Tisch online reservieren
»

Tischreservierung auch per Telefon
Telefonnummer


Ihr Menü:

Sonntag und Montag Ruhetag

Küchenzeiten:
12.00 - 13.30 Uhr
18.00 - 20.30 Uhr

Signatur Vincent Klink Vincent Klink
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



*

Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

*

Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

Dezember 2014

31. Dezember 2014

SILVESTERMENÜ 2014

31. Dezember 2014

ZUM JAHRESAUSKLANG
Ali Ahmad Said Esber, ‏علي أحمد سعيد‎,  (* 1. Januar 1930 in Qassabin bei Latakia in Nordsyrien).  Der syrisch-libanesische Lyriker und Intellektuelle eröffentlicht unter seinem Künstlernamen Adonis (‏أدونيس‎) und lebt in Paris/Defense im 40. Stockwerk.

Angesicht Pegida und unbegründeter Ängste: Der Dichter erwähnt unter anderem, dass sich in der arabischen Welt ein hundertjähriger Krieg anbahnt und der Islam sich selbst zerstören wird.

Hier noch einige Sätze, über die jeder denken kann wie er möchte.


*Es hat nie eine arabische Modernität gegeben. Gesellschaften, die sich auf ein religiöses Menschenbild und eine religiöse Weltsicht gründen, können nicht modern sein. Die arabische Moderne gibt es nur zum Schein, die Autos, die Kühlschränke, die Flugzeuge, die schönen Kleider sind nur Dekoration und haben das Land äußerlich in ein modernes Kaufhaus verwandelt. Es ist der schlimmste Autoritarismus im Gewand einer sogenannten Freiheit.

*Wenn die Muslime von einer echten Revolution träumen, sollten sie zwei Dinge tun. Sie müssen Religion und Staat trennen. Und sie müssen die Frauen befreien. Ohne die Emanzipation der arabischen Frau wird es in den arabischen Ländern niemals einen Fortschritt geben.

*Der Monotheismus überlässt seinem letzten Propheten jeweils die ultimative Wahrheit. Das heißt: Am Ende hat Gott nichts mehr zu sagen, es gilt nur noch das Wort des Propheten. Und jeder Monotheismus hält seinen Propheten für den einzig legitimen.

*Europa unterstützt Staaten, die nicht einmal eine Verfassung haben, wie Katar und Saudi-Arabien. Es unterstützt diese Regime nicht nur, es verbeugt sich vor ihnen. Amerika unterstützt die religiösen Kriege in den arabischen Ländern seit langem. Durch den Irakkrieg haben die Amerikaner den sunnitisch-schiitischen Konflikt ins Rollen gebracht, der zu entsetzlichen Massakern geführt hat.

*40 Länder haben sich gegen den IS verbündet, dennoch passieren dessen Waffen die Türkei. 40 Länder schaffen es nicht, einen sogenannten islamischen Staat zu schlagen. Und warum nicht? Weil sie gar kein Interesse daran haben. Das ist alles nur Theater.

*In dem tiefen Konflikt zwischen denen, die den Glauben zur Privatsache erklären wollen, und denen, die einen religiösen Staat bilden wollen, steht der Westen auf der Seite der Religiösen. Man kann die Lage in den arabischen Ländern nicht verstehen, wenn man Palästina ausklammert. Auch Israel ist ein religiöser Staat. Und der religiöse Staat ist im Interesse des Westens. Man will nicht, dass sich diese Welt befreit.

*Saudi-Arabien, Jordanien und Katar sind Alliierte des Westens. Der Westen ist ein integraler Bestandteil der Existenz der arabischen Länder. Er ist nicht Zuschauer, er ist Handelnder, absichtlich Handelnder. Und er hat keinerlei Interesse an einem arabischen Laizismus.

