1                        grob gewürfelte Zwiebel
1                        Stange Lauch, auch in grobe Würfel geschnitten
2 EL                  Olivenöl
1 TL                   grob gestoßener schwarzer Pfeffer
1                        klein gehackte Chili
1 Zehe               Knoblauch

Baked Beans sind mein Lieblingsgericht, yeah, so wahr ich „Honey-Dipper“ heiße. Da die Bohnen aus der Dose sind, ist das Gericht ziemlich einfach zuzubereiten. Das Öl in den heißen Topf und die Zwiebeln darin anrösten. Original muss Knoblauch dran. Es schmeckt auch ohne.

Sind die Zwiebeln hellbraun, dann den Knoblauch hinzugeben und auch so lange mitrösten, bis sie kräftig gebräunt sind. Nun geben wir das Tomatenmark hinein und gleich darauf die Bohnen sowie  die restlichen Zutaten. Kurz ordentlich aufkochen, abschmecken und fertig.

Keep on swinging, Euer Louis

Bohnenkerne,
dicke, kleine bunte, egal, man kann sie in Dosen kaufen oder frisch kochen. Als eines der wenigen Gemüse vertragen sie das Einkochen in Dosen hervorragend. Sie frisch zu kochen erfordert keinerlei Geschick. Man muss aber wissen, dass unter einer Stunde nicht viel passiert.

Absolut wichtig ist das Einweichen der Bohnenkerne.
Der Grund ist folgender: Bohnenkerne sind steinhart. Werden sie gekocht, so kochen erst die äußeren Schichten weich. Bis das Innere weich ist, zerfällt das Äußere.

Also einweichen mit doppelt so viel Wasser als die Bohnen die Schüssel bedecken. Mindestens 12 Stunden lang. Man bedenke, die Bohnen saugen das Wasser auf, sie werden wieder fast wie frisch. Hat man sie mit zu wenig Wasser bedeckt, saugen sie alles Wasser auf und die Bohnen liegen anderntags wieder trocken. Ganz schlimm ist es, wenn unten die Bohnen noch im Wasser sind, und einige oben trocken liegen. Bis die dann beim Kochen alle weich sind, sind die unteren, eingeweichten Bohnen zu Matsch. Die Bohnen haben dann zweierlei Garzeiten. Ganz großer Mist.

20. Januar 2017

Heute biete ich Ihnen meine Wortschöpfung an:
Heute ist T-Day
ein Tag der Folgen haben wird.
Dazu will ich nichts sagen, denn ich bin sprachlos.

Halt! Habe doch noch was zu sagen. Ich schaute mir die Inthronisation an. Was isch sah, war ein Mega-Monströser Kirchentag. Die U.S.A. ein totaler Gottesstaat, ist ja schlimmer wie im Islam.

6. Januar 2017

In dem Buch "Gebrauchsanweisung für Stuttgart",
erfährt man nicht viel über Gastronomie. Das muss auch nicht sein. Immerhin, die "Wielandshöhe" wird kurz erwähnt. Das Interieur sei brav und das Publikum bieder, so die Autorin und bekennende Pietistin.  Stammgast Gerhard Polt hatte an dem Urteil herzhafte Freude, und Peter Handke, der Maler Günther Uecker, oder Jan Josef Liefers sind ja als Biedermänner geradezu legendär. Ein rundum lustiges Buch.

Das brave Interieur der Wielandshöhe (siehe Foto)? Lassen wir es so, oder motzen wir zur Disco auf? Auf alle Fälle, soviel sei unserem biederen Stammpublikum versprochen, die Bude wird nicht abgerissen.

6. Januar 2017

Gulaschsuppe hilft gegen jede Art von Influenza, Magenrumpeln und Depri-Anfälle


Rezept für 4 Personen
Zutaten:
2                         Zwiebel
1 EL                    Butterschmalz
600 g                  Rindfleisch aus der Schulter
                            etwas Salz
2 EL                    Paprikapulver, rosenscharf
1 EL                    Tomatenmark
1 l                        Fleischbrühe
3                          Kartoffeln, fest kochend
1                          rote Paprika
1                          grüne Paprika
1                          Peperoni
1 TL                    Kümmel
1/2                     Zitrone Abrieb
2 EL                   Olivenöl

