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Signatur Vincent Klink Vincent Klink

Das "Internet-Tagebuch" aus den Jahren vor 2017 ist nun als tatsächliches Buch erschienen:

VINCENT KLINK
"Angerichtet, herzhaft und scharf."

Aus meinem Tage- und Rezeptbuch.

Aus vielen Jahren sind die besten Gedanken, des Lebens und der Küche, in diesem Buch festgehalten.

Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen, erhältlich in jeder Buchhandlung.
ISBN 978-3-86351-471-6




Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen: Rowohlt Verlag Reinbeck
Frau Tessa Martin



*

Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

*

Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

Dezember 2013

28. Dezember 2013

Blick von unserer Terrasse.
28. Dezember 2013
Das Neujahrsmenü ist wohl überlegt und manches bereits eingekauft. Einmal im Jahr gibt es bei uns Hummer, und Kaviar. An Silvester schlagen wir bewusst über die Stränge.

Was die Ware angeht so ist die Situation um Silvester immer prekär. Vor vielen Jahren hatte ich den Wahn es müssten Steinpilze aus Südafrika sein. Was dann im Postillion in Schwäbisch Gmünd ankam, war verfautes Zeug. Seitdem habe ich mir dieses russisch Roulette abgewöhnt. Keiner der Gäste weiß was es gibt. alle wissen jedoch, dass hier Ruhe herrscht und keine Musik oder sonstiges Entertainment die Stimmung stört. So geht das schon seit 30 Jahren.

Mittlerweile kochen wir ja Saisonal und Vieles kommt unserem Biohändler Willmann. Fisch, Seezunge und Hummer kommen aus Frankreich, Rehrücken schickt uns ein fränkischer Jägersmann. Alles was an diesem Abend geboten wird ist von teuerster Auswahl.
Es heißt der Schwabe sei geizig, das stimmt überhaupt nicht. 202 Euro, zehn Gänge mit Champagner. Die meisten der Gäste sind Widerholungstäter und die übrigen Plätze sind ab Mitte des Jahres bereits reserviert.

28. Dezember 2013

Meine letzte Weihnachtsreise ist 15 Jahre her.
Samstag:
Straße schneebedeckt, keine Chance auf Taxi
Benzintank leer, tanken
Netzteil vom Computer fehlt.
Alte Weinsteige, Auto rutscht, auf halber Höhe umkehren.
Unten rum eine flachere Route über die Neue Weinsteige. Also von der Alten Weinsteige in die Neue Weinsteige und dann ab nach Echterdingen zum Flugplatz.
Netzteil vom Laptop und der Ausweis fehlt, schnell wieder zurück.
Springe im Schnee hinunter. Dann den Berg wieder hoch, keuchend wie der Santa-Fé-Express.
Die Zeit drängt , einen Stunde vor dem Abflug muss an dort sein und jetzt ist es nur noch eine Dreiviertelstunde.
Keine Zeit für’s Parkhaus. Rein auf die Parkfläche für Kurzparker, nah am den Einchecktresen.
Vor dem Tresen. Schock, eine lange Schlange
Warten. Endlich und dann endloses durchleuchten Bergstiefeln meines Freunds Wiglaf Droste. Nicht lange her, da war in aller Munde die Rede vom Schuhbomber. Wiglaf hat keine Handgranaten im Stiefel, auch wenn sie so aussehen. Welch ein Dusel.
Wir werden aufgerufen. Rennen und keuchen.
Endlich im Flieger durchwursteln zwischen den Zweierreihen. Das Flugzeug ist für schlankere Herren entworfen. Warten. Tragflächen werden enteist. Startbahn vom Schnee räumen. Nun soll gestartet werden. Halt dann doch nicht.
Ein Gepäckstück ist zu viel. Alle wieder raus, rein in den Bus und ab zu einem entlegenen Hangar. Jeder muss sein Gepäck identifizieren.
Zurück, Rein in den Flieger. Warten, Flugzeug wird von Schnee gesäubert. Wieder enteisen. Hinrollen zur Startbahn. Wieder Warten. Start.
Frühstück gibt’s, ein Biobrötchen fest wie ein Lehmklumpen. Wurstähnliches undsofort.
Barcelona nach zwei Stunden Verspätung. Himmelklar. Kalt aber sehr hell.
Sitges eine Stunde von Barcelona.
Spaziergang zum nahen Meer. Schöner, alter Ort, mit Kirche am Meer, an ihr orientierten sich Seefahrern seit Jahrhunderten.
Abendessen
„IL ZODIACO“, Bonaires 21, 08870 Sitges, Antonio Vallecillos Heras, Tel. 8943128
Wiglaf ist glücklich mit Flageolettbohnen, Serranoschinken und Knofi, alles eintopfartig vermischt.
Eine gewisse Frau G. R läd uns abends zu Fischsuppe, Safrangelb. Ihr Freund H. H. lustiger umgänglicher Typ, ist mit irgendwelchen Meeresfrüchten zugange. Beide unterhalten sich und uns in putzigstem Hessisch, das auf mich immer so gefahrlos, um nicht zu sagen harmlos wirkt. Ein Wohlfühldialekt.
Vor mir liegen halbierte Seeigel auf dem Teller. Die Dinger sind knallheiß und die Igelhälften in Salzteig auf den Teller gebacken. Gefüllt sind die Stacheltiere mit Krabbenfleisch und den Seeigel-Eingeweiden. Alles dann mit geriebenem Brot überbacken. Saugut!
Zicklein. Ich einen Vorderlauf, die anderen geröstete Kotelettes. Dazu Patata Poveri. Ofenkartoffeln mit Lauch dazwischen. Herrlich, hier kann man es aushalten.