*Es wird einen neuen hundertjährigen Krieg geben. Einen Krieg zwischen den Muslimen mit dem einzigen Ziel, die innere Kraft des Islams völlig zu zerstören. Der große Krieg des 21. Jahrhunderts wird ein innerarabischer Krieg sein, in dem sich die arabische Welt selbst zerfleischt und zugrunde geht.
Im Mittelalter gab es immerhin den Willen der Philosophen und Gelehrten, das Mittelalter zu überwinden. Und man hat es überwunden. Jetzt unternimmt man im Gegenteil einige Anstrengungen, um ins Mittelalter zurückzukehren. Und diese Rückkehr ist gern gesehen, um nicht zu sagen befördert durch den Westen.

*Für den Islam war der Anfang das Absolute. Für die Muslime ist der absolute Fortschritt die Rückkehr zum Anfang.  Es gab immer den Kampf um den wahren Islam. Den Islam als solchen gibt es jedoch überhaupt nicht, er ist vollkommen ideologisiert. Im Namen des Islams kann man einen islamischen Staat gründen oder bekämpfen.

*Auch der Krieg zwischen den Schiiten und den Sunniten beruht lediglich auf einem Interpretationsunterschied. Zwischen den beiden gibt es keine religiösen Unterschiede, beide folgen demselben Propheten, demselben Buch, aber sie lesen es verschieden. Wer entscheidet in so einem Fall? Nicht die Dichter und die Philosophen, sondern die Macht.

*Meine Generation träumte von einer Wende, von einer Trennung von Religion und Staat. Meine Heimat Syrien ist vollkommen zerstört, für nichts und wieder nichts. Was war der Plan? Die syrische Diktatur zu zerstören? Gut, ich bin dafür. Aber man löscht einen Diktator nicht aus, um ihn durch tausend andere Diktatoren zu ersetzen. Was mich rettet, ist, dass ich das Theater durchschaue. Aus 80 Ländern der Erde Söldner zusammenzukaufen, um im Irak und in Syrien Krieg zu machen, ist keine Kleinigkeit. Man mordet auf offener Szene. Und alle Araber spielen mit.

*Und zum Schluss: Das wahre Problem ist nicht der Tod, der Tod ist banal. Das wahre Problem ist das Leben.



19. Dezember 2014

Statistisch gesehen reklamiert bei uns nur jeder 5000ste Gast schriftlich. Mündlich und problemlos sind es etwas 500. So gibt es letztlich kaum Grund für Aufregung.
Man möchte in einem Restaurant einen Tisch bestellen oder in einem Hotel ein Zimmer buchen. Nur das will man, nicht mehr und nicht weniger. Man kriegt aber viel mehr um die Ohren gehauen. Am Telefon legt auf der Stelle eine Gebetsmühle los und die Standardfloskeln preludierten über mich herein, als sei ich unter ein Güllefaß geraten.

In gehobenem Rezitativ berennt mich die Stentorstimme eines weiblichen Rezeptions-Muezzins: „Einen wunderschönen guten Tag, Sie sprechen mit  Armanda Häberle-Mollenkopf vom Hotel Blah-Blah-Blah, wir sind höchsterfreut über Ihren Anruf. Was kann ich für Sie tun?“ Der grenzdebile Redeschwall hat mich beim letzten Mal dermaßen ausgeknockt, dass ich meiner inneren Balance verlustig ging und irgend ein in mir wohnender Geist raunte: „Sehr verehrte Frau Armanda Häberle-Mollenkopf, erlauben sie mir, dass ich den Advance-Service Ihres Hause in Anspruch nehme: Wollen Sie mit mir schlafen?“

Gleich darauf war ich von meinen eigenen Worten so überrumpelt, dass ich nur noch murmeln konnte: „Mein Name ist Siegmund Freud, entschuldigen Sie, ich hab’s mir anders überlegt“.

Ganz nebenbei, wenn wir Reklamationen bekommen, dann fast immer den Service betreffend, der als unfreundlich bezeichnet wird. Ja, liebe Leute, das waren noch Zeiten, als man den Bedienungen noch auf den Hinterschinken hauen durfte. Solche Gastronomie nannte man „heimelig“ und die servierenden Dulderinnen nannte der Stammgast gern sein „Herzele“.