Zubereitung
1.Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. In einem Topf Olivenöl erhitzen, die Zwiebeln darin anbraten.
2. Das Rindfleisch in 1 cm kleine Würfel schneiden und zu den Zwiebeln geben. Mit Salz und Paprika würzen.
Tomatenmark zugeben und kurz mit rösten. Mit der Brühe auffüllen und kochen.
3. Die Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden und zur Seite stellen.
4. Die Paprika putzen und in feine Würfel schneiden. Die Chilischote entkernen und sehr fein
würfeln. Beides zur Seite stellen.  
5. Das Fleisch solange sanft köcheln bis es weich ist. Je mehr Sehnen das Fleisch hatte um so besser wird alles. Allerdings verlängert sich die Garzeit dann beträchtlich. Man kann bis zu zwei Stunden rechnen.
5. Ist das Fleisch weich, kommen die Kartoffelwürfel, die Paprikawürfel und die Peperoni ins Gebrodel. Jetzt nochmal 20 Minuten kochen. Wenn übrigens alles ein bisschen zerfällt so kommt das dem Ideal sehr nahe. Ist die Suppe zu dick, gibt man etwas Wasser dran, bevor Rotwein wäre auch eine sehr gute Alternative. Das sollte man auch immer dann tun, wenn alles anzubrennen droht.

Abschmecken mit reichlich schwarzem Pfeffer, Salz, abgeriebener Zitronenschale, und 1 Teelöffel gemörsertem Kümmel

Dazu passen Bretzeln oder sonstiges, gutes Brot.



4. Januar 2017

Und noch ein bisschen Krawall zum Silvesterabend und einen Gruß ins kommende Jahr.

An dieser Stelle noch Mitgefühl an alle Polizeibeamte.
Eigentlich gilt doch Koch als harter Beruf. Ich glaube Polizist ist schlimmer. Diesem Berufsstand misslingt alles. Beißt in der Silvesternacht ein Ausländer einen Kölner Jecken in die Hand, und nehmen wir an, der Polizist zögert und erwürgt ihn nicht gleich, dann hat der Polizist total versagt. Kontrolliert der Polizist Ausweise um nach Ilegalen Typen zu suchen, dann handelt der Polizist menschenverachtend.
Das meint jedenfalls die Heulsuse und Chefin der Grünen. Wahrscheinlich können wir die Situation gar nicht ermessen, wenn man 1000 grimmigen Leuten gegenübersteht und sich von denen in bestem Gutmenschensinne eigentlich verprügeln lassen muss, die eine Backe hinhalten und dann noch die Andere. Das alles für einen mickrigen Lohn und massenhaft Überstunden.

Ob ich in Zukunft noch Grün wähle, das muss ich mir noch schwer überlegen? 
Da müsste doch auch endlich mal die Kanzlerin aus ihrer Kochkiste krabbeln und den Polizeibeamten den Rücken stärken. Allerdings, es sei geklagt, mittlerweile sind die Zeiten so bescheuert, dass es dazu wahrscheinlich ein Gutachten braucht. Und warum? Weil im öffentlichen Establishment keiner mehr hin steht, sich was traut und Verantwortung übernimmt.
 Alle haben Angst um ihre mickrig Karriere und vor Shitstorm. Letzterer vergeht, aber der Scheiß bleibt.
Und jetzt kriege ich wahrscheinlich wieder wegen dem Wörtchen "Scheiß" einen Shitstorm an den Hals. Aber es gibt ja Seife!

Herrgott bin ich froh, dass ich Koch bin.


Der Partei der Grünen bin ich von Berufs wegen verbunden. Immerhin haben Sie eine Bewegung des Respekts vor der Natur angestoßen. Das ist lang her. Doch jetzt? Überall Feinstaubplakate, aber keine Taten. Ich fahre nur noch mit dem Fahrrad in die Stadt und zurück den Berg hinauf mit der U-Bahn. Schön wär’s. Die Wagen rappelvoll. Man hat kein Geld für weitere U-Bahn-Anhänger, in die zur Stoßzeit Fahrräder reinpassen. Man holt wegen Feinstaub die Leute aus den Autos, bietet aber keine Alternative. Dafür hat man kein Geld. Und das in Stuttgart, der Stadt der Armut. Vom Katastrophenbahnhof auch keinen Bedenken-Pieps mehr. In den Gesichtern der Verantwortlichen sind keine Münder mehr zu erkennen sondern nur noch Sparschlitze wo höchstens ein Cent reinpasst. Ohne Wutausbruch kann ich kaum merh aus dem Haus. Die neueste Idiotie: Auf den Parkplätzen der Bundesstraßen im Ländle sieht es aus wie in der Dritten Welt. Man hat die Mülltonnen abmontiert. Für Entleerung ist kein Geld da. Ecetera, ecetera, mir bleibt nur Zetern.