Sonntag
Nacht zuvor spät ins Bett gekommen, schweres Erwachen.
Fahrt nach Cabrera d’Anoia, Weingut Finca Can Feixes (gesprochen Feischas), Fam. Huguet de Can Feixes. die winzer feine Leute im Barbour, irgendwie schuldenfreier Landadel.
Mittagessen in Mediona
Wiglaf stürzt sich auf Pulpostücke mit Knoblauch gebraten, danach gefüllter Schweinsfuß bis zum Abwinken. Köstlich alles wird restlos verputzt. Die Kellner, ausnahmslos ältere feine Herren staunen über unseren teutonischen Appetit. Sie behalten die Kontenance. Solch abgeklärte Gentlemen würde man sich für die deutsche Politik wünschen.
Fahrt zum Monserrat-Kloster. Mir wird schwindlig. Habe mir zu viele Schweinsfüße eingeführt. Nun stehen die Füße Ante Portas am Gaumenpförtner und wollen wieder raus. Es ist ganz wie daheim im Schwabenland. War die Speise gut, sagt der Schwabe, „man hat’s essen könne“. War es richtig gut sagt er: „Es isch drinne gebliebe“
Schweißausbrüche. Angesichts des karstigen Gebirg’s und über uns die gewaltigen Klostergebäude. Ich schicke einige satte Rülpser entgegen und entledige mir einige widrige innere Winde. Schlagartig bin ich wieder topfit.
Über den Dächern wildesten Felsformationen. Schwarze Madonna, Jesulein guckte ziemlich frech, als wolle es sage: „Geht weiter ihr Idioten, vergesst mir aber den Klingelbeutel nicht.“ Vier grüne Kerzen werden für die bucklige Verwandtschaft angezündet.
Fast hätten wir ihn übersehen, den Raum mit den Danksagungen. Da hingen Knochenstützen und Babyklamotten als Dank für Heilung und leichte Geburt. Wiglaf wollte irgedwo einen Pariser dranhängen. Ich konnte ihn daran hindern. Ein Führerschein-Anfängerschild hing an der Wand, die handgeschriebene kurze Dankeshymmne berichtete von einer erfolgreichen Führerscheinprüfung.
Heimfahrt. Drei Stunden für Luftlinie 40 Kilometer. Die Nacht bricht herein Frau G. R.  am Lenkrad. Innenbeleuchtung funktioniert nicht. In totaler Dunkelheit, ihr Freund mit dem Feuerzeug über die Landkarte gebeugt. Der famose Copilot ein gewisser Herr H. H., Zielfahnder beim BKA mit einigen dutzend Navigationslehrgängen hinter sich, weiß wie es längsgeht. Behauptet er jedenfalls.
Ein echter Kriminaler, totaler Blindflug. Wiglaf und ich lümmeln auf den Rücksitzen und kommentieren den Fahrverlauf. Erst nannte wir unseren Navigator immer den Ermittler, dann, nach Irrfahrten rund um die Windrose annncierten  wir ihn mit seinem richtigen Dienstgrad: Kommissar Zielfahnder. Nachts um Eins passierten wir die Stadttore von Sitges, unserm Standquartier.
Überlebensfeier mit schwerem Weintrinken bis morgens um Vier.