Unsere Servicedamen stülpen nicht ihr Inneres nach außen und schauspielern dies auch nicht. Auf der Schleimspur des geheuchelten Hab-Dich-Lieb-Lifestyles sollen andere ausrutschen.

Warum suchen Gäste, die am Liebesmangel-Syndrom oder an Mauerblümchenkomplexen leiden, nicht ein Therapiezentrum auf oder entern mal ein Urschrei-Symposion in Indien? Muss es unbedingt die Kneipe sein? Wir bieten korrekten, unauffälligen Service, wie das unsere Stammkundschaft seit Jahren schätzt. Nicht mehr und nicht weniger. Klagen über unseren Service werden unverzüglich in den Papierkorb geschmissen. Ich würde das nicht tun, wenn ich auch nur den geringsten Zweifel an meinen Servicedamen hätte. Und wenn mich meine Ladies einmal nicht anhimmeln, dann wirke ich meiner Verzweiflung entgegen und sage ich mir, "das darf auch mal sein". in zehn Jahren werden sprechende Serviceroboter erfunden sein. Man wird sie je nach Kundschaft mit unterschiedlichster Freundlichkeitsheuchelei programmieren können. 

10. Dezember 2014

Unten Stehendes könnte auch von mir sein, wenn ich mich nicht auf meiner Identitätssuche in der Identität meiner Therapeuten verstrickt hätte. 

Ich weiß gar nicht ,
warum Menschen immer
ihre Identität suchen müssen.
Mir haben sie gesagt, wie ich heiße,
das hat mir vollkommen gereicht.

Gad Granach schrieb das Buch „Heimat los!“
1915-2011

9. Dezember 2014

Haut den Brüsseltieren auf den Rüssel!
Heute rief mich ein Radiosender an und bat um ein Interview. Es soll um das neue EU-Allergen-Gesetz gehen. Ich sagte dass ich keine Ahnung davon hätte, obwohl ich ausführlich Zeitung läse. Ich dachte mir: "Was haben die Brüsseltiere nun schon wieder ausgeheckt?" Ich wurde aufgeklärt und tatsächlich tritt dieses Gesetz ab dem 13. Dezember in Kraft.

In jeden Botkorb müsste ich nun ein Schildchen stecken, dass unser Brot, wenig aber eben doch, Gluten enthält. Solche Schilder werden Sie jetzt auch in Bäckereinen finden. Streng genommen enthält fast jedes unserer Gerichte irgend ein verdammtes Allergen. In mir stieg Verzweiflung hoch und es reifte ein rettender,  brutaler Gedanke. Am Restaurantaushang findet man nun folgenden Text. 

ALLERGIKER!

Ab diesem Monat tritt die neue Allergen-Kennzeichnung in Kraft. Das EU-Gesetz gilt, aber niemand kann uns Auskunft geben wie es genau funktioniert. Wir sind auch nicht geneigt unsere Karte mit einer verwirrenden Anzahl von Bio-Zutaten zu verschandeln.
Deshalb sehen wir uns gezwungen, von dem im Bewirtungsgesetzes verankerten Hausrecht Gebrauch zu machen.
Ab sofort gilt also:

Für Allergiker kein Zutritt!
Oder aber wie bisher, und seit Jahren erfolgreich:
Setzen Sie sich an Ihren Tisch, sprechen Sie mit unserem Personal, wir beraten Sie gerne und kochen entsprechend.


6. Dezember 2014

Und nun zur Toleranzwoche in den Medien:
Unsere Jugend wird zur Toleranz erzogen, dagegen könnte man eigentlich nicht sagen, wenn dieser Charakterzug nicht ein absolut egoistisches Grundrauschen hätte. Wer das Gefühl hat, das ihn ein Problem nicht wirklich bedroht, der kann auch tolerant sein. Toleranz ist meist Gleichgültigkeit gegenüber Problemen die weit genug entfernt sind. Wie erhaben fühlt sich wohl so manche Charitylady unter ihrem abgehungerten Busen, wenn sie, nachdem sie das Champagnerglas abgestellt hat, einen steuerabzugsfähigen Scheck in die Sammelbüchse für Afrika werfen darf? Bevor mir jetzt ganz unwohl wird, höre ich lieber auf.

