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Signatur Vincent Klink Vincent Klink

Das "Internet-Tagebuch" aus den Jahren vor 2017 ist nun als tatsächliches Buch erschienen:

VINCENT KLINK
"Angerichtet, herzhaft und scharf."

Aus meinem Tage- und Rezeptbuch.

Aus vielen Jahren sind die besten Gedanken, des Lebens und der Küche, in diesem Buch festgehalten.

Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen, erhältlich in jeder Buchhandlung.
ISBN 978-3-86351-471-6




Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
Neben Rezepten werden philosophische Gedanken transportiert. Sparen Sie sich den Psychiater, kaufen Sie das Büchlein
"Meine Rezepte gegen Liebeskummer"
Jeder Mensch kennt Liebeskummer und oft bekämpfen wir ihn mit Frustessen. Nur fühlt man sich leider nach dem Verzehr von Eis in Literbechern in der Regel nicht besser - im Gegenteil!
Deshalb sollte man in Sachen Herzschmerz den Rat des Kochs einholen, der weiß, was in solchen Fällen schmeckt und der Seele guttut. Vierzig Jahre Gastwirt, einem Zoodirektor nicht unähnlich, da weiß man um die Gefühlswelt der Menschheit gut Bescheid. Zu den Rezepten werden viele Erlebnisse, Selbsterfahrungen und amüsante psychologische Hilfen angeboten. 

Anfragen für humorvolle Lesungen aus verschiedenen Büchern: 
 


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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
70597 Stuttgart-Degerloch

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Immer wieder die Frage: "Ist der Chef auch da?"
Antwort »
Ich werde ab Januar 2017 zweimal monatlich, jeweils am Donnerstag, im ARD-Mittagsbuffet kochen.
Darüber hinaus bin ich „Live“ im Restaurant, und zwar täglich, ohne Ausnahme.

August 2019

10. August 2019

GARTEN EDEN

Es stellt sich die Frage ob man sich alleine an einen Tisch eines guten Restaurants sollte? Kann man ausschließlich mit sich selbst ein gutes Essen genießen? Wie verhält es sich bei einem Galeriebesuch? Wäre gemeinsames Erlebnis hilfreicher zum Verständnis, bei gleichem oder ähnlichem Kunstgeschmack eine Bestätigung, eine Absicherung, dass man sich mit gewissen Leuten in gemeinsamer Weltanschauung befindet? 

Als Kunstinteressierter aber auch als Esser ist man ständig Lernender, auf sich alleine gestellt ziemlich aufgeschmissen und mäandert womöglich verzweifelt durch die Labyrinthe des Kunstbetriebs.  Ein erster Besuch in einem Grand-Cuisine-Restaurant bedeutet auch oft mehr Stress als Freude. Viele Fragen tun sich auf: Wie soll man beurteilen, wo Kunst aufhört und der Murks beginnt. Fast könnte man sagen, ohne Verunsicherung kein fortkommen. Unser allergrößtes Betrugsorgan ist das Auge und damit auch das Hirn, das auf Ungewohntes abwehrend reagiert, wobei zu bedenken wäre, dass viele Esser futuristischem Essen und auch der Kunst fast wehrlos gegenüberstehen und kleinmütig manches abnicken was ein sogenannter „Kenner“ von sich gibt. Klar man hat die Möglichkeit der Information, beispielsweise durch das Internet. Unversehens verzahnt sich der Eleve in einem Meinungsgestöber und wird noch mehr verunsichert.

Mit der Kunst ist es schwierig, genauso wie mit der Speise, im Hirn passiert mehr als man annimmt und die subjektive Wahrnehmung ist gewaltig. Vieles kommt zusammen, egal was an avantgardistischem Ungewohntem passieren wird, man möge bedenken: das Zukünftige wird bald das Gegenwärtige sein. Auch behaupte ich, dass im unserem Hier und Jetzt bereits die Vergangenheit von morgen angerührt wird, und andererseits, die Spuren von morgen schon im Heutige enthalten sind“. Der künstlerische Prozess verwirklicht also nicht schon gegebene Möglichkeiten, er zeitigt neue.