4. Januar 2017

Gutes Essen muss nicht sein wie Rockmusik, Formel-Eins oder Fußball.
Gutes Essen muss auch nicht sexy sein, das sind wir hoffentlich selbst.
Gutes Essen sollte einfach nur gutes Essen sein.
VK zum Neuen Jahr



Unsere Gäste zum Jahreswechsel, das sind bis auf wenige Ausnahmen, seit Jahren die gleichen Stammgäste. Sie sagen, dass unser Silvestermenü jedes Jahr mindesten zwei Michelinsterne rechtfertigen würde. Jetzt fragt sich der Flaneur, warum wir das nicht das ganze Jahr machen. Die Antwort ist einfach: Ich habe es gerne einfacher, und auch darum weil dies mindestens genauso schwierig, und nur schwer zu kopieren ist. Die einfache Küche braucht tiefes Wissen und lange Zeit des Erlernens. Nun bin ich 50 Jahre lang Koch, vor zwanzig Jahren hätte ich es nicht hingekriegt. Um aber nicht nur von mir zu reden, meine Mitarbeiter ziehen den Karren.

Und wenn der Hummergang des Silvestermenüs eine japanische Anmutung hat, so ist keine Modemarotte. Dies ist unserem japanischen Küchenmeister zu danken, der seit einem halben Jahr bei uns arbeitet. Sein Name Shinichi Nakagawa. Er macht übrigens den besten schwäbischen Kartoffelsalat, da neigt selbst der alte Chefkoch V. K. sein Haupt.

3. Januar 2017

Bei der ganze Thematik der Übersensibilität, des Wahns und der Paranoia soll nicht übersehen werden, dass es wirklich Leute gibt, die ernährungskrank sind. diese Gäste sind in der "Wielandshöhe" bestens aufgehoben. Auch vegan zu kochen ist hochinteressant. Blöd wird es, wenn sich zum Veganen noch eine Früchteunverträglichkeit gesellt und eine Allergie gegen Lauch- und Zwiebelgewächse dazukommt. Das habe ich alles schon erlebt. Generell, sind mir aber solche Patienten lieber als Leute die sich Quälfleisch einverleiben.

Ob Fett- und cholesterinfrei, vegan, paleo oder mit wenig Kohlehydraten: Unentwegt werden die Konsumenten über neue Essentrends in Kenntnis gesetzt, die das Leben verlängern sollen. Dabei stützen sich die Verkünder der neuen Essenskultur auf Forschungsergebnisse, die durchweg nicht das halten was sie versprechen.
So der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop in seinem Buch Ernährungswahn. Ist am Ende die aktuelle Ernährungshystrie eher ein soziologisches als ein biologisches Phänomen?

Ernährungswahn: Warum wir keine Angst vorm Essen haben müssen.
Uwe Knop, Rowohlt Verlag Hamburg, Taschenbuch, EUR 9,99


 

2. Januar 2017

Henry David Thoreau
geboren am 12. Juli 1817 in Concord, Massachusetts und dort auch am 6. Mai 1862 begraben. Er war ein amerikanischer Schriftsteller und Philosoph und ein Vorbild für Friedens- und Umweltaktivisten.

Er verdiente eine Zeit lang seinen Lebensunterhalt als Landvermesser, hielt aber auch Vorträge gegen soziale Ungerechtigkeit und gegen die Sklaverei.

Er weigerte sich Steuern zu zahlen, weil er das Fehlverhalten des Staats nicht unterstützen wollte.
Sein Essay: "Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat" inspirierte Mahatma Ghandi und Martin Luther King für den gewissensgeleiteten, gewaltfreien Widerstand gegen die Obrigkeit. Bis in die Gegenwart gilt diese Schrift als Standardwerk und Thoreau als  Namensgeber des zivilen Ungehorsams.

In seinem Buch anderen wichtigen Buch „Walden“ (1854) beschreibt er seinen zweijährigen Aufenthalt in den Wäldern von Concord, das vier Stunden Autofahrt, nördlich von New York, in der Nähe von Boston finden ist.

Seine Gedanken waren keineswegs Weltflucht, sondern er bemühte sich um Fingerzeige gegen sinnentleerten Konsum. Dies schmale Büchlein ist bis heute die „Bibel“ für vernünftige, naturnahe und nachhaltige Lebensweise. Man kann verstehen, dass mir als Koch, dieses Buch viel Inspiration gegeben hat. Es ließ mich die Natur anders sehen, und dass ich mich von modisch-chemischen Küchentricks fernhalten sollte.