6. Dezember 2014

Gestern wurde ich gefragt, warum ich ein Faible für das Judentum habe? Meine Antwort hört sich schlicht an: „Für mich sind die Jüdinnen die schönsten Frauen der Welt“! Das müsste eigentlich genügen, aber ich setzte nach, dass ich mich sehr für die deutsche Literatur interessiere. Weniger die zeitgenössisch, sondern die Literatur, bevor die gescheitesten Leute aus Deutschland vertrieben wurden. Es war ein Aderlass, der bis heute fatal spürbar ist. Es ging nicht nur das tiefgründige Denken über Bord, sondern auch der Witz. Jüdischer Humor ist mittlerweile in Deutschland kaum mehr anzubringen. Sie liebe Leser, wollen wissen warum? Die Antwort ist einfach, deutscher Humor nährt sich meist von der Schadenfreude und der Jüdische vom Witz (Geist), der einmal um die Ecke denkt und einen von hinten erwischt. Deutscher Humor ist meist grauenvoll, und ungefähr so inhaltsreich wie die Erniedrigungen die Humor-Opfer in der Fernsehsendung „Verstehen Sie Spaß“ aushalten müssen.

Für mich ist der ganze Antisemitismus rundweg vom Neid unterfüttert. Ein Neid auf ein Volk, das auch manches falsch macht, aber unterm Strich faszinierend erfolgreich ist. Und warum wohl? Weil dieses Volk davon lebt, dass es überlebt und deshalb alle Kraft und Energie in die Ausbildung des Nachwuchses steckt.

Der Jüdische Kalender

von Hendryk M. Broder und Hilde Recher

Ölbaum-Verlag 2014/15

Über 260 Seiten 18,00 



Früher war der Drang zum Zweitbuch eine fest installierte Größe. Das hat sich durch das Internet überlebt. Heute braucht es kein Telefonbuch mehr, also braucht man nur noch eines, nämlich den Jüdischen Kalender. Aus dem dicht geschriebenen Buch quillt die Weisheit von 2000 Jahren, dazu kommen scharfsinnige Kommentare zum aktuellen Zeitgeschehen. Für mich ein Quell täglicher Erbauung sind die kurzen nachdenklichen Geschichten, sowie die Bonmots, die geistreichen Gedankensplitter bedeutender Persönlichkeiten und, wie oben angemerkt, der jüdische Witz.   
Und warum sich ein Koch für so etwas interessiert, und er Sie, liebe Leser, nicht mit Pfannkuchenrezepten verwöhnt? Dafür zeichnet die Google-Suchmaschine verantwortlich. Sie finden dort 21.400.000 Ergebnisse zu Pfannkuchen. Bon Appétit!

3. Dezember 2014

Für viele bedeutet der Monat Dezember, besonders ab der zweiten Hälfte, eine exorbitante Zunahme an Stress.
Hier nun ein hilfreicher Spruch:

L A S S E N   S I E    S I C H    N I C H T    G E H E N,

B L E I B E N    S I E    L I E G E N.



Genau, bleiben Sie Zuhause oder fahren Sie mit der Zacke auf die Wielandshöhe. Das Foto nebenan zeigt die Hauptausfallstraße nach Süden zu Autobahn, Böblingen etc.

Geschafft: Mittwoch, gegen 18.30 kann der fahradfahrende Würtembergische Verkehrsminister bekannt geben:
"Stuttgart ist autofrei"!
 Allerdings, das geschah etwas ungeplant, Mittwoch, also heute abend, ist der Verkehr komplett zusammen gebrochen.
Wie sagte doch der Barbier von Heslach, als er der Bötin ein Klistier verabreichte: "Das habe ich kommen sehen!"