Zugegeben, was Neu ist muss nicht unbedingt besser als das Alte sein. Auf das Essen trifft das in großem Maße zu, da sich zwar unser Geist und Hirn mit Avantgarde gerne auseinandersetzen, unsere Eingeweide sich jedoch geradezu reaktionär verhalten.
Im Kunstschaffen, sei es mit Buchstaben, mit Tönen, Pinsel oder generell gesagt Visuellem: Ohne Erprobtes, ohne Vorwissen kommt man nicht aus. Egal, welcher Avantgardist sich auf total Neues versteift, er irrt, wenn er nicht akzeptiert, dass Zukünftiges, beispielweise Contemporary Music, nie ohne Tradiertes also niemals ohne gewisse Grundlagen zu erzeugen ist und gedeihen kann. 
Es gibt unterschiedliche Kunst, zum einen das Erhaltene, statisch festgeschriebene, beispielsweise der alten Malerei die Geschichten erzählt und mit höchster Kunstfertigkeit prunkt. In der Grande Cuisine gibt es ähnliche Freuden und in der ganz modernen Kocherei wird oft nach peniblen Rezepten gekocht von denen abzuweichen unvermittelt den Küchenunfall heraufbeschwört. Mehr bevorzuge ich die Improvisation, weil sie zufälliger, riskanter und deshalb menschlicher ist und aus der Situation heraus entsteht. Diese Situation wird nicht immer auf günstiger Konstellation fußen können und deshalb sind solche „Erzeugnisse“ nie gleich, sondern sie leben, und was lebt ist im kreativen Fluss.
Schön ist auch, dass Spontanes oft Überraschung bereithält, wenngleich diese nicht unbedingt Freude und Bewunderung erzeugen müssen. 
Passt jedoch alles zusammen und ist mit professionellem Können unterlegt, empfinde ich improvisierte, intuitive Kocherei, ebenso wie spontane bildende Kunst und besonders improvisierte Musik als Quell der Überraschung, des Staunens, die deshalb gerne in Begeisterung mündend. 
Diesen Ursachen gemäß bin ich seit meiner Kindheit ein begeisternder Hörer und seit Jahren auch Ausübender der Jazzmusik. Letztere bietet große künstlerische Freiheit und trotzdem geht es nicht ohne Regeln. Wie ich musiziere so wird auch gekocht. Man schaut was man sich beschaffen kann und legt dann los, wobei die Schwierigkeit darin besteht, dass dem Musizierenden wie auch dem Koch nicht der Gaul durchgeht. Mit langjähriger Übung bekommt man das richtige Maß in den Griff und soll mir ja niemand sagen, dass für gutes Kochen nicht empirische Entwicklung von Nöten wäre.  
Bleibt noch der Konsument, als Reflektion des ganzen künstlerischen Tuns. Trifft gutes Essen auf einen freudigen Esser, oder zeigt sich bildende Kunst dem Verständigen, dann tut sich für alle Beteiligten ein Garten Eden auf. Man trifft sich im Elysium und oft ist oft im zart wehenden Ungefähren, sind diese imaginären Gefühle flirrende Illusion die man als wirklichen Humanismus benennen könnte.

9. August 2019

Der Überblick durch einige der wichtigsten Zeitungen, denen es ja allesamt nicht gut geht, zeigt dass die Blätter eine große Chance vergeben. Sie könnten einen Kontrapunkt gegenüber den Internetmedien bieten, die nahezu alle nur über Themen hinwegsurfen, denn es geht im Konkurrenzkampf nur um viele Klicks, um daraus Werbeeinnahmen zu generieren. Tiefgreifendes ist dort nicht zu erfahren. In den Printmedien fatalerweise auch nicht. 
Alle begrüßen die Mehrwertsteuererhöhung für Fleisch, eine Erziehungsmaßnahme für die breite Masse, die nachweislich unbelehrbar ist. Durch die Steuererhöhung werden sich die Preise etwas erhöhen aber die Quälerei wird nicht aufhören. Niemand erwähnt, dass der Schuss sehr wahrscheinlich nach hinten losgeht. Die Massenfleischbranche wird versuchen noch billiger zu produzieren. Die Quälerei wird zunehmen. Ich ahne aber noch Schlimmeres. Die EU-Schlachthöfe in Deutschland, für mich Massenvernichtungsanstalten, sie werden womöglich verschwinden. Die Fleischverbrecher werden Ihre Untaten ins umliegende Ausland verlagern. Warum Niedriglohnsklaven über Subunternehmer ins Land holen, wenn man doch gleich in deren Heimatländern totalere Ausbeutung betreiben kann?