Montag, Heilig Abend
In der Markthalle in Sitges eingekauft:
Vongole, Langustinen, Taschenkrebse für den Fond, jungen Knoblauch
Spezialgockel von Signore Pollo.
In der Wohnung von Frau G. R. läuft der Countdown für das Festmahl, ein weiterer Besucher und Esser stößt zu uns. Es sei Dekorateur und sieht auch so aus. Quietschig schwul wie seine Krawatte.  Zaunbärtchen.
Beleuchtete Porzellanhäuschen kommen auf den Tisch, Watte als Schnee. Kein Platz mehr um irgendwie Essen dort abzustellen. Die Sache um die es geht, das Essen, gerät in Sturzbächen von Rijoa-Wein kurzzeitig in Vergessenheit.
Meine Muschelsuppe dann, ein Brei von feinstem Sand, als wäre der Sud mit  Portlandzement abgebunden.  Katastrophe, hatte vergessen die Viecher zu wässern und zu waschen. So geht es dem Spitzenkoch, wenn das Personal frei hat.
Der Gockel bringt’s, richtig gut, hätte für 8 Personen gereicht.
Guter Wein, viel Wein. Am Ende brüllen sich alle an. Wiglaf kämpft für seine gerechte Sache, aber es kommt nicht zum Totschlag. Wird alle sehr besoffen. Um fünf Uhr morgens dann die wundersame Wende, alle vertragen sich wieder. T. der Dekorateur streichelt mir die Eier. Ich lasse ihn gewähren um den neu ertrunkenen Frieden nicht zu gefährden.

Dienstag, 25. September
Erwache klar, aber matt.
Wackle an der Seepromenade entlang. Massig Schwule um uns, exzessiv bekennend. Ich zeige Verständnis, Sie waren immer unterdrückt, aber muss die allgemeine Toleranz mit solch vehementem Marketing betrieben werden?
Bei Heteros schickt es sich schließlich auch nicht, wenn der Typ permanent seine Hand auf und im Arsch seiner Geliebten spazieren führt. Wiglaf beläd einen geklauten Supermarktwagen mit dem Leergut. „Wenn man von Leergut leben könnte“? murmelt er und macht sich auf den Weg um die Altlasten loszuwerden und neuen Stoff zu besorgen.
Ich kämpfe derweil gegen das Küchenchaos. Putzen spülen bis nahe der Ohnmacht.
Reste austrinken und alles Übriggebliebenen zu einer Suppe zusammenmurksen. Viel Wein und dann Pennen bis es dunkel wird. Großes Abschiedstrinken. Am nächsten morgen problemloser Rückflug nach Sweet Germania.

Flughafen Echterdingen: Die Vier Tage Kurzparkgebühr für meinen mickrigen Smart beläuft sich auf 700 Mark. Das soll einsehen wer will. Wir Beiden können eine solche Plünderung nicht hinnehmen. Es ist dunkel, der Schnee liegt zwanzig Zentmeter hoch. Nirgends eine Menschenseele, oder ein Auto dem wir uns an die Stoßstange heften können.

Wie kammt man an der Schranke vorbei. Wiglaf reisst heftig daran herum. Zwecklos. Der Parkplatz wird nach einer Lücke abgesucht. Es gibt keine außer einem großen Gebüsch. Wie man das mit dem Panzer durchdringt, das habe ich bei der Bundeswehr gelernt. Der Smart wird also zwanzig Meter zurückgesetzt, dann Vollgas auf das Grünzeug zu. Gaspedal gnadenlos durchdrücken, dass sich fast die Bodenplatte ausstülpt. Die Karre knattert voll auf die Eibenhecke zu, wird angehoben, irgend ein Plastikteil splittert.  Mit einem Riesensatz haut es uns darüber weg. Das Anschnallen hatten wir vergessen und reiben uns die Schädeldecke. Jedoch, Ahoi, wir sind in Freiheit und schwören uns, nie mehr Urlaub an Weihnachten zu machen,  irgendwie ist da kein Segen drauf.


26. Dezember 2013

Mein Weihnachtswunsch ist so simpel wie schwierig. Es geht um Toleranz und jetzt wird gleich aufgeheult: „Kein Volk ist toleranter wie wir Deutschen, niemand spendet so viel, nicht nur Geld, sondern auch Blut, der Rassismus ist viel geringer wie woanders, wir befürworten die gleichgeschlechtliche Ehe u.s.w..

