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4. September 2010 so nun sind die Sauschwänzle auf der Karte. Zwölf Portionen haben wir, und es sieht so aus als bekämen wir dafür genügen Interessenten. Ganz klar, dieses Gericht ist den meisten nicht gerade ein Lieblingsgericht. Es geht uns aber darum, solche Traditionen aufrecht zu erhalten und wir wollen nicht nur das Kochen, was allen gefällt. Zur Vielfalt auf der Speisekarte trägt dieses Gericht aber sehr gut bei. Wichtig ist, dass für jeden etwas dabei ist, vor allem, dass auch einige Gerichte ohne Fleisch auf der Karte sind. Ich finde bei einem Menü sollte ohnehin nur einmal Fleisch vorkommen.
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3. September 2010 Benjamin Widmann, der Souschef hatte die Idee gefüllte Sauschwänzle zu fabrizieren. ein sehr einfaches Gericht - sollte man meinen-. Der Materialwert ist nahezu null, die Arbeitszeit enorm. Die Knöchelchen müssen herausoperiert werden, dann wird Farce eingespritzt und alles mit Schweinenetz umwickelt, dann gegart. Es ist ein schönes Beispiel für das Dilemma der bürgerlichen Küche, von der alle glauben sie sei billig.
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Gewiss, die Ware ist billig, aber die Arbeitszeit enorm. Das teuerste heutzutage ist aber die Arbeitszeit und deshalb ist die gute Bürgerliche Küche fast ganz verschwunden. Sie ist nahezu unbezahlbar.
Übrigens ein guter Test für ihren Metzger: Kann er Sauschwänzle besorgen oder nicht. Unter uns, liebe Hobbyköche, dieses Gericht können Sie vergessen, wenn Sie kein Bioschwein auftreiben können, denn alles was in normalen Metzgereien an Schwein verkauft wird, stammt von Tieren, die gar kein Schwänzchen mehr haben. Eine echte Schweinerei, denn den Tieren wird der Schwanz coupiert, damit sie nicht vor lauter Massentierhaltungs-Frust sich die Schwänze abnagen.
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1. September 2010 Fast noch wichtiger als die Probleme des Bahnhofs ist die nun heraufziehende herbstliche Erntezeit. Nun gilt es die Gaißhirtle schnell zu kaufen, denn die Saison hält ungefähr drei Wochen. Deshalb Achtung und schnell los zum Wochenmarkt. Diese Birne steht unter dem besonderen Schutz von Slowfood. Mehr darüber: http://www.slowfood.de/arche_des_geschmacks/passagiere/geishirtle/
Im ganzen Bundesgebiet gibt es wunderbare Birnensorten. Sind Birnen wirklich reif, dann sind sie so saftig und schmatzig, dass ich sie meist über der Spüle hängend vertilge. Der Geschmack ist unglaublich, doch viele kennen ihn nicht, da der Handel meist unreife Früchte im Angebot führt. Man muss also selbst nachreifen. Man bunkert die Dinger in einer Obstschale im Wohnzimmer und schnappt sich immer wieder die reifste. So beginne ich momentan jeden Tag mit einer kleinen Freude.
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1. September 2010 Der Bahnhof liegt mitten in der Stadt und Zyniker sagten bisweil, das Schönste an Stuttgart sei, dass man so schnell weg käme. Mit dem neuen Bahnhof und vielen Milliarden Schulden auf dem Buckel geht es noch schneller. Genau gesagt fünf Minuten schneller. Kaum ist man vor den Toren der Stadt, ist es aber mit der Rasanz zu Ende. Auf dem Wege nach München rumpelt der Fahrgast allsbald über uralte Gleisanlagen und mit Tempo sechzig eiert der ICE die Geislinger Steige hinauf. In die umgekehrte Richtung, nach Karlsruhe, Freiburg, Straßburg, das gleiche geboller.
Also logisch: Eigentlich brauchen wir keinen neuen Bahnhof sondern schnellere Gleise. Doch irgendwie gehören Gleisanlagen nicht zum Geschäftsfeld von Immobilienhaien, und sind auch als Image-Insignien für politische Führungskräfte ungeeignet. Deshalb tut's dort auch kaum einen Rucker. Und weil die Gleise Bundesangelegenheit sind und dort die Kassen leer wird sich an den gleisen nichts tun und deshalb auch den Fünfminuten-zeitgewinn des Bunkerbahnhofs erübrigen.
Die DB hat Probleme en masse, die Fahrsicherheit, die Pünktlichkeit, die Servicequalität manches liegt oft hinter den Leistungen der damaligen Ostzonen-Reichsbahn. Könnte man nicht sich diesem Füllhorn an Problemen widmen und den schönen Bonatz-Bahnhof in Ruhe lassen.
Ein bisschen muss ich mir nun selber an die Nase greifen. Bevor es zum ganzen Wirbel kam beachtete ich das Bauwerk kaum. Der kritische Bürgersinn, die vielen Demonstranten, die man als rückschrittlich diffamiert, nur weil sie nicht stumpf-obrigkeitshörig sind, ihnen danke ich, mir die Augen geöffnet zu haben.
Wir stehen an einer Zeitenwende, die etablierte Politik hat ihre Ignoranz und Lügerei zu sehr auf die Spitze getrieben. In den letzten Jahren murrte der Bürger allenfalls und wählten oft aus Gewohnheit. Diese Zeiten dürften im Schwabenland vorbei sein und deshalb ist Stuttgart 21 beispielhaft, dass nämlich „Vox Populi eben doch nicht Fox Rindvieh“ ist. An dieser Stelle meinen besonderen Dank an alle Demonstrierer und besonders an Walter Sittler.
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