Es wird also in den umliegenden Ländern geschlachtet werden, beispielsweise in Rumänien bei Stundenlöhnen von ungefähr 2 Euro. Auch in Tschechien, der Slowakei oder gar in der Ukraine werden Menschen und Tiere nicht artgerecht gehalten werden und von Billigkopfschlächtern gekillt und die zerlegte Ware und die wurde in Kühltransportern nach Deutschland geschafft werden. 
Das Einzige was hilft und den Tierspießgesellen das Handwerk legen würde, das wäre ein EU Verbot für Massentierhaltung. Der breite, wenig zahlungskräftige Verbraucher könnte sich immer noch gutes, Fleisch leisten, aber eben nicht mehr jeden Tag. 

Zum Schluss noch zur Infamie der Politiker, die sich nun wegen milliardenschwerer Mehrwertsteuer-Einnahmen auf die Schenkel klopfen und das Gesetz auf dem Rücken der Tiere womöglich durchdrücken werden. 2018 wurde versprochen, dass es keine Steuererhöhung geben wird. Wichtig wäre auch, dass laut Steuergesetz das Fleisch nicht mehr als Grundversorgung eingestuft wird. Ich könnte wetten, trotz des Getöses bewegt sich bei der Politik gar nichts. Meine Hoffnung gilt der Jugend, die ja gerade den Klimaschutz-Verhinderern gewaltig Dampf macht und sich hoffentlich bald auf die Tierquälerei wirft. Oder wie es in Bayern mit den Bienen geschehen ist: Urplötzlich ist Herr Söder grüner als eine Gurke.

2. August 2019

Beim Frühstück bemerkte meine Frau:
Die Hölle ist leer, die Teufel sind unter uns.

1. August 2019

Deutsche Hysterie und staatliche Hyperfürsorge. 

Mit E-Scootern habe ich mindestens schon 100 Kilometer gefahren. Ich besitze auch eine eigene Radlrutsch, die jetzt leider nicht mehr zugelassen ist. Man kann sich die Dinger ja überall leihen. Kennengelernt habe ich diese Gefährte in Kansas City. Seitdem bin ich in Städten keinen Schritt mehr gelaufen, denn durch Städte zu trotten und keuchen, empfinde ich für mich als erniedrigend. 
Bisher ging ich nicht zu Boden, wobei ich einräumen muss, dass es Leute gibt, die dauernd auf die Nase fallen. 
Nun hat man ein deutsches Gesetz verabschiedet, das wahrscheinlich hundert Beamte ein Jahr lang beschäftigt hat. Ein Wahnsinn. 

In Amerika wird es folgendermaßen gehandhabt. Die Amis sagen, „Bürger mache was du willst.“ Fällst du auf die Schnauze ist es Deine Angelegenheit, fährst Du jemanden über den Haufen, dann gehe in den Knast oder zahle bis an Dein Lebensende, oder aber versichere dich in Eigeninitiative. Die ist in Deutschland allerdings im Hintertreffen. Wir Deutsche sind vom Staat dermaßen bemuttert, wenn nicht gar im fürsorglichen Schwitzkasten, dass wir uns keine Gedanken mehr um Risiken machen. Böse könnte man sagen, wir sind schon ziemlich degeneriert. 
Allerdings, das muss man berücksichtigen, unsere Beamten wollen beschäftigt sein und dementsprechend entartet der Optimierungswahn. Dann kommen aber noch die Schwarzalben in Brüssel dazu und regulieren selbst noch die erlaubten Ausmaße eines Misthaufen, oder wie krumm die Banane sein darf. Da wundert es nicht, dass manche Länder vor der EU Reißaus nehmen. 

PS: Schon Kurt Tucholsky sagte schon vor über 80 Jahren: Fällt der Deutsche hin, steht er nicht auf. Er bleibt er erst mal liegen und schaut sich nach einem Schadenersatzpflichtigen um.
Der deutschen Gesetzeswut will ich aber nicht völlig absprechen: Es gibt "deutsche Tugenden", die mir mein Vater eingeprügelt hat: "Zäh wie Leder, flink wie ein Windhund und hart wie Kruppstahl." Diese verheerende DNA ist immer noch im Deutschen. Nirgendwo auf der Welt, außer bei uns gibt es die Kampfradler, oftmals rücksichtslose Aggressoren des Asphalts. Und jetzt kommen die Scootertypen. Nirgends braucht es für solch, eigentlich friedliche Fortbewegung Gesetze. Nirgends, außer in Deutschland, dem Land in dem Immanuel Kant den kategorischen Imperativ postulierte. Es ist ein Jammer.