Mit der Toleranz gegenüber verschiedener Meinung verhält es sich aber gerade umgekehrt. Wie kann es sein, dass sich in Familien die S21 Gegner und die Befürworter verprügeln? Im Schwarzwald hauen sich die Freunde und Gegener des Naturparks, wie die Bildzeitung berichtete, hundertjährige Tannen um die Ohren? 
Bei Restaurantbesuchern gibt es den gleichen Zwist, der eine mag es kräftig gewürzt, der andere umgekehrt. Der eine empfindet ein elegantes Restaurant wenn bei all der Verfeinerung der Sitten auch noch ein bisschen Vivaldi aus dem Lautsprecher säuselt. Jene wiederum bestehen auf zwölf verschiedene Aromen auf dem Teller, der Andere kommt damit völlig durcheinander. 

Im Internet:  Schaut man sich in den Gourmetblogs etwas um, herrscht der reine Kriegszustand. Jeder, auch wenn er eine unsinnige Meinung oder völliges Unwissen darlegt, jeder manifestiert dort seine absoluten Glaubenssätze. Inzwischen herrscht in diesen Medien bereits ein solches Chaos, dass sich wahrscheinlich die Blogs irgendwann man selbst lahmlegen.

Eigentlich wollen doch alle Genießer sein aber der wahre Genussmensch beherbergt eigentlich ein gewisses lassez-faire.  Oder sind im Internet nur Neurotiker unterwegs? Das wäre schade, denn das Internet ist eine wunderbare Sache wenn man es gegen sich und andere verantwortungsvoll benützt. 

Im Ausland werden wirüber unsere Klugscheisserei ausgelacht, der Deutsche gilt als Zwangscharakter und ich habe auch schon unter den von mir sehr geliebten Slow-Foodler  so manchen entdeckt, der sich das Genießen mit heimlicher Auspeitschung draufschaffte. Also möchte ich der Mampf-Gemeinde zurufen: „Leute locker bleiben, und vielleicht auch mal die innere Einkehr halten wenn man aus Versehen das falsche Lokal erwischt hat. Man denke an den Veganer der kürzlich ein Steakhaus verklagen wollte. Wirklich wahr.

Wie heißt es im Norden so schön: „Was dem einen sein Uhl (Eule) ist dem andern die Nachtigall“.

Weihnachtsmittagessen: Noch niemand da, wir waren mal wieder mit brüllendem Hunger die Ersten.
Restaurant Bareiss: Hammermäßig gut.


Im Moment, wenn ich diese Zeilen schreibe will ich doch mal nachschauen, was über den Freund und Meisterkoch Claus-Peter Lumpp und seine wunderbaren Servicekomplizen Thomas Brandt und Jürgen Fendt im Restaurantkritik-Blog steht. Mir wird ganz bang. Die ellenlange Kladde liest sich wie der Arztbericht einer Operation am offenen Herzen.
Da wird gnadenlos benotet und am Schluss der Suada bin ich dann aber doch erleichtert. Uff, die Weltmeister des Restaurants Bareiss haben die Prüfung mit der Note Eins-Plus bestanden.

Die Benotungsprotokollisten haben sich unglaublich abgerackert, womöglich mehr Arbeit mit Essen und Notizen investiert als Köche und Service mit ihrer Arbeit. Grusel, Grusel, mir läuft es kalt den Buckel hinunter.

Irgendwie ist die ganze Manie des Ranking ziemich grauenhaft. Man müsste diese Ergüsse eigentlich mit www.klugscheisser.de verlinken bzw. dort entsorgen.

20. Dezember 2013

Links eine Sepia, rechts der Pulpo mit den großen Saugnäpfen
Pulpo, Krake, um diese Kopffüßler ranken sich so manche Mythen. Viele Fischerboote wurden von Riesenkraken in die Tiefe gerissen. Bewiesen ist aber nichts, außer dass Seeleute im Kraken wegen der langen Arme würg-ergreifenden Feminismus vermuten. Der Krake gilt als Sinnbild der weiblichen Vereinnahmung.

Hauen die Capitanos deshalb so vehement die Viecher auf den Beton der Hafenanlagen? Es heißt damit sie weich werden. Da stellt sich die Frage warum man sie dann noch über eine Stunde weichkochen muss. Meine jahrelangen Feldforschungen ergaben, dass es für die Klopperei an der Anlegestelle einen simplen Grund gibt. Die Viecher sind bei der Anlandung noch totenstarr, strecken ihre teilweise langen Extremitäten holzstockartig von sich.  Der Matrose flucht vor sich hin, weil sie in solch sperrigem Zustand in keine Kiste passen. Also wird den Tieren die Totenstarre buchstäblich aus dem Leib geprügelt. Solange bis sie schlapp, schön brav nebeneinander in die Transportkisten passen.

Pulposalat wird gerne auch Radiergummisalat genannt. Das muss nicht sein. Die Pulpo einfach weichkochen. Anschließend die Viecher in Stücke schneiden und in der Pfanne rösten und servieren.


Der Rolls Royce unter den Tntenfischen ist zweifellos die Sepia. Rustikal vom Grill, auch im Winter, denn nicht jeder will Ente oder Hirsch. Diese Portion habe ich selbst gegessen. Sie war etwas zu scharf gegrillt, ich aber mag das.
Übrigens, wenn man mich nicht hätte, bräuchten wir eine weitere Bio-Tonne.

11. Dezember 2013

Der Schutzpatron der Köche, der  Hl. Laurentius

Das waren noch Handwerker, hatten immer ihren Grill dabei. Die Wahrheit über diesen Mann ist nicht so lustig. Er schwor seinem christlichen Glauben nicht ab. Der Christenverfolger Valerian, legte den Tapferen dann zwischen glühende Platten und röstete ihn auf dem Feuer. Laurentius blieb standhaft.
So die Legende, doch wahrscheinlich wurde er geköpft.

Die Aufnahme machte ich in der Karthause Ittingen, unweit des Schweizer Bodenseeufers. Ein wunderbares Ausflugsziel mit interessantem Klostermuseum, Hotel, Gutshof, Restaurant, Hofladen, Seminare und weithin gerühmten Konzertveranstaltungen.
https://www.kartause.ch

10. Dezember 2013

Gänsebraten

So gut ich konnte habe ich eine Zeichnung angefertigt.
Dies hier ist die gute Gans. Die Brust wölbt sich.
So sieht die schlechte Gans aus. Die Brust ist eingefallen wie ein durchhängendes Dach.
Gänsebraten mit Rotkohl

1                Gans ca. 5 kg
1 EL        Beifuß gerebelt
1 TL        Lavendel
reichlich Salz und groben Pfeffer
1 Bund        Röstgemüse: Zwiebel, Karotte, Sellerie in Würfel geschnitten
¼ l        Rotwein

Gesamte Bratzeit mindestens 3 Stunden.

Den Ofen auf 180° bis 200° Grad vorheizen. Die Fettpolster der Gans mit einer Stricknadel oder großen Spießgabel anstechen. Die Flügel und den Hals kleinhacken. Die Gans mit der Brustseite nach oben möglichst schon am Vortag mit reichlich Salz, Pfeffer, Beifuß und Lavendel einreiben.

Die Gans mit  der Hälfte des Röstgemüses gefüllt, kommt in eine ihr ausreichende Kasserolle, deren Boden die Knochen bedecken und ein Zentimeter hoch mit Wasser bedeckt ist. Die Kasserolle für eine Stunde in den Ofen schieben und ab und zu mit dem austretenden Saft übergießen.

Nun restliche Röstgemüse dazugeben. Immer wieder die Gans übergießen und das Röstgemüse und die Knochen vom Kasserollenboden lösen. Beginnt das Gemüse zu dunkeln und röstet im reinen Fett, so muss etwas Wasser aufgegossen werden. Vergisst man dies dann frittiert die Gänseunterseite.

Ob die Gans fertig ist oder nicht, das entscheidet die Stricknadel, sie wird durch die dickste Stelle der Keule getrieben und sollte sich leicht ein und ausführen lassen. Die Gans kommt auf eine Anrichteplatte und wird am offenen Ofenloch geparkt. Den Bratensatz in einen kleineren Topf passieren. Nach einer Ruhezeit von ein bis zwei Minuten kann man das Gänseschmalz abschöpfen. Der restliche Bratensaft wird mit etwas Mehlbutter gebunden und einem Viertel Liter Rotwein aufgekocht und evtl. mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt.

Die Gans wird am Tisch entweder mit der Geflügelschere zerteilt, oder die Flügel und Keulen werden fachgerecht tranchiert und die Brüste dem Knochen entlang abgeschält.

Das Gänseschmalz in heißem Zustand in kleine Marmeladegläser  füllen und kühl stellen. Gewiss, wir alle wissen um die Alarmierungen der Ärzte, denen aber wenig zu trauen ist. Monatlich erscheinen irgendwelche „sensationellen“ Neuigkeiten, was gesund und was uns krank macht. Die Wahrheit ist, dass es keine absolute Regel gibt, außer der, dass man sich ein möglichst regelmäßiges Leben einrichtet, aber bei der Auswahl der Lebensmittel konsequent unregelmäßig sein sollte.


Rotkohl

1    Kopf        Rotkohl
50     g        Preiselbeerkonfitüre
50     g        Johannisbeerkonfitüre
1                          Lorbeerblatt
1 TL                      grob gestoßenen grünen Pfeffer
3 EL                      Balsamicoessig
1/8     l        kräftigen Rotwein
1     Ms        gestoßenen Wacholder
1                                       Nelke
1     Ms        Piment gestoßen
2            Schalotten in fein Scheiben geschnitten
Salz

Mit dem Kohl ist es wie mit den Fischen, wenn sie deutlich nach dem riechen was sie sind, dann stimmt etwas nicht. Der dumpfe Kantinengeruch des Kohls muss nicht sein. In Asien wird viel mehr Kohl zubereite als bei uns, warum müffelt oft der Kohl am heimischen Herd und niemals bei der asiatischen Küche? Wenn Kohl riecht, dann hat das etwas mit Oxidationsprozessen oder schlicht damit zutun, dass er zu lange gekocht, oder noch schlimmer, zu lange aufgewärmt wurde.

Alles klar! Der Rotkohl wird halbiert. Den Strunk lassen wir möglichst lange dran, er hält die Blätter zusammen. Den Kohlkopf in möglichst haarfeine Scheiben schneiden. Es empfiehlt sich dafür die Brotmaschine in Gang zu setzen, wenn sie auch hinterher umständlich gespült werden muss. Je feiner der Kohl geschnitten ist, um so kürzer wird die Garzeit und je moderner und frischer das Ergebnis.

Die Schalotten werden mit etwas Gänseschmalz hellblond geröstet, dann kommt alles hinein, Kohl und Gewürze, nicht aber die beiden Konfitüren. Während des Kochvorgangs immer wieder das Unterste nach oben drehen. Ich habe festgestellt, dass offen, ohne Deckel sich die Farbe besser hält. Nach einer Viertelstunde die Konfitüren hinzugeben und fünfzehn Minuten weiterkochen. Übrigens, hat man es nicht geschafft, den Kohl wirklich sehr fein zu schneiden, ist das Gericht nur halb soviel wert und die Garzeit auch entsprechend länger.

Den Deckel nimmt man nun ab, und kocht auf größtmöglichem Feuer unter ständigem Umrühren solange, bis aller Saft reduziert ist und das Kraut anzubrennen droht. Nun entnehmen wir dem Braten ein bis zwei Esslöffel Gänseschmalz, rühren gut um und schmecken mit Salz ab.

4. Dezember 2013

Für das neue Gemüsekochbuch, das ich vor Weihnachten nicht fertig bekomme, es wird wahrscheinlich Februar, dafür gibt es nun immerhin ein Motto!

Obacht, Vegies !

Von Wiglaf Droste

 Das einzige Gemüse, auf das man sich hundertprozentig verlassen kann, heißt Radieschen von unten.

3. Dezember 2013

DURCHSAGE
Als Adventsbotschaft an alle Männer über sechzig!

Kürzlich saß ich mit den beiden Schreibgewaltigen, Peter Hamm und Peter Handke bei Tisch. Das Gespräch ging um irgendwelchen Männerkram. Der anerkannt sehr gescheite Schriftsteller Peter Handke, den ich eigentlich als ruhiges, tiefes Wasser zu kennen glaubte, er konnte sich unvermittel kaum mehr auf dem Stuhl halten. Wie ein Springteufel zappelte er mir vor dem Gesicht herum: "Herr Klink sie brauchen eine junge Freundin, ohne junge Freundin geht ab einem gewissen Alter gar nix mehr."

Ein Peter Handke hat sowieso immer Recht und er sieht ja auch für seine einundsiebzig Jahre bodengut aus. So nickte ich mit meinem Köpfchen ihm eifrig zu. Später überlegte ich mir: "Braucht man als alter Sack unbedingt noch so viel Balz, Jucksalz und Aufregung? Ich denke, da lese ich lieber die Romane anderer Leute, bevor ich mir selbst einen in mein röcheldes Dasein verfrachte. Howgh, und schöne Adventszeit wünscht VK

"Halt, lasst uns nochmal darüber reden wenn ich Siebzig